Sandsteinliebe

Die Wüstenbesoffenheit lässt nicht nach. Auf 3sat kam der Spielfilm Lawrence of Arabia.
Die Wüstenszenen wurden fast alle im Wadi Rum in Jordanien gedreht. Ich habe das Gefühl, jeden Berg zu kennen. Lustig war, dass zwar Kairo gemeint war, aber alles sehr nach Sevilla aussah.
Dann kam noch Mitten in der Nacht ‚Die Farben der Wüsten: Das rosa Wadi Rum.‘ In der Mediathek habe ich ihn nicht gefunden.
Der Flug im Heißluftballon über die Wüste macht so ergriffen.
Übrigens: Jordanien ist toll.

Petra ist ein unglaublicher Platz, halb Totenstadt, halb Grand Canyon. Und man geht kilometerlang zwischen hohen Felsen bis man dort ist. Eine sehr versteckte Stadt war das. Jahrhundertelang lebten Beduinen in den Grabhöhlen, jetzt haben sie Häuschen oberhalb.
Die Dekorationen für die Grabhöhlen wurden aus dem Fels gehauen und sehen aus wie griechische Tempel. Dahinter ist meist nur ein kleines oder größeres Loch. An der Schatzkiste, dem größten Tor, sind leider einige Einschüsse. Man glaubte, in den Amphoren sei Gold versteckt.
Bisher wurde nur ein Teil von Petra ausgegraben. Von der ehemaligen Stadt ist wenig zu sehen, es gibt aber ein paar Händler und eine Teestube, bei der man das Gefühl hat, in einem riesigen Amphitheater aus behauenen Felswänden zu sitzen. Das Amphitheater gibt es tatsächlich. Es wurde aus dem Fels gehauen und irgendwann vergrößert. Das erkennt man daran, dass nur noch die Grabnischen da sind und kein dekorativer Vorbau.

Ach ja, ich habe eine Influencerin im Wuschelrock gesehen. Ich weiß nicht, wer es ist. Doch hat sie sich überall selbst gefilmt und hat dazu gesprochen. Ich nehme also an, dass sie eine ist.

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Kultur und Driss

Landtagswahlen stehen an in Baden Württemberg und Rheinland Pfalz.
Die Umfrage zeigen, dass die AfD um die 20 % haben wird. Ich kenne sogar Leute, die das tun werden, die Demokratieverächter wählen. Nein, argumentativ sind sie nicht zugänglich.
So freue ich mich halt sehr über Gregor Gysi in einem Artikel im Spiegel, hier im Archiv

Gysi: Im Augenblick haben wir eine völlig neue Kultur im Bundestag. Das liegt an der AfD. Es gibt eine Gaststätte in der Parlamentarischen Gesellschaft, ein Treffpunkt der Abgeordneten in Berlin. Die ist unten im Keller. Und da gibt es zwei Räume, einen größeren und einen kleineren. Ich bin vielleicht drei-, viermal im Jahr da. In dem einen Raum sitzen nur CDU, CSU, früher FDP, Grüne, SPD und Linke. In dem anderen die AfD. Und keiner von der AfD würde je in dem anderen Raum sitzen. Und niemand, nicht einmal von der CSU – zumindest bis jetzt nicht – würde jemals in den AfD-Raum gehen.

Seit einer geraumen Weile habe ich das Gefühl, es greifen Finger nach mir. Aus allen Richtungen zieht und zupft es und jeder will was. Es kommt mir vor wie wenn man in die Hand der Händler vor den Pyramiden in Gizeh gefallen ist. Man will nur noch entkommen.
Und dabei sitze ich bloß vor meinem iPad und versuche, Dinge zu schreiben und Dinge zu regeln. Mein geliebtes einfaches Keynotes von Apple zum Herstellen von Präsentationen fängt jetzt auch schon an. Überall die kleinen Icons, die mir anbieten die KI zu benutzen und gleich meine anderen Apple Programme mit drin. Nein, ich will mir nicht helfen lassen. Sogar die Suchmaschinen werden schon lästig. Wirke ich so bedürftig?

Eine Nummer gestern Abend in der Karnevalssitzung bestand daraus, nur die Antworten von ChatGPT auf ganz normale Fragen vorzulesen. Ich habe Tränen gelacht. Leider erinnere ich mich an keine Antwort mehr. Lachamnesie.
Jasmin schriebt mir aus der Seele
Und Frau Kaltmamsell klingt ebenfalls sehr genervt. Sie wollte nur leere Zeilen einfügen.

Lasst uns einfach in Ruhe mit dem ganzen Driss*.

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So sagt man hier.

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So geht es auch
Babyflamingo

Brennend heißer Wüstensand

Was essen Beduinen?
Schaffleisch, Schafsmilch, Kamelmilch und das Fleisch der jungen Kamele. Alte schmecken nicht mehr.
Mittlerweile wohnen sie nicht mehr in den Zelten. Die Regierung hat ihnen kleine würfelförmige Häuschen geschenkt und bezahlt Storm und Wasser. Einen Arzt gibt es auch und Schulen. Der Besuch kostet nichts und die Kinder bekommen dort zwei Mahlzeiten.
Sie haben immer hoch Kamele mit denen sie in die Wüste ziehen, zwei Stunden sind das vom Dorf bis zur romanischen Stelle am Fels. Die Menschen kommen aus fernen Ländern und lassen sich mit dem Geländewagen über die Sandpiste dorthin fahren. Die Autos haben nur das Nötigste. Auf der Pritsche hinten sind ein paar Bretter angeschraubt, darauf liegen gewebte Sitzkissen in ihren eigenen Farben.
Das Leben ist viel besser jetzt, sagen sie. So leben sie auch von den Dingen, die sie an die Touristen verkaufen. Große Tücher sind das, Seife aus Kamelmilch, Schmuck und Weihrauch.
Früher kam halt noch der Verdienst hinzu von all den Dingen, die man so über die Grenze bringen konnte. Jetzt ist die Grenze dort dicht und man schießt auf alle, die ohne Pass hinüber wollen.
Man spricht von Drogen, Waffen und Alkohol. Das erzählen sie selbst aber nicht.
In den Schulen wird Englisch gelehrt. Das brauchen sie auch, ihre Zukunft liegt im Tourismus. Wir wohnen in den runde Zelten in den Camps, sie selbst außerhalb der Wüste.
Ihre Zelte bleiben stehen, ganz versteckt. Sobald Schulferien sind, zieht die Familie wieder für ein paar Tage ins Zelt.
Die Sehnsucht des einen ist das Leben des anderen.

(Auf dem 6.Bild sind ein paar Beduinenzelte versteckt)