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Frau Brüllen will es wieder wissen, was wir so gemacht haben am 5. des Monats.

Ich warne Sie: es wird sehr sehr langweilig.
Es ist ja Sonntag und man kann ausschlafen. Muss ausschlafen, weil die Nacht eine schmerzensreiche war. Beine, Hüfte, Schulter. Bis ich mich dann zu einer Schmerztablette durchringen konnte, ist es vier Uhr.
Heute Morgen stelle ich fest, dass ich nicht der einzige Wanderer war. Herr croco war ab fünf unterwegs. So gibt es erst um zehn Uhr Frühstück. Eine Tasse Kaffee, zwei Löffel Müsli und eine Banane. Dann bekommen die Arbeiten auf dem Schreibtisch meine Zuwendung. Meist schaffe ich es, vor Weihnachten alles zu korrigieren. Dieses Jahr ist es übelst aufgelaufen. Es ist bald Notenabgabe und in zwei Wochen liegen die Abiturarbeiten auf dem Tisch.
Die Konzentration lässt nach mit der Zeit. So passt die Vorbereitung für das Mittagessen gut rein. Curryhuhn mit Kokosmilch, Pak Choi und Reis. Zum Nachtisch gibt es frische Himbeeren mit Jogurt. Ich weiß, sie sind weit geflogen. Und doch genieße ich sie.
Dann ein kurzes Nickerchen und es geht wieder an den Schreibtisch. Um halb fünf gibt es Tee, Hefezopf und Marmelade. Dann wieder Schreibtisch. Was ich da lese, ist anstrengend. Mittelstufenarbeiten mit vielen Fachbegriffen. Die Schüler sollen wissen, was auf sie zu kommt, wenn sie Biologie wählen in der Oberstufe. Die meisten kamen so einigermaßen zurecht. Nur eine Fünf, da wurde aber sowas von gar nicht gelernt. Zwei glatte Einsen sind auch schön.
Ein Geburtstagsanruf, ein Anruf bei der Mutter, dann Abendessen. Orange und Apfel mit Jogurt für mich, Käse, Salami, Tomaten und Brot bei Herrn Croco.
Die Nachrichten sind auf der Festplatte. Die schauen wir jetzt. Wir streamen sie nicht, weil das Vor und Zurück da nicht so gut geht. Ja, wir gucken immer ganz genau. Mir ist das alles sonst viel zu schnell. Dann diskutieren wir ein bißchen über die Tageslage.
Eigentlich wollte ich noch korrigieren. Doch der Kopf steht auf doof. So bleibt Shopping queen für Promis. Die Damen waren mir nicht bekannt, sie schlugen sich wacker. Genau nach diesen banalen Dialogen ist mir heute. Als ich mich erholt habe, geht es zu Arte und den Pariser Cabaretts.
Tanz und Showgirl war damals der einzige Beruf, der ein ordentliches Einkommen plus Unabhängigkeit bot. Was bin ich froh, dass ich heute von meiner Arbeit
leben kann, und nicht tanzen muss.
Nebenher schreibe ich noch den Tag auf, für Frau Brüllen.

Twitterlieblinge im Dezember 2019

Jetzt sehen Sie mal wieder, was ich so witzig finde im Dezember. Weihnachten ist ja jedes Jahr und doch gibt es immer wieder neue Aspekte. Greta ist neu und die ganze Welt beschäftigt sich mit ihr. Der Kinderchor beschäftigt nur Deutschland. Seit ein paar Jahren ist ein Teil der Bevölkerung immer im Empörungsmodus. Und ist er es gerade nicht, sucht er sich einfach den nächsten Auslöser. Haben die denn nichts zu tun?
Für einen Empörungsfall ist folgendes zu beachten:
1. Tief ein-und ausatmen.
2. Dann kurz darüber nachdenken, ob das ganze Zeugs den hohen Blutdruck wert ist oder überhaupt relevant für Ihr Leben ist.
3. Wenn nicht, dann runterkommen und weiter atmen.
4. Schwupps: Empörung weg.

Bei Anne gibt es mehr.

Bei Anne gibt es mehr

Das war 2019

Einen Bogen zum Jahresende? Noch nie habe ich sowas ausgefüllt. Und jetzt habe ich mir von Frau Kaltmamsell einen geklaut.

Zugenommen oder abgenommen?
Abgenommen. Weil mir mein Rettungsring nicht so gefällt.

Haare länger oder kürzer?
Kürzer: von Vokuhila zu Volahiku.
(Vorne kurz, hinten lang zu vorne lang, hinten kurz)

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Auf dem kurzsichtigeren Auge weniger, auf dem weniger kurzsichtigen Auge mehr Dioptrien.

Mehr bewegt oder weniger?
Mehr, wenn man von den Phasen der Hüftschmerzen absieht. Die werden aber bei Ausdauerdingens besser. Also dann.

Mehr Kohle oder weniger?
Mehr. Gehaltserhöhung bei Beamten in Rheinland Pfalz. Wegen ganz weit zurück gegenüber anderen Bundesländern.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Das weiß ich nicht.

Der hirnrissigste Plan?
Da ich per Beschluss in den Tag hinein lebe, erübrigen sich Pläne.

Die gefährlichste Unternehmung?
Eher ärgerlich. Einen Flug über Thomas Cooks Tochter buchen.

Die teuerste Anschaffung?
Ein neues Handy, das alte schwächelte. Und bevor ich keine Daten mehr holen kann, habe ich mich durchgerungen.

Das leckerste Essen?
Bei einem Fest in München.

Das beeindruckendste Buch?
Ich alter Buchausleser bin mutiert zu einem Buchanleser. Meine drei Büchertischchen an der Couch sind voller angelesener Exemplare.

Das enttäuschendste Buch?
Siehe oben. Ich weiß bei keinem, wie es endet.

Der ergreifendste Film?
Systemsprenger. Weil ich solche Kinder kenne und immer immer so hilflos war wie die Menschen in diesem Film.

Die beste Musik?
Die Musik zum Feuerwerk bei Rhein in Flammen.

Das beste Theater?
Dieses Jahr war ich nur ein mal Theater trotz eines solchen Vorsatzes im letzten Jahr. Ich hatte früher solche Freude daran. Aber Köln wird immer noch umgebaut und in Bonn gab es nichts was mich ansprach.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Sorgen machen um Mutter und Schwiegermutter und Schwester.
Und dann noch mit korrigieren und unterrichten.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Alles mit Herrn croco. Da er kaum Zeit hatte, dann halt mit Freundinnen zum Sport und Sprache lernen. Ich habe festgestellt, dass es mich antreibt, wenn ich mit jemanden zusammen was machen kann.
Und bei einem Fest, bei dem ich Menschen kennen lernen durfte, die ich schon kannte. Verrückt, nicht?

Vorherrschendes Gefühl 2019?
Meine Welt bricht weg. Und ich bin nicht verantwortlich dafür. Das hat sich geändert gegenüber früher. Ich dachte immer, ich muss mitretten.

2019 zum ersten Mal getan?
Im Kopf der Bavaria gesessen. Und eine Hippiekommune besucht.

2019 nach langer Zeit wieder getan?
So vieles, da ich mir vorgenommen habe, immer ja zu sagen, wenn etwas Neues auf mich zukommt.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Auf all die Schreckensnachrichten. Und die Beerdigungen. Und die Hilflosigkeit gegenüber dem Schicksal.
Einen Menschen nicht im Leben halten zu können.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Weiterleben.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hand halten, Mut zusprechen und aufpassen.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Hand halten, Mut zusprechen und aufpassen.

2019 war mit 1 Wort…?
Knaller

Vorsätze für 2020?
Mehr Ruhe in das Leben bringen.
Mehr Theater. Mehr Reisen.
Und eine Schwarzwälder Kirschtorte backen.