Dult und Dittert

Bevor ich mich nun an die anderen Münchner Erlebnisse mache, fass ich kurz die Hinfahrt und die Rückfahrt zusammen.
Im Ruheabtei auf der Hinfahrt saß ein recht großer mittelalter Herr im Abteil. Es war sehr geschäftig unterwegs an seinem Laptop. Als er raus ging zum Telefonieren arbeitete das Laptop weiter, ohne ihn. Er berichtete dann, dass sein Programm die Aktienkurse weltweit vergleicht. Und er dann eben ordert, wenn es passt.
Und das vier Stunden lang. Nein, er hätte nichts mit Bank zu tun, er sei Rechtsanwalt. Wie wir unser Vermögen anlegen würden? Vermögen? Naja, wir fragen bei der Volksbank nach beim Bankberater, wenn wir was anlegen wollen. Die taugen doch alle nichts, die Bankberater, sagt er. Naja, das finden wir nicht, antworte ich.
Beim Aussteigen blieb er noch ein bisschen sitzen, er musste noch broken. Und er verabschiedete sich: Viel Spass mit ihrem Bankberater.

Die Rückfahrt bescherte uns ein Pärchen in der Nachbarbox. Sie entpuppten sich als Strichdame und ihren Zuhälter. Ein langes Gespräche entwickelte sich, es kamen immer mehr Details zu Tage. Preise, Umstände, Drogen, all that Jazz. Alle andern im Ruhewaggon zogen den Hals ein. Es kam zum Streit, zur Versöhnung und dann zu gemeinsamen Rappsong. Ich konnte die beiden nicht sehen, hielt mir aber und an an die Ohren zu. Erst als sie sagte, sie müsste morgen zum Jugendamt, wurde ich wieder hellhörig. Meine Herrn, die war jung? Beim Aussteigen sah ich, WIE jung sie war. Und er war nur unwesentlich älter! Jessas!
Wenn ich mitbekommen hätte, woher sie waren, hätte ich das dortige Jugendamt angerufen.

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Themenwechsel von gruselig nach unterhaltsam.
Eine Dult ist ein Fest mit Volksfestcharakter. Der Taxifahrer, der uns ins Hotel brachte, hat sie uns die Auer Dult sehr empfohlen. Von Frau Kaltmamsell war ich ja schon über Jahre informiert, was man da so alles kaufen kann. Es ist ein Jahrmarkt mit Karussell, Porzellan, Hosenträgern, Zuckeräpfeln, Lederbeuteln, alten Gläsern und Haushaltszeugs.
Im Zelt kann man dann was Warmes essen und sitzen. Herr croco hatte ein halbes Hähnchen und ich eine Gulaschsuppe. Es schmeckte sehr gut. Wie immer, ohne Foto. Ich habe Mitbringsel gekauft am Porzellanstand, Essig und Honig und Handschuhe, weil es kalt windete. Der Verkäufer erzählte von den Bauten, deren Bau er in Berlin betreut hat. Und wie verranzt sie waren nach zwei Jahren. Ja, es ist schwer in München Graffiti zu finden.
Das ist die Homepage.

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In den letzten Tagen vor München hab ich ein Podcast gehört, das tiefe Einblicke in die Hamburger Welt bietet. „House of Block“ bei Zeit Verbrechen zeigt, was man für Geld alles kaufen kann, Detektive, Überwachung, Verleumdung, Gutachten, Entführer, sogar einen Geheimdienstchef.
Und dabei geht es um Kinder, die man zurück haben will. Um Kinder!

(Der Podcast ist jetzt hinter der Bezahlschranke, deshalb verlinke ich ihn nicht. Man kann aber 4 Wochen ein Probeabo für umme haben).

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Annette Dittert macht mit Stefan Niggemeier einen Podcast. Dear Britain. In dieser ersten Folge geht es um Andy Burnham und sein Prinzip HOPE. Sehr interessant. Im Weiteren sprechen sie über die Umwandlung der Oxford Street in eine Fussgängerzone.
Die Sängerin Raye liefert die Hintergrundmusik. Und wie heißt ihr Album? “This music may contain hope.“

Zum ersten Mal habe sie bei Inas Nacht gehört, vor 3 Jahren. Ihre Stimme ist wirklich eindrücklich und ganz besonders. Annette Dittert mag sie auch.

Sie sucht einen Ehemann

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Mit den Jahren sammeln sich bei Brillenträgern immer alte Exemplare. Sie waren ja teuer, also mag man sie nicht wegwerfen. Ich gab sie immer meinem Optiker und es sagte, er fährt sie nach Koblenz. Und jetzt weiß ich, wohin. Man kann auch schicken, aber bitte frankieren.

Brillen weltweit

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Pierre
Papa!

Stöckchen und Würstchen

Bevor ich mich an die Arbeit und das Vergnügen mache, weitere Münchenerlebnisse auszubreiten, gibt es noch einen kleinen Einschub.
Als Einstimmung nehmen Sie diese zauberhafte Karte von München im Stile alter Karten. Oben rechts kann man noch andere Ansichten einstellen.
Die anderen Städte finden Sie hier.

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Die Kaltmamsell hat ein Stöckchen produziert. Ich möchte es aufnehmen und weiterreichen all jenen, die mögen.

1. Welches war dein erstes Stofftier und was verbindest du damit?

Das war ein ziemlich harter Bär von Steiff. Er sah hübsch aus, war aber extrem unangenehm anzufassen. Gekuschelt wurde nicht mit ihm, er war aber ein Teil der Dekoration meiner Puppen auf einem kleinen Klappstuhl.

2. Wie stelltest du dir als Kind dein Erwachsenenleben vor?
Ich habe viel beobachtet wie Erwachsene handeln. Und ich hatte recht schnell eine Vorstellung davon, was ich nicht haben wollte in meinem späteren Leben.
Ich werde kurze blonde Haare, drei Kinder und ein Auto haben. Ich werde in einem Haus leben, das ganz viele Glastüren nach draußen hat. Ich hab mich so schnell eingesperrt gefühlt. Kein Wunder, wenn man nie ebenerdig gewohnt hat. Dann werde ich einen Flügel haben und ein schönes Auto. Dass ich berufstätig sein werde, war mir recht früh klar.
Die Glastüren habe ich heute. Wie ich auf den Flügel kam, weiß ich nicht.
Ach ja, und ich wollte immer einen italienischen Kellner heiraten. Das waren die schönsten, freundlichsten und elegantesten Männer, die ich kannte.

3. Warst du ein eher leises oder eher lautes Kind?
Da meine Schwester ein sehr lautes und dominantes Kind war, war ich im Vergleich leise. Ich beherrschte die Kunst zu verschwinden, wenn der Radau zu groß wurde.

4. Gab es etwas in deiner Kindheit, das du heute sehnsüchtig vermisst?
Ja. Ich fand es wunderbar, in all die Häuser in der Nachbarschaft zu kommen. Ich mag es heute noch sehr zu sehen, wie Menschen leben.

5. Welches Verhältnis hattest du als Kind zu Musik?
Ich mochte Musik immer schon. Zuhause gab es Radio und ich glaube, mein Vater mochte den Swing sehr gerne. Und Caterina Valente.
Bei den Großeltern wohnte die Tochter mitsamt dem fränkischen Ehemann. Dieser war ein sehr ungehobelter Mensch, der immer die Blasmusik aufdrehte, wenn wir kamen. Ich konnte lange keine Kapelle mehr hören ohne an ihn zu denken.
Ich hatte dann ziemlich folgenlos Unterricht in Blockflöte und Gitarre. Ach ja, und singen kann ich auch nicht.

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Lesen wir nicht mehr? Doch, wir lesen sogar ganz viel. Nur lesen wir eben andere Sachen.

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Würstchen

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Auch das ist Wahrheit
Und das
Wuschel
Festmeter
Schüttraummeter
Isabel Allende auf Spanisch
Ich liebe KI
Unter Seerosen
Drohne
Da komm ich her
Küsse
Viktoria!
So macht man Wahl: Brasilien!
Abo kündigen
Brexit
Aller Anfang….
Es ändert sich nichts.
Journalistenliebe

RockyDieLesung

Fangen wir einfach mit dem Ende des München Wochenendes an.
Ja, es war RockyDieLesung. Ein Boxring wurde gebucht, Bloggerurgestein wurde geladen und die Zuschauer strömten.
Für uns war ja der Großstadtanteil schon aufregend. Schon der Eingang zur S-Bahn wurde nur nach Befragung der Bevölkerung gefunden. Es ging in ein Einkaufszentrum in den Keller und dann bog man kurz vor dem HIT nach links ab. Mal sehen ob das Swipe in der MVV- App wirklich abbucht. Ansonsten sind wir schwarzgefahren.
Ja, wir kamen dann an der Schwindstrasse an und stell fest, dass es da zwei Boxwerke gab. Jedenfalls fanden wir dann den richtigen Boxring mit Cassius Clay und den olympischen Ringen an der Wand.
Ich hatte ja kein Klebeschildchen, war aber ganz in Grün angezogen, Krokodilgrün. Na gut, ein paar Menschen kannte ich schon, andere habe ich kennen gelernt. Und dann kamen die Gladiatoren in den Ring. Herr Mequito machte sich extra nackig, also fast, so dass man auch alle Tattoos sehen konnte. Frau Nessy und Frau Novemberregen kamen im ausgewähltem Trainingsoutfit, wobei Frau Nessy sich für pinkene Aldiletten entschieden hatte. Frau Kaltmamsell trug gestreifte Leggings, eine Bademütze und eine Schwimmbrille, allerdings auf dem Kopf.
Frau Klugscheißer als Organisatorin mit Fliege stellte alle Ringkämpfer ausführlich vor. Herr Mequito las die Geschichte darüber, wie er zum Brautführer wurde und Frau Novemberregen erzählte, wie man sich Leute vom Hals hält. Frau Kaltmamsell berichtet, wie es ist die Tochter von Jesus zu sein und Frau Nessy erzählt, warum Meerschweinchen mindestens zu dritt sein müssen. Es war alles sehr amüsant. Zwischen den Lesestücken gab es Klavierstücke, Klassik und Boxen gehen also doch zusammen.Und danach gab es standing ovations.
Und spannend waren natürlich die anderen Menschen. So die Dame, die im selben Kreissaal geboren wurde wie ich und in die selbe Grundschule ging. Und dann der Herr, der unsere Mastadoninstanz so liebevoll versorgt. Ich habe den Herrn getroffen, der die schönsten Hebridenfotos macht mit Vögeln drauf. Ich habe Frau Herzbruch live und in Farbe gesehen und mir die Bücher von Nessy und Mequito gekauft, mit Widmung. Und noch viele andere Begegnungen haben den Abend schön gemacht. Wir saßen danach noch ein bisschen in einer Kneipe und erzählten.
Mehr geht nicht, wirklich nicht.
Für den Rückweg haben wir ein Taxi geholt, ich konnte nicht mehr.