Die erste Schulwoche und ich bin platt wie ein Flunder.
Es sind kranke Kollegen zu vermelden, also muss der Plan umgestrickt werden. Nein, es kommt kein Ersatz, es muss mit Bordmitteln gestemmt werden.
Ansonsten scheint die Sonne und ich versuche Hängemattenstunden rauszuleiern. Die Wäsche kommt bald den Keller hoch und im Arbeitszimmer sieht es schon wieder aus wie Hulle.
Herr croco will dies und das, was ich bitte noch erledigen soll. Er ist noch mehr in der Mühle. Wenn ich Zeit habe, muss ich dringend schlafen.
So gibt es halt wieder Teile der Tiktoksammlung.
Gartenschauen sind was Wunderbares.
Außer es regnet gerade. Der einzige Regenschauer, der in 14 Tagen Urlaub fällt, trifft uns genau auf der Bundesgartenschau. Genau genommen ist es kein Schauer sondern ein Wolkenbruch mit Blitzbegleitung.
Man kann sich gerade so unterstellen, etwas zu essen oder zu trinken gibt es nicht. Herr Croco leiht sich einen Regenschirm vom einer Dame des Personals (Danke!) und geleitet unsere Reisetruppe einzeln zur Cafeteria. Mittlerweile lerne ich ältere Damen kennen. Die erste liebt ihre Aronstabgewächse im Garten so sehr wie ich meine liebe. Die nächste berichtet mir von wilden Erlebnissen im Saarland. Und die dritte ist im Vorsitz der deutschen Fuchsiengesellschaft. Diese Gesellschaft ist mir bis dahin völlig unbekannt. Dabei hat sie extra eine Halle eingerichtet, die all den Fuchsien dieser Welt gewidmet ist. Die Geschichte ist an ein norwegisches Lied angelehnt, die ganze Dekoration ist in Fuchsienrot. Dass es einen Herrn Fuchs gibt, dem zu Ehren die Fuchsie Fuchsie heißt, geschenkt. Das wissen wohl nur Biologen, die in Tübingen studiert haben. Leonhart Fuchs zu Ehren
Buga23 in Mannheim. Nein, das Bähnchen haben wir nicht geschafft. Grund siehe oben.
Auf den oberen Stühlen kann man sich eine Dusche abholen, auf den unteren eine Predigt. Und von den Zwiebeln hab ich jetzt welche, Wildtulpen und Hasenglöckchen. Ob die Wühlmäuse die wohl auch fressen?
Früher habe ich immer behauptet, ein ordentliches Leben sei nur im Sendebereich des Südwestfunks möglich. Heute weiß ich, dass das so ist.
Eigentlich ist mein Sender SWR 3.
In der Jugend lebten wir im Sendebereich des Süddeutschen Rundfunks. Grausam für einen jungen Menschen, glauben Sie mir. Meine Cousinen erzählten mir vom Sender SWF 3 und der Musik da. Ich kannte nichts. Mein Ausweiche war der amerikanische Soldatensender AFN. Eine solide Kenntnis der Countysongwelt ist die Folge. Ich war selig, als ich dann im Sendebereich des Senders aus Baden Baden studierte.
Zwar wurde ich fast jeden Morgen vom dauernd interviewbereiten Möllemann geweckt, aber auch daran gewöhnt man sich.
Musik war ein hohes Gut, es gab gerade mal Kassettenrekorder, man muss vor dem Radio sitzen und aufpassen wie ein Luchs, wenn man Anfang und Ende eines Stückes bekommen wollte. Platten waren teuer, bespielte Kassetten kosteten gleich viel.
Nach ein paar Jahren in Norddeutschland entspannte sich die Lage. Es gab ja jetzt CDs. Der Radiosender war nur halbgut und bis auf Dietmar Wischmeyer mit dem kleinen Tierfreund nur halblustig.Zum Gucken.
Und jetzt bin ich in Baden Baden im Ort meines Lieblingssenders. Man hat ihn in der Zwischenzeit mit dem Süddeutschen Rundfunk zusammengelegt zum SWR. Dem Sender hat es etwas die Frechheit genommen.
Die Moderatoren lästern immer ein bisschen über die Provinzialität des Ortes. Aber wenn man schaut, findet man schon Frivoles.
Und auf dem Merkurberg steht die Sendeanlage, die die Musik hinausschickt. Naja, die Wellen eben, die im Radio wieder zu Musik werden.Die Aussicht ist atemberaubend, viele dunkle Wälder und auf der anderen Seite geht der Blick bis zu den Vogesen. Und zu des Turmes Füssen liegen Quader alle Gesteinsarten des Schwarzwaldes.
Einen Huckel weiter steht die Burg Hohenbaden.
Auf den Turm zu kommen geht nur mir einer Riesenkrabbelei, aber dann: Aussicht Aussicht Aussicht.
Beim Runterfahren kommt man am Pädagogium vorbei, einer ziemlich bekannten Privatschule. Früher gab es da immer Lehrerstellen, auch in schlechten Zeiten.
Los geht’s mit der Innenstadt.
Noch eine kleine Zugabe.
Ein zauberhafter Film über eine Dampferfahrt in Dresden. Ein Ausbruch aus der Tristesse der DDR, für einen Tag. Danke, liebe @elbwiese für den Hinweis.