Linkerei im Dezember

Ein bißchen was an Links hat sich hier angesammelt.

Das Frauenwahlrecht gibt es in Deutschland nunmehr seit 100 Jahren. Und doch vergisst man immer wieder, Frauen explizite zu nennen. Sind ja mit gemeint. Netter Versuch. Durchgegenderte Sprache finde ich vor allem in geschriebenen Texten nervig. Aber was hindert mich, einfach zu sagen „Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen“? Nichts. Als ob man mit der gewonnen Zeit was anfangen könnte. Jedenfalls kommen Frauen in der Geschichtsschreibung kaum vor, so als ob es keine mutigen herausragenden Frauen gäbe. Als Kind wusste ich schon, dass es etwas Besonderes war, wenn eine Frau Staatschefin war. Golda Meir, Indira Gandhi und Sirimamavo Bandaraneike standen für Israel, Indien und Ceylon, und auch dafür, dass es geht, Macht und Einfluss zu haben als Frau. Hier werden Frauen vorgestellt, die man vielleicht nicht kennt, aber dann nicht so schnell vergisst.

Badass Woman

In Andalusien  sind mir barocke Skulpturen in Kirchen aufgefallen, die so ganz anders waren, als die gerne leidenden spanischen Marias. Sie hatten vollere Haare, einen Hüftschwung und sie stillten das Jesuskind. Hinter all dem Leben steckt eine Bildhauerin namens Luisa Roldán, La Roldana.

Vor Weihnachten ist die schlummste Zeit in der Schule. Die Tage sind so kurz, dass man im Dunkeln hingeht und am Abend im Dunkeln wieder heim kommt. Und dann geht es weiter am Schreibtisch. Die Korrekturen sind nur am Wochenende zu stemmen. Wer einen Lehrer im Haushalt beherbergt, weiß, dass man sie oder ihn kaum noch sieht, und wenn er doch erscheint, dann faselt er dummes Zeug. Bitte störe meine Kreise nicht, steht dann auf der Lehrerstirn. Auch mir altem Zirkuspferd geht es so, es ist schwer mit mir auszukommen im Advent. Nun, um all die Spannungen los zu werden, hilft das Fitnesstudio und sowas hier. Ich war sehr fasziniert davon, wie entspannend das Zugucken beim Rummatschen sein kann. Und es ist so sinnfrei, dass es herrlich gut tut.

Mögen Sie noch einen? Mit Lippenstiften?

 

Wenn wir schon beim Dreck sind, können wir auch gleich Kohle auf Shirts drucken. Das machen die von 

Grubenhelden

 

 

Eine seltsame Sache habe ich noch erlebt. Vor einigen Jahren haben wir ein paar Tage in Jerez verbracht, in einem sehr schönen Hotel direkt bei der Hofreitschule und bei Sandeman, dem Sherryproduzenten. Ich habe es nicht mehr gefunden, so sehr ich gesucht habe. Bis ich darauf stieß:

Twitterlieblinge im November 11/18

So ein voller Monat!

Habe es geschafft, krank und nur mit Hilfe von Medikamenten jeden Tag in die Schule zu gehen um dort Kollegen zu vertreten, die nicht genug Ibuprofen zuhause haben. Ja, ich bin doof. Ansonsten war der Monat prall voll mit Arbeit, mit politischen Ereignissen und einer Kurzreise. Dort haben wir Humus gegessen mit einem so zauberhaften Fräulein, dass es eine wahre Freude war. Nun kenne ich Fräulein readon persönlich, sie ist so warmherzig und tiefgründig, so interessiert und belesen, wie man es sich nur vorstellen kann. 

Dann gibt es noch die Tweets. Wie immer, kann ich mich nicht beschränken. Sie spiegeln halt das wieder, was so in meinem Kopf rumspukt. Viel Spass damit! 

Anne hat mehr.

Doñana zwo

Wenn man nun am Guadalquivir nahe den Vögeln und dem anderen Getier sein will, so hat man mehrere Möglichkeiten der Unterkunft. Direkt an der Küste gibt es den Ort Matalascañas, eines dieser spanischen Dörfern, die fast nur aus Zweitwohnsitzen bestehen. Und in deren Häusern im Herbst am Abend kaum ein Licht brennt. Man kann im Parador übernachten, der direkt über den weißen Sandsteinfelsen liegt. Ein Sonnenuntergang ist schöner als der andere. Oder man zieht die Tradition vor und man sucht sich ein kleines Hotel in dem Ort, in dem das andalusische Herz wild und laut schlägt. Das Dorf El Rocío besteht im Großen und Ganzen aus staubigen Strasse, Pferden, einer Menge kleiner Häuschen und einer Wallfahrtskirche. An Pfingsten brennt da die Hütte: ganz Andalusien reist an auf Pferdewagen und in Pünktchenkleidung. Es gibt Bruderschaften, die nur zu diesem Zwecke im Dorf ein Haus unterhalten. Am Tag der Tage stehen die stärksten Männer am Metallzaun in der Kirchen und warten darauf, drüber klettern zu dürfen. Dann geht der Kampf um die Madonna los. Sie wird auf den Sandplatz vor der Kathedrale getragen und von Bruderschaft umkämpft. Aber eigentlich darf jeder sie mal tragen. Dann ist das Fest zu Ende und alle reisen wieder heim. Der Rest der Jahres besteht der Ort aus Staub, Souvenirläden und Vogelkundlern, die mit ihren Spektiven, also den Ornithologenferngläsern, in der Lagune direkt am Dorf einiges zu besichtigen haben. Obwohl der Sommer ausgesprochen trocken war, gab es Reiher in verschiedenen Ausprägungen, Seidenreiher, Kuhreiher, Silbereiher, Löffelreiher. Wir sind ja zufrieden, die Tiere beobachten zu können. Ein Profi mit entsprechender Ausrüstung muss hier in  einen Vogelrausch verfallen. Von den Terrassen der kleines Hotels kann man direkt die Flamingos beobachten. Naja, wir haben sie am Horizont gesehen. Eine junge Frau aus einem Andenkenladen fragte, woher wir kommen. Ja, nach Deutschland, da würde sie gerne gehen. Und was mit Pferden machen, ihr Traum sei das. Wir machen hier alle was mit Pferden. Also, wenn jemand einen Platz für eine junge Frau hat, die nicht mehr auf einen staubigen Kathedralenvorhof schauen will, der fragt nach in El Rocío.

Beim ausführlichen Kampf um die Madonna kann man schon sehen, was wichtig ist in Andalusien. Ab 1:00:00 wird es so richtig spannend.