Wir sagen, wir wollen gegen Faschismus kämpfen. Klar. Sagt jeder. Aber man will auch der amerikanischen Regierung nicht vor den Kopf stoßen. Also wiederholt man ihre Unwahrheiten. Und wenn die deutsche Bevölkerung durch genug Rassismus in Talkshows aufgepeitscht ist… dann muss man den Wähler ja auch dort abholen, wo er steht. Und wenn mein Job bedroht wäre, wenn ich etwas sage, dann schweige ich lieber. DAS ist, wie Faschismus an die Macht kommt.
Wenn der Faschismus kommt, scheint noch immer die Sonne. Die Vögel singen. Sie gehen zur Arbeit. Alles ist normal. Nur trans Menschen verlieren ihre Rechte. Und Asylsuchende. Und Immigranten. Und Behinderte. Und Muslime. Und Juden. Und linke Journalisten. Und dann andere Journalisten. Und ich. Und Sie. Und niemandem ist mehr klar, wann es eigentlich zu spät wurde.
Ich verrate Ihnen etwas anderes, was ich von den Überlebenden gelernt habe. Selbst wenn morgen das Schlimmste passiert – wenn meine ganze Welt zusammenbricht und ich alles verliere – wird es doch auch ein Übermorgen geben. Und übermorgen wird die Welt irgendwie weiter gehen. Mit mir oder ohne mich. Aber dann will ich etwas darin hinterlassen.
Danke an Marina Weisband für ihre Rede zum 80. Befreiungstag des KZs Buchenwald.
Es ist kalt und sonnig heute.
Im Fitti spricht mich ein Herr an, ob ich denn eine neue Frisur habe. Nein, ich habe Friseurbedarf und habe so den ganzen Stubbelkopf zusammengewickelt und hochgesteckt.
Ob ich mir wieder Dauerwellen machen lasse?
Das sind keine Dauerwellen, meine Locken sind echt, sag ich.
Er hatte auch schon Dauerwelle, als es noch Haare hatte, sagt er.
Ich muss jetzt dringend weiterstrampeln.
(Ja, geht’s noch!)
Und ansonsten habe ich eine Freundin mit einem Sorgensohn. Was kann ich da sagen? Es hilft ja nichts, aber ich höre zu.
Duschvogel
Stromziege
Schubsfische
Balkonkatze
Pferdefrau
Sockenmemory
KI macht Albert