Joachim und Sonnenblumen

Wer hat wohl heute Geburtstag?
Joachim Ringelnatz würde heute 143 Jahre alt. Er heißt weder Joachim noch Ringelnatz, aber das ist auch egal.
Er hatte ein wildes und ein schweres Leben.

Als Quintaner leistete sich Ringelnatz einen Streich zu viel: Während der Pause verließ er das Schulgelände des König-Albert-Gymnasiums, ging zu einer Völkerschau im neben der Schule gelegenen Zoo und ließ sich von einer Samoanerin auf den Unterarm tätowieren. In der Schule gab er überdies noch gegenüber seinem Lehrer mit dem Vorfall an. Die Reaktion war der Verweis vom Gymnasium. Es folgten Jahre auf einer Privat-Realschule. 1901 beendete Ringelnatz seine auch dort wenig erfolgreiche Schulzeit mit dem Einjährigen-Freiwilligen-Examen (Obersekundareife). Auf dem Abgangszeugnis des zweimaligen Sitzenbleibers vermerkte ein Lehrer, der Absolvent sei „ein Schulrüpel ersten Ranges“ gewesen.

Wäre ich in einer Schule gewesen gegenüber einem Zoo, wäre mein Leben auch anders verlaufen. Ich verstehe ihn so gut.
(Kleiner Sidecick über @Kuchenschwarte: Von der Schule nach Hause mit Rutsche)

Vielleicht lag es auch daran:

„Ich bin überzeugt, dass mein Gesicht mein Schicksal bestimmt. Hätte ich ein anderes Gesicht, wäre mein Leben ganz anders, jedenfalls ruhiger verlaufen.“

Ich jedenfalls liebe seine Gedichte. Das Motto meines Blogs ist von ihm.
Überall ist Wunderland, überall ist Leben.“

Das Gedicht dazu hab ich in Wunder schon mal aufgeschrieben, und ein paar andere auch. Zwiebelchen

Noch was Versöhnliches habe ich anzubieten.

An meinen Lehrer“

Ich war nicht einer deiner guten Jungen.
An meinem Jugendtrotz ist mancher Rat
Und manches wohlgedachte Wort zersprungen.
Nun sieht der Mann, was einst der Knabe tat.

Doch hast du, alter Meister, nicht vergebens
An meinem Bau geformt und dich gemüht.
Du hast die besten Werte meines Lebens
Mit heißen Worten mir ins Herz geglüht.

Verzeih, wenn ich das Alte nicht bereue.
Ich will mich heut wie einst vor dir nicht bücken.
Doch möcht ich dir für deine Lehrertreue
nur einmal dankbar, stumm die Hände drücken.

Mein Lehrerherzchen hüpft ein bisschen.

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Am Wochenende gab es eine wunderbare Sommerparty, Geburtstag wurde gefeiert. Und ich saß neben einer Verwandten der Gastgeberin. Sie ist im Osten aufgewachsen, hat an den Demonstrationen in Leipzig und Berlin teilgenommen. Es waren so viele, sagte sie, die diese Land nicht mehr wollten. Es war kein Leben, meinte sie, eng und überwacht. Sie hat sich so gefreut, als die Mauer fiel. Und ist gleich in den Westen und hat ein neues Leben aufgebaut. Sie hatte Mut und es ist gelungen.
Was so viele im Osten antreibt, extrem rechts zu wählen, habe ich sie gefragt.
Das sind die, die ihr Leben nicht in die Hand nehmen, die immer noch darauf warten, dass andere es für sie tun, meinte sie.
Und warum sind das fast nur Männer, obwohl die doch angeblich so viel tatkräftiger sind als Frauen?
Wir kamen auf keine passende Erklärung. Dass wir aber fast nur Frauen aus dem Osten kennen, die im Westen leben, bleibt weiterhin verwunderlich.

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Ansonsten haben wir Glück mit dem Garten. Die schattigen Bereiche sind Gold wert, das Gras bleibt am Leben. Was wachsen will, bleibt auch am Leben in diesem Jahr. Die Nachtkerzen haben sich selbst ausgesät im Rosengärtchen. Jetzt bleiben sie halt da stehen. Der Blutweiderich hält sich ungemein tapfer, er hat aber auch den Teich gleich daneben. Auf der Blumenwiese kommen die Sonnenblumen und sie stehen prächtig da. Dass es geregnet hat, hat ihnen vermutlich das Leben gerettet. Ach ja, wer hat sich bloß diesen Sommer gewünscht?

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The world is a circus and people love a clown
Rheinland Pfalz, das Retortenbaby Teil 1
Teil 2
Tisch
Guido💕
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Hups!
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Freude!
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Modern Essen
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Walk like an…
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Scheidung in Bayern
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So schön wie es ist

Lieblingsposts im Juli 26

Ein heißer Monat, sowohl politisch als auch wettermäßig. Wer hätte es gedacht, dass Herr Spahn mal das Handtuch wirf und wir eine Kabinettsumbildung bekommen, bei der Frau Reiche übrig bleibt. An sie hatte ich als erstes gedacht.
Aber nun, der CDU reicht es, ganz besonders der CDU in Rheinland Pfalz. Der Verkehrsminister aus der Eifel wurde ganz unwürdig entsorgt.
Vielleicht packt die Partei mal ihren Vorsitzenden und schüttelt ihn ne Runde durch.
Ach ja, ich will nicht jammern, viel Spass mit Posts des Monats Juli.

Nachschub 😊

Herauf, Zaster und Wedele

Jetzt noch Gießen und Bügeln, dann ist der Tag gelaufen. Heute habe ich viel Bürozeugs erledigt, morgen geht es weiter.
Bei Mastodon ist die Diskussion aufgebrochen, was nun ‚Heraufschauen’ bedeutet. Es gibt da tägliche Fotos zu einem bestimmten Thema. Man durchsucht sein Archiv und wenn man was Passendes findet, schickt man es los. So gibt es bei #Fotovorschlag jeden Tag ab 8 Uhr ein wildes Gemisch aus Fotos zu einem Thema. Bei dem oben genannten Thema war es besonders wild. Heißt jetzt ‘Heraufschauen‘, man schaut von unten nach oben? Oder etwa einer schaut zu mir rauf? Hinaufschauen, herabschauen, ja. Aber herauf?
Jedenfalls hatten die Bildeinsender auch ihre Schwierigkeiten. Ich gebrauche das Wort nie. Raufgucken, draufgucken.
’Nuff‘ sagt man auch im Schwäbischen, und Ruff. Hier aus dem Schwäbischen Oberland
eine Erläuterung möglicher Richtungen.

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Frauen in der Wissenschaft, eines meiner liebsten Themen. Über lange Zeit gingen sie im Mittelbau unter, sehr selten bekamen sie Ruhm, Ehre und Professuren. Wenn dann mal eine Frau was Exzellentes leistet und gehört wird, muss man es hinausschreien.
Eine 99-jährige Mathematikerin löst Problem des Knotens aus vier Schnüren.

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Es gibt neues Geld. Die ziemlich langweiligen Architekturpröbchen auf den Euro-Scheinen sollen weg und es kommen Vögel oder Gesichter. Ich mag ja lieber Vögel. Gesichter auf Geldscheinen irritieren mich. Sie gucken immer so vorwurfsvoll.
Neue Banknoten: Vögel oder Gesichter? Hier kann man sie sich ansehen und abstimmen.

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Seit Tagen habe ich einen Ohrwurm, ein altes Kinderlied. Meine Mutter sang uns das immer vor. Ich hoffe, ich werde es los, wenn ich es hier in das Blog banne.

Bairische Version

Auf Elsässisch.

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Tacheles
Glück aus dem Ofen
Glück auf der Bank
Glück im Ring
Glück im Pool
You are not alone
Puls
Für Tage mit Wut
3 in 1
Mit Stil und Lächeln
Nachdenken über Österreich
Tunnelbaugeheimnis
Wäre er mal Sänger geblieben
Soll toller gewesen sein als heute