DIN A4 und Mimosen

297 mm x 210 mm: Wer denkt sich so was aus?
Wer ein DIN-A4-Blatt abmisst, erhält ziemlich krumme Zahlen. Es ist 297 mm lang und 210 mm breit – wer denkt sich so was aus? Warum genau diese Längen? Und warum genau dieses Seitenformat? Warum sind die Papierbögen nicht etwas breiter oder etwas länger?

Über den SWR kam ich zur Erfindung von DIN A 4
Dass dafür der ChemikerWilhelm Ostwald zuständig war, verblüfft mich.
Und dass der selbe Herr Ostwald das Verdünnungsgesetz aufstellte, die Stufenregel und das Ostwald-Verfahren zur Salpetersäureherstellung entwickelte, haut mich um. Und den Nobelpreis hat er auch bekommen für seine Katalyseforschung.
Was für ein genialer Mensch! Und welcher Segen für mich heute, dass ich das einfach googeln kann.
In der Chemie haben Verfahren einfach nur Namen, aber keine Gesichter. Jetzt schon.
Jedenfalls geht es darum, dass die Seitenverhältnisse der Papierbögen so sein müssen, wenn man die Proportionen erhalten will beim Falten.
Das Verhältnis muss dann 1 zu √2 – also ungefähr 1:1,41 sein. Mit einem Quadratmeter Papier beginnt man, 1189 mm lang und 841 mm breit.
So, wäre das auch geklärt.

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Mimosen begleiten mich schon lange. Im Studium ging es um die Beweglichkeit der Blätter mancher Mimosenarten. Stupst man sie, so klappen sie weg. Sie haben Reflexe, wie man das sonst nur von Tieren kennt. Schnell und zum Schutz vor Fressfeinen, pumpen sie Kaliumionen durch Membranen, und Wasser folgt dann. Die Blattgelenke und somit das Blatt klappen um und die Pflanze sieht aus wie tot.Video
Wikipedia
An der niederländischen Grenze, eine Weile lebten wir da, war man blumentechnisch immer abgedeckt. Es gab das Jahr über alles, Tulpen im allen Formen und Farben, Alpenveilchen mit fetzigen Blüten, Primeln in allen Variationen und eben Mimosen. Das waren die ersten im Jahr. Wie sie schon rochen! So verheißungsvoll und zartgelb war niemand im Januar.
Ich habe eine Weile gebraucht um festzustellen, dass sie ja nur unter dem Deckmantel Mimosen laufen aber eigentlich Akazien sind. Aber sei‘s drum. Sie sind so schön! Hier gibt es leider keine, sind keine Holländer da.
Dafür habe ich aber Christjan. Sie lebt und schreibt in Cannes und postet mit großer Zuverlässigkeit in jedem Jahr die Mimosenblüte an der Côte Azur. In diesem Jahr war sie sogar in einer Mimosenpflegestation, einer Forcerie. Dort bringt man Mimosen gezielt zur Blüte.

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Engelchen
Entzaubern
Dancing in the rain
Ja, das finde ich witzig

Klar und Grinsen

Vermutlich bin ich die Letzte, die gemerkt hat, dass der True Crime Podcast der Bayrischen Rundfunks Anstoß erregt hat. Beim Bügeln und anderen, mir kein Vergnügen bereitenden Tätigkeiten, höre ich gerne Kriminelles. Es soll aber nicht so blutig sein, die Distanz muss gewahrt bleiben. Sie verstehen: ich muss ja weiter bügeln. Und es soll spritzig und witzige gemacht sein. Jaja, Alexander Stevens ist eitel und Jaqueline Bell rotzfrech, aber genau das macht es aus. Die Rollen sprechen Schauspieler, die Geschichten sind kleine Hörspiele.
Der Podcast entspricht meinen Vorstellungen. Oder besser, entsprach. Seit letztem Sommer gab es kein Update, jetzt schon. Und ich bin enttäuscht. Zwei junge Damen haben sich der Sache angenommen. Sagen wir mal so, spritzig und witzig ist es nicht mehr. Aber man hat wohl dem Druck des Volkes nachgegeben.
Wenn Sie nachhören wollen: Hier sind alle alten Staffeln.
Die können doch nicht aufgeben, dachte ich. Nein, tun sie nicht. Ihr Podcast heißt jetzt True Crime 187.
Habe die erste Folge durchgebügelt: gruselig.

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Wir brauchen Klarnamenpflicht im Internet! Wirklich?
Hier sind einige Argumente dagegen.
Die Auflistung vom 16 Beispielen

Du heißt Fatima, hast aber keine Lust immer gleich als Muslima aufzutreten. Du hast wegen deines Namens schon häufiger Diskriminierung erfahren, hast bei Jobs trotz guter Zeugnisse Ablehnungen erfahren und möchtest nicht, dass das auch noch online passiert. Dein Pseudonym macht dich frei, bis die Gesellschaft endlich soweit ist, dass Rassismus keine Rolle mehr spielt.

Du hast eine äußerlich nicht sichtbare Behinderung. Das Thema bewegt dich, es geht um deine Gesundheit. Im Netz findest du einen Ort, wo du jede Menge Menschen mit der gleichen Behinderung treffen kannst. Es tut gut, sich auszutauschen. Dein Pseudonym schützt dich davor, dass deine Nachbarn und die ganze Welt deine ganz private Krankheit googlen können.

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Wenn ich Amerikanisches Grinsen sage, wissen Sie vermutlich, was ich meine. Die KI kommt ja da her und verarbeitet Bilder so, wie sie es eingespeichert bekommen hat. So werden Gruppenaufnahmen sehr skurril.
Soldaten grinsen, Indigene grinsen.
Dieses Lächeln gibt es nicht im russischen Kulturkreis. Wer da lächelt, ist ein Idiot. Freundlichkeit zeigt sich da anders.
Warum lächeln Russen nicht?

Der Alltag war sehr anstrengend und der ständige Kampf gegen die raue Natur beim Anbau von Nahrungsmitteln zu Überlebenszwecken hat womöglich zu der Überzeugung geführt: Leben ist keine Freude, sondern Leiden. Leute, die oft lächeln, provozieren damit die mürrischen Mitmenschen. Es steckt also Missgunst dahinter: Du wagst es glücklich zu sein? Ich leide und du sollst auch leiden. „Wir Russen sind nicht wie Italiener für Dolce Vita gemacht“, fügt Nadja hinzu.

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Be kind
Tänzchen?
Post ist da
Ja genau
Und jetzt auf Englisch

Sandsteinliebe

Die Wüstenbesoffenheit lässt nicht nach. Auf 3sat kam der Spielfilm Lawrence of Arabia.
Die Wüstenszenen wurden fast alle im Wadi Rum in Jordanien gedreht. Ich habe das Gefühl, jeden Berg zu kennen. Lustig war, dass zwar Kairo gemeint war, aber alles sehr nach Sevilla aussah.
Dann kam noch Mitten in der Nacht ‚Die Farben der Wüsten: Das rosa Wadi Rum.‘ In der Mediathek habe ich ihn nicht gefunden.
Der Flug im Heißluftballon über die Wüste macht so ergriffen.
Übrigens: Jordanien ist toll.

Petra ist ein unglaublicher Platz, halb Totenstadt, halb Grand Canyon. Und man geht kilometerlang zwischen hohen Felsen bis man dort ist. Eine sehr versteckte Stadt war das. Jahrhundertelang lebten Beduinen in den Grabhöhlen, jetzt haben sie Häuschen oberhalb.
Die Dekorationen für die Grabhöhlen wurden aus dem Fels gehauen und sehen aus wie griechische Tempel. Dahinter ist meist nur ein kleines oder größeres Loch. An der Schatzkiste, dem größten Tor, sind leider einige Einschüsse. Man glaubte, in den Amphoren sei Gold versteckt.
Bisher wurde nur ein Teil von Petra ausgegraben. Von der ehemaligen Stadt ist wenig zu sehen, es gibt aber ein paar Händler und eine Teestube, bei der man das Gefühl hat, in einem riesigen Amphitheater aus behauenen Felswänden zu sitzen. Das Amphitheater gibt es tatsächlich. Es wurde aus dem Fels gehauen und irgendwann vergrößert. Das erkennt man daran, dass nur noch die Grabnischen da sind und kein dekorativer Vorbau.

Ach ja, ich habe eine Influencerin im Wuschelrock gesehen. Ich weiß nicht, wer es ist. Doch hat sie sich überall selbst gefilmt und hat dazu gesprochen. Ich nehme also an, dass sie eine ist.

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