Ephraim

Das Israelbild meiner Jugend hat Ephraim Kishon geschaffen. Seine wundersamen Geschichten über das Leben in Tel Aviv und all die Besonderheiten haben mich geprägt. Sie sind sehr lustig und sehr tiefsinnig. Die Geschichte vom Nähkästchen in Haifa, eines der wenigen Antiquitäten in ganz Israel, ist amüsant, da es immer im Land rum wandert wie so ein Wanderpokal. Die Gedanken dazu, warum es in Israel keine Antiquitäten gibt, und nie geben wird, weil man sie zurückgelassen hat, muss man sich selber machen. Auch die Geschichte des Mannes, der anfängt, einen Graben zu graben, quer durch die Stadt zum Meer, und man lässt ihn einfach ohne Rückfrage seine Arbeit machen, hat mich auch sehr geprägt. Er hieß Blaumilch und der Kanal wurde dann Blaumilchkanal genannt. An den Folgen trage ich noch heute. Ich frage Menschen, die irgendwelche Straßen aufreißen, danach, was sie denn hier genau tun.
Dann gibt es die Waschmaschine mit Freiheitsdrang, die im Schleudergang den Weg Richtung Ausgang gesucht hat. Ich konnte mir auch so gut das Fernsehprogramm vorstellen mit den jemenitische Volksgesänge. Als ich die dann tatsächlich mal gehört habe, wusste ich genau, was er meinte. Die beste Ehefrau von allen war dann später nicht mehr seine Frau. Er hat erneut geheiratet und zog nach Europa. Das Schicksal seiner ganzen Familie habe ich erst sehr viel später erfahren. Seine Geschichten und der Humor kommen aus einem tiefen Schmerz und aus großen Verlusten. Und man spürt keinen Hass, nirgends, nur tiefe Verbundenheit allem Menschlichen gegenüber. In Deutschland hatte er den meisten Erfolg. „Ich verspüre Genugtuung darüber, dass die Enkel meiner Henker in meinen Lesungen Schlange stehen“. Das kann ich gut verstehen. Den jüdischen Humor haben wir nicht mehr im Lande, das fehlt sehr.
Er wäre heute 100 Jahre alt geworden.

Nachtrag


Motivation ist immer gut
Sie hat eine Kuh auf dem Arm! Wow.
Unglaublich
90 und zufrieden
In der U8 vergessen
Ausspracheübung
Gez 1
Gez 2

Spontan emotional

Eigentlich wollte ich Ihnen jetzt den Zeit-Podcast empfehlen mit Daniel Kehlmann. Gerade habe ich den letzten Zipfel gehört und bin mir jetzt nicht mehr so sicher, ob ich das noch will. Seine Lebensgeschichte ist sehr interessant bis tragisch. Er stammt aus einer jüdischen Familie von Künstlern, sein Vater war Regisseur, seine Mutter Schauspielerin. Er wollte schon immer Schriftsteller werden, ein Lehrer hatte seine erste Geschichte in der Schulzeitung veröffentlicht. Da war er zehn. Etwas später hat ihm Inge Meisel vom Beruf des Schriftstellers massiv abgeraten, da er brotlos sei. Daniel Kehlmann ist allerdings einer der wenigen Schriftsteller, die tatsächlich leben können von ihrer Schreibarbeit. So viele gute Sachen hat er geschrieben, voller Fantasie, auch Dinge hinzu gedichtet, wenn es sein musste. Ich weiß nicht, ob Humboldt und Gauss sich je getroffen haben, wenn, dann nur kurz. „Die Vermessung der Welt“ hat mir sehr gut gefallen. Und er hat das Drehbuch zu „Kafka“ geschrieben. Wunderbar.

Jetzt zum Ende des Podcasts. Da geht es um Corona und er findet die damaligen Maßnahmen extrem übersteigert. Seiner Meinung nach sei das alles nicht notwendig gewesen. Vorsichtige Einwände von den hohen Todeszahlen in den Intensivstationen und bei älteren Leuten wischt der einfach weg. Er wollte, dass sein Sohn in der Schule keine Maske trägt. Er wollte mit seinem Sohn draußen spazieren gehen. So stimmt das ja alles nicht, kann man nachlesen. Aber ich habe festgestellt, dass er schwadroniert über ein Thema, das auch sehr gefährlich ist. Die beiden Journalisten widersprechen ihm, aber er flutschte ihnen direkt weg. Sie versuchen ihm auch klarzumachen, was seine Sätze bewirken können. Einer berichtet dann von seinem Schwager, der in der damaligen Zeit auf der Intensivstation der Charité Patienten elendig verrecken hat sehen. Darauf ist er nicht mal eingegangen. Also, seine Bücher kann man lesen, den Menschen mag ich plötzlich nicht mehr. So bin ich: spontan emotional. Und sein Namedroping nervt mich nachträglich auch noch. So.


Ach so geht das
Katz mit Hut
Dialekt
Brad
Hotels gibt’s
Schönes Lied
Noch ein Lied
Und noch eines
Statistik
Strampelboot ( ist ein e-bike)

Mischmasch

Bin irgendwie angezogen vom Parteitag der Demokraten in Chicago. Diese Begeisterung ist befreiend. Und doch wirkt all das so aufgesetzt, geplant. Ehrlich gesagt sind mir unsere drögen Parteitage lieber.
Herr Trump scheint zunehmend verwirrt, gut so.

Ansonsten freue ich mich darüber, dass die große Hitze anscheinend vorbei ist. Hoffen wir mal. Mich lähmt das alles und alle Arbeit braucht Anlauf.

Die Nachtelefonate zum Geburtstag sind vorbei, es gibt keine Neuigkeiten mehr. Es ist als ob ich zwischen allen Zeiten hänge.
Herr croco hat sehr viel zu tun und bekommt einen erschrockenen Gesichtsausdruck wenn ich sage: “Vielleicht noch drei Tage ans Meer?”
“Weihnachten vielleicht, plan mal was.”
“Oje, da ist es kalt im Meer.”

Ich bin immer noch planlos, das macht aber nichts. Ich muss warten bis meine Seele ankommt.

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Ich habe ja vor längerer Zeit mal erzählt, dass ich einen Gentest hab machen lassen. Eigentlich war er für den Unterricht gedacht, als Anschauung. Man kann an den Chromosomen im Schema sehen, woher dieses Stück kommt, also aus welchem Land. Und man kann schauen, mit welcher Wahrscheinlichkeit man Locken, Sommersprossen oder ein Überbein hat. So weit, so gut.
Wie viele Süddeutsche bin ich halt Schwarzwald, Allgäu, Lothringen und Auvergne. Ein bisschen Italien ist auch dabei. Und ein bisschen aschkenasischer Jude. Sieh mal an.
Der Nachname spricht aber für Schweiz, dort wurde nichts gefunden, schade aber auch.
Hier bin ich auf eine Seite gestoßen, auf der man suchen kann, ob es den eigenen Nachnamen noch in alten Urkunden gibt. Gibt es. Im letzten Dorf der italienischen Schweiz. Bingo, geht doch, erklärt alles.

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1967
Früh erfasst
Kate Bush Day
Tomaten
Frisch geschlüpft
Au ja
Fön

Jetzt kommt Fanzeugs zum Landleben

Kühe!
Das isse, Frau Paulsen
Das auch
Ackercatering
Saatgut
Dorfleben
Neue Melke