Twitterlieblinge im September 2018

Es dauert etwas mit den Lieblingen. Ich befinde mich im Urlaub und muss Ruinen gucken und den Einheimischen das Essen wegessen. Das beschäftigt mich sehr. Und die Rumlauferei in den heißen Sonne und am Meer entlang macht mich müde und enttwittert gewaltig. Aber das hier ist ja auch ein Reiseblog, so kommen die Bilder vielleicht noch. Und die Geschichten dazu.

Jetzt aber ein paar nette Tweets. Den ganzen Mist mit den Rechten lasse ich weg, ich will sie nicht auch noch puschen.

Mehr bei Anne

Linkerei im September

Was trägt die moderne Chemielehrerin im nächsten Frühling? Nun, zuerst muss der Herbst bewältigt werden. Und da ich mir vorgenommen habe, wieder auf chic zu machen, gibt es jetzt bordeauxrote Wildlederstiefeletten. Der Rest wird passend gemacht. Bei Dolce&Gabana ist man immer noch auf der Frida-Kahlo-Welle, aufgepeppt mit Balkanpop. Die Tragbarkeit auf dem Dorffest geht gegen Null. Was schön ist anzuschauen ist, dass es so viele verschiedene Models gibt. Junge, alte, schlanke, runde. Es ist eine Freude.
Die Vogue über Dolce&Gabana

Ich habe mich verliebt. Bin ja immer ein bißchen verliebt in Pflanzen und in botanische Gärten. Und ein wenig in die Mikroskopie. Jetzt habe ich ein Forum gefunden, in dem leidenschaftliche Menschen Fotos von Pflanzen sammeln. Zum Beispiel Mikroskopische Aufnahmen von Xylem und Phloem. Sagt Ihnen nichts? Völlige egal, die Schönheit der Pflanzen wird Sie in den Bann ziehen. Klicken Sie sich durch.

Sagt Ihnen Kowloon etwas? Eine ehemalige Festung zwischen China und Hongkong, rechtlich ein Niemandsland. Völlig zugebaut und ohne Tageslicht mit Menschen, die genau das selbe scheuen. Mittlerweile ist es abgerissen, über die Nathan Road bin ich schon spaziert. Die Geschichte des Ortes ist mir aber erst jetzt begegnet.
Kowloon, die ummauerte Stadt
Fasziniert hat mich ein alter Dokumentarfilm dazu

Wenn ich die Augen schließe, sehe ich Äpfel. Und Äpfel. Und Äpfel. Zuerst waren es Jakob Fischer, dann die Renetten, jetzt sind es der Rheinische Bohnapfel, Jakob Lebel, Rheinischer Winterrambour und Rheinische Schafsnase. Beim letzten bin ich mir nicht so sicher, vielleicht ist es auch ein Winterglockenapfel. Die Bäume sind fast hundert Jahre alt und tragen dieses Jahr um die Wette. Die fauligen und verwurmten sind schon auf dem Kompost, die anderen werden geschüttelt und aufgelesen. Uff!
Alte Apfelsorten.
Die Birnbäume hat leider der Rost umgebracht. In der Nachbarschaft stehen Wacholder. Dort bilden sich die Sporen.
Quitten gibt es viele in diesem Jahr, und sogar die Weinbergpfirsiche wurden reif. Die haben wir fast schon aufgegessen. Die Äpfel werden zu Saft gemacht, die ersten 400 Kilo sind schon weg. Ernte geht übrigens sehr in die Muskeln.
So findet mein Leben halt gerade eher in Gummistiefeln als in roten Stiefeletten statt.
Das macht aber nichts.

WmDedgT 09/18

Es geht heute nicht in die Schule, sondern in die große Stadt, naja, größer als unsere halt, aber das will nichts heißen. Es ist wieder ein Arzttermin, Überprüfung der Tat der letzten Woche. Herr croco kommt mit, zur Sicherheit. Das letzte Mal stand ich so unter Medikamenten, dass ich die Heimfahrt als Donauwalzer hätte anlegen können. Pünktlichkeit ist angesagt, doch Herr croco beschließt, noch schnell ganz wichtige Telefonate zu führen und ein bißchen die Spülmaschine auszuräumen. Dann, wie das so ist bei knapp, stapeln sich die Lastwagen vor uns, es gibt eine Umleitung durch die Pampa und die Eisenbahnschranken wollen nicht hoch gehen. Ich muss dann doch warten, vermutlich zur Strafe wegen fünf Minuten zu spät. Das Wartezimmer dafür bietet eine geile Zeitschriftenkombi, Haper’s Bazaar und das Philosophiemagazin in fortlaufender Nummerierung. Ich lese mich fest. Dann bin ich dran. Da ich den Arzt so schön finden, ist es eigentlich egal, was er mir sagt. Nun, ich muss wieder kommen, ist aber nicht so schlimm. Jedenfalls bekommt er durch ein kleines Detail meinen Beruf und die Fächer raus. Klug ist er auch noch. Wenigstens bekomme ich keine Medikamente, die mir den Verstand verschwurbeln.
Herr croco muss geschäftlich noch wohin. Das Wohin befindet sich in einer umgebauten Feldscheune. Ich bin hin und weg. Das Schicksal hat ja verhindert, dass ich mal groß was Altes in was Neues umbaue. Und ich bereue es sehr, wenn ich in einem solchen Gebäude stehe. Dann geht es heim. Die Notration Rote Grütze wird mit Vanillesoße verschnabuliert und Herr croco geht arbeiten. Ich habe ganz viel vor, muss aber schlafen, da ich die Nacht davor kaum geschlafen hatte vor Aufregung. Kaum aufgewacht, habe ich immer noch viel vor. Doch es kommt anders. Ein Anruf und los geht‘s. Ich organisiere gerade eine Veranstaltung und muss jetzt wieder Listen schreiben. Dann ist die Wäsche dran und die Unterrichtsvorbereitung. Langsam bekomme ich Hunger, Herr croco kommt erst um kurz vor Neun. Ich stelle Käse, Brot, Trauben und Feigensenf auf den Tisch. Als er kommt, höre ich nur „So ein blöder Tag.“ Schlimmes Zeugs sei passiert und dann geht noch das Garagentor nicht zu. Wir wuchten daran rum, hängen ein und aus, nichts tut sich. Bis wir den Schlingel finden: eine Feder ist gebrochen. Ich schreibe noch ne Email an den potentiellen Reparateur und dann essen wir. Es ist zehn Uhr. Ein kurzes Gespräch mit meiner Mutter und dann noch etwas Internet und Nachrichten von der Festplatte. Im Bett lese ich noch ein bißchen Krimi und ein bißchen Kafkas Briefe an Milena. Und denk an den Menschen, der mir das Buch geschenkt hat. Und umarme ihn aus der Ferne.

Frau Brüllen möchte wissen, was wir so den lieben langen Tag treiben. Und das schreiben wir gerne auf, an jedem 5. eines Monats.