Thorin und die Stille Stunde

Auf ARTE Mediathek gibt drei interessante Filme über die Frühgeschichte der Menschen. Es geht um ihre Kunst und um die Lebensweise der Neandertaler.
In der Mandrin Höhle in Frankreich hat man die Reste von Thorin gefunden.
Und es gibt wunderschöne Reliefs in der
Chauvet Höhle
Die ältesten Malereien sind aus Sulawesi bekannt.

Thorin wurde von einem leidenschaftlichen Archäologen entdeckt, Ludovic Slimac. Er ist irgendwie aus der Zeit gefallen mit seinen Tweedweste und dem Lederrucksack. Er war schon als kleiner Junge ein hingebungsvoller Ausgräber. Um sein Studium zu finanzieren, lernte er in Schottland das Dudelsackpfeifen und trat dann mit anderen in einer keltischen Straßenband auf. Den Namen Thorin hat er aus dem Herr der Ringe ausgewählt. Dort ist er ein Zwergenkönig bei den Hobbits.
Interessant fand ich die Erkenntnis, dass der Homo sapiens sich erst bei der dritten Eroberungswelle in Europa festsetzen konnte. Bis dahin war der Homo neanderthalensis die vorherrschen Hominidengruppe.
Sie waren wohl kreativer als die Sapiens. Die H. sapiens Gruppen kann man wohl immer an den Werkzeugtypen erkennen: einer hat’s erfunden, die anderen haben es nachgemacht. Die Neandertaler haben die Werkzeuge immer wieder neu geschaffen.
Und wie und wo sie in Europa gewandert sind, ist auch interessant. Vermutlich sind sie über Gibraltar auf die Iberische Halbinsel gekommen.
Das Bild vom Neandertaler als dumpf vor sich hinlebendes Wesen ist Vergangenheit.
Wie Europäer haben noch ein bisschen Neandertalgene in uns, die anderen Menschen nicht. 1-2% Wildheit, das hat doch was. Und er ist der eigentliche europäische Ureinwohner, der Sapiens ist nur zugezogen.
Der Urneandertaler aus dem Neandertal bei Düsseldorf liegt übrigens im Rheinischen Landesmuseum in Bonn in einer Glasvitrine und alle gucken drauf. Im Neandertal gibt es dafür ein hochinteressantes Museum zur Entstehung des Menschen. Und gegen sie nicht vormittags da hin, da ist es sehr sehr laut. Ja, genau, Schulklassen.

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Die Stille Stunde am 20. Oktober in der Einkaufsmärkten in der Schweiz. Es ist der Tag der unsichtbaren Behinderung.
Ach wie schön. Nach T-online gibt es das wohl auch in Deutschland. Man muss nicht neurodivergent sein, um seine Ruhe haben zu wollen beim Einkaufen.

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Simon Wiesenthal
…brennt noch Licht
Haare!
Die KI träumt
Klatschstop
Alles ist möglich
Herbstwanderung
Gold!
Schwindel
Herbstfrisur
Sch…..
Bei Nacht im Louvre
Bei Nacht im Louver II
Pumpe
Noch ne Spirale
Und noch eine
Einschlafhilfe
Kölle
Verwaltungsgeschiebe
Akzentverschiebung
Streching
Jaguar!
Wal!

Boddasee und Besitzstörungsklage

Meine Großmutter kam von da. Ich habe sie leider kaum kennen gelernt. Ich war zwei Jahre alt, als sie starb. Mein Vater war ihr jüngste Kind, sie bekam ihn mit 46. So hatte ich Tanten und Onkel im Großelternalter. Und sie sagten eben auch immer ganz gutural Boddasee, nie Bodensee.
Und an sie alle denke ich, wenn ich hier oben stehe auf dem Pfänder. God‘s own country, Sehnsuchtsort.
Ich hab ein altes Foto von der ganzen Familie der Urgroßeltern. Lehrerhaushalt mit vielen Kindern. Alle haben weiche, liebevolle Gesichter. Beim Urgroßvater soll der Eindruck wohl getäuscht haben.

Naja, auf dem Pfänder gibt es übrigens neben der grandiosen Aussicht grandiosen Kaiserschmarren. Dazu kann man mit dem Auto hochfahren bis zur Alp und dann rüberlaufen zum Restaurant Pfänderspitze. Es liegt direkt am Gipfel. Nimmt man die Pfänderbahn, so muss man eben am Tierpark vorbei etwas nach oben gehen. Nebeneffekt ist, die Touristenmassen hinter sich zu lassen. Also: Kaiserschmarren.

Auf dem Weg zum Gipfel findet man die Theresienkapelle. Sie wurde wurde 1928 vom Restaurantbesitzer gebaut. Er hatte versprochen, ein Kirchlein zu bauen, wenn seine Frau und der Sohn die Geburt überlebten. Es hat also beides geklappt, Geburt und Kirche.

Man könnte vom Parkplatz zum Restaurant fahren, es wird aber teuer.
Besitzstörungsklage.
Die Bedingungen scheinen kompliziert

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Seit Tagen bin ich begeistert. Ich habe den Podcast Hotel Matze Mathias Schranner gehört: Die Kunst des Verhandelns.
Das hätte ich alles viel früher wissen sollen, dann wäre vielleicht was aus mir geworden. Ach nein, ich bin genau das, was ich werden wollte. Karriere im Schuldienst ist eh ein zweischneidiges Schwert. Beförderung bedeutet da ja immer, dass man von seiner eigentlichen Arbeit, die man gerne macht, weg kommt und immer mehr mit Erwachsenen zu tun hat. Das muss man auch mögen, sonst wird das nichts.

Aber ein paar Sachen merke ich mir.
1. Nicht mit sich selbst verhandeln, sondern mit anderen.
Seine Vorstellungen und Forderungen kennen und sie stellen.
2. Verhandlungen sind nie zu Ende, außer in Deutschland. Handschlag und fertig.
3. Es sollten mehr Frauen an Verhandlungen teilnehmen. Sie sind nicht besser, bringen aber neue Gesichtspunkt ( Beispiel bei Friedensverhandlungen. Frauen fragen oft, was aus den zurückgekehrten Soldaten wird? Also wie sie eingegliedert werden. Männer fragen das nie.)
4. Wie reagiert man, wenn jemand eine Entscheidung will von einem? Und man weder Ja noch Nein sagen kann? Dann sagt man „Schwierig“.
Das gefällt mir am besten.

Mathias Schranner war Polizist und hat nach einem langen Weg eine Firma gegründet, die mittlerweile international in Konflikte eingeschaltet wird, wenn die Verhandlungen kurz vor dem Scheitern sind.

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Respekt?
Kein Wunder
103 Tage 16 Stunden
Drucker
Nana!

Logik
Puzzle WM
Plattenspieler
Mathewitz

Schatzhauser im Tannenwald

Mit 11 oder 12 war ich verliebt, verliebt in einen Jungen aus einem Buch. Es war der Kohlenmunk Peter aus der Geschichte „Das kalte Herz“.
Ich wusste wie er aussah, ich habe ihn gemalt in schwarzer Kniebundhose, weißem Hemd und roter Weste. Einen schwarzen Hut trug er auch. Ich kannte ja die Schwarzwälder Tracht. Die Familie meines Vaters kommt von da. Es ist nicht nur der Bollenhut, in die modernen Trachten bin ich ganz verliebt. So prächtig sind sie!
Nun, ich gewann mit dem Bild den 1. Preis beim Wettbewerb „Bilder zum Kalten Herz“. Wir hatten die Geschichten in Deutsch gelesen, alle Schwabenkinder mussten da durch.

„Schatzhauser im grünen Tannenwald, bist schon viel hundert Jahre alt. Dir gehört all Land, wo Tannen stehn – lässt dich nur Sonntagskindern sehn“.
Auch der Zauberspruch ist mir geblieben. Damit ruft man das Glasmännlein und man bekommt drei Wünsche erfüllt. Leider bin ich ein Montagskind. Halb drei am Nachmittag, da kann man nicht dran rumdrehen.

Wilhelm Hauff wurde nur 25 Jahre alt, schrieb aber viele viele Märchen. Zu der Zeit war es einfach gefährlich, etwas anderes zu schreiben.*

Seine Märchen haben viele inspiriert, so auch Wilhelm, Graf von Württemberg. Er hat Wilhelm Hauffs Buch Lichtenstein gelesen. Da geht es um eine alte Geschichte. Herzog Ulrich wurde vom Schwäbischen Bund gejagt. Er versteckte sich in der Nebelhöhle. So um 1514 soll das gewesen sein. Die Geschichte ist wirr, es ging um Bauernaufstände, die dann vom genossenschaftlich organisierten Schwäbischen Bund niedergeschlagen wurden. Jedenfalls hat der Graf das Buch gelesen und war so ergriffen, dass er beschloss, das Schloss wieder aufzubauen. Das war 1840, sogar ein paar Jahre vor den Schlössern von König Ludwig in Bayern.
Seither gibt es dieses bezaubernde Schloss Lichtenstein auf der Felskante der Schwäbischen Alb.
Wie gesagt, als Schwabenkind wird man da durchgeschleift und muss nach der Schlossbesichtigung zur Nebelhöhle wandern. Dort gibt es zu 2 Kilometern Tropfsteinen noch eine kleine Nebenhöhle, das Versteck Herzog Ulrichs.

Wir wollten alles mal nicht mehr aus der Schülerperspektive oder als betreuende Lehrkraft erleben. Und siehe da, der Zauber hat uns gepackt. Es waren kaum Touristen da, bei der Führung durch das Schloss waren wir sogar die einzigen, in der Nebelhöhle gab es vielleicht noch vier zusätzliche Menschen. Wie schön war das denn!

Abends im Hotel schaue ich mir die Nachrichtsseiten auf dem Tablet durch.
Und lese : Schatzhauser, die neue Platte von Reinhard Mey.
Was? Er liebt den auch? Ich bin so ergriffen. Naja gut, er ist zwar auch ein Montagskind, aber 30 Minuten nach Mitternacht geboren. Er findet, das gilt noch.

Leider darf man im Schloss nicht fotografieren, im Anbau schon. Also gibt es ein paar Kanonen und eine Schlosskapelle als Ersatz für die Einrichtung des Märchenschlosses.

Mein Wald

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* Von Wilhelm Hauff gab es auch ganz andere Stücke, so 1827 die Novelle Jud Süß, die später von vielen anderen adaptiert wurde.
Was für eine Stimmung im Lande herrschte, zeigten die
Hep-Hep-Krawalle von 1819. Ich hatte von diesen progromartigen Aufständen noch nie gehört. Die Juden sollten mehr Rechte bekommen, doch die Handwerker und Kaufleute fürchteten um ihre Geschäfte. Und hetzten den Mob auf.
Ich bin über die Karlsbader Beschlüsse darauf gekommen. Es war ebenfalls 1819 als die Burschenschaften verboten wurden und eine rigide Unterdrückung des freiheitlichem Gedankengutes eingeführt wurde. Damit hat man auch die Hep-Hep-Aufstände erstickt.
Zu der Zeit konnte man fast nur noch Märchen schreiben.