Tag 76/ Recherche und adrett

Immer wieder falle ich auf Berichterstattungen herein, die nicht genug recherchiert sind. Und das, weil ich denke, Journalisten veröffentlichen erst etwas, wenn sie es von allen Seiten beleuchtet haben. Und alle möglichen Quellen angezapft haben, deren sie habhaft werden konnten. Es geht mir darum, dass wenn jemand etwas getan hat, dafür auch belangt werden muss. Und bei einer vermeintlichen Straftat die Belege auch richtig ausgewertet werden. So bei der Tötung von palästinensischen Sanitätern im Gazastreifen. Eigentlich sah es klar aus, israelische Soldaten haben nachts beleuchtete Krankenwagen einer UN-Organisation beschossen und alle umgebracht. Dass es ein Feuergefecht gab, die Krankenwagen nicht angemeldet waren und tatsächlich Terroristen dabei waren und die Hinrichtung, wie behauptet, nicht bewiesen werden kann, hat mich sehr getroffen. Und alle Medien haben die Nachricht ohne Nachfrage verbreitet. Hier ist die Recherche über den Vorgang, der nun ganz anders aussieht. Himmel noch mal, macht doch Eure Arbeit richtig.

Heute muss ich im Fitti gleichzeitig an die Kaltmamsell und an Mequito denken. Ich will auch schön und stark werden, das Motto gefällt mir gut.
Gerade vorher hat sich das Thema Grußbekanntschaft und Schönheit miteinander verwoben.
Seit über zwanzig Jahren gehe ich in ein bestimmtes Fitnessstudio. Früher habe ich dort noch Kurse besucht, jetzt bin ich eher bei den Geräten für Ausdauer und Kraft gelandet.
Und seit über zwanzig Jahren begegnet mir eine ältere Dame, die sehr adrett ist. Die Haare sind hübsch, an den Ohren blitzt es, sie ist ein bisschen geschminkt und trägt schwarz. Dass sie Rückenprobleme hat, sieht man. Sie ist klein und zart und geht ein bisschen krumm. Wir grüßen uns immer und haben noch nie geredet. Warum auch. Heute nun war ich mit dem ganzen Geraffel fertig, fix und fertig, und ziehe mich gerade um. Die adrette Dame steht vor dem Spiegel und schaut, ob alles in Ordnung ist. Ich schaue sie an und finde das Bild entzückend, sie fängt meinen Blick auf und lächelt. Dann dreht sie sich um und kommt her zu mir. Sie spricht mich an und fragt, wie es mir geht. Sie hätte mich schon lange nicht mehr gesehen. Ob ich nicht mehr in die Kurse komme. Nein, ich bin an den Geräten zur Zeit. Ach, komm doch wieder, sagt sie. Ich bin nicht mehr schnell genug für die ganze Hopserei, sage ich. Das macht nichts, sagt sie, ich auch nicht. Komm doch!
Und das alles sagt sie einem entzückenden Akzent, sie ist Französin! Mein Herz wird warm, und mich überkommt etwas Wehmut. Ich habe all die Jahre versäumt, diese zarte und fliegende Stimme zu hören.


In Bolivien erhören sich die Preise für Nahrungsmittel, zum Teil weil Fleisch exportiert wird. Um ihrem Protest kund zu tun, gehen die Metzger auf die Strasse.
Demo mit Ohren


Was geschieht, wenn die USA alles selbst machen muss und keine billige Importe mehr da sind, zeigen diese ziemlich boshaften Chinesische Memes.


Rheinfall

Schokistreik

Tag 75/ Wunderbare Mächte

Gestern vor 80 Jahren wurde Dietrich Bonhoeffer von den Nationalsozialisten ermordet.
Ich bin alt genug, um zu wissen, wie Nazis denken, wie sie handeln. Es waren in meiner Jugend noch genügend übrig. Und sie hatten weder Reue noch Bedauern. Ich weiß das, sie waren meine Lehrer, und sie waren meine Nachbarn. Ich weiß, wie sie denken, wie sie riechen, wie sie handeln. Und jetzt riecht es wieder nach Nazis.

Von wunderbaren Mächten

Die Zivilgesellschaft bleibt misstrauisch.

Nach Veröffentlichung des Koali­tions­vertrages ist klar: Das Demokratieförderprogramm „Demokratie Leben!“ bleibt, sogar im Familienministerium. Es heißt gar wertschätzend, dass man „verstärkt in die Wehrhaftigkeit unserer Demokratie investieren müsse“ – man „unterstreiche die Bedeutung gemeinnütziger Organisationen, engagierter Vereine und zivilgesellschaftlicher Akteure als zentrale Säulen unserer Gesellschaft“.

Das Familienministerium wird unter der Leitung der CDU dies umsetzen müssen. Hoffen wir mal.

Es gibt Zeiten, in denen ‚wunderbare Mächte’ von Nöten sind.

Grünenversteher
Wenn man in Word ein Foto einfügt
Ada!
Maggus!
Giftgrün!
Meine Nerven!
A little seed


Des Wahnsinns fette Beute
Ein Träumschen
Birthday Party like Vladi

Tag 74/ China und Kälbchen

In den USA sitzt grade einer, der die Welt wie ein Jojo rauf und runter lässt. Plötzlich sind die Zölle wieder ausgesetzt, und die Börsen jubeln, die Indizes gehen hoch. Natürlich wird China nicht daran teilnehmen, sie sind ja nicht zu Kreuze gekrochen und haben seinen Popo geküsst. China hat die Zölle verdoppelt und Trump hat noch nachgezogen. Wie auf dem Schulhof: Eskalation ist das Ziel, bis einer heult.

Ansonsten ist es weiterhin trocken. Wo die Bäume das Wasser für die Blüten und die Blätter her nehmen, ist mir ein Rätsel. Im Dorf blühen die Kirschbäume um die Wette, die Birnen fangen auch schon an.
Die ersten roten Tulpen haben die volle Aufmerksamkeit.
Es staubt gewaltig, wenn ein Trecker über die Felder fährt.
Die Bilder vom leerlaufenden Bodensee erschrecken mich. Der Wasserspiegel liegt fast einen Meter unter dem üblichen Wert. Kein Regen, kaum Schnee, kaum Schneeschmelze. Ist das unsere Zukunft, die Zukunft der nächsten Generation?
Heute wurde der Koalitionsvertrag vorgestellt. Ich weiß nicht, ob ich es überhört habe, aber das Wort ‚Zukunft‘ ist jetzt wohl nichts, was die Koalition großartig beschäftigt hat. Wie ist das für die jungen Menschen, das zu hören, dass man nach unten neidet und nach oben bewundert? Die neuen Flüchtlinge aus der Ukraine bekommen kein Bürgergeld, nur noch den Betrag, den Asylanten bekommen. Aber die gibt es ja nicht mehr, die werden an den Grenzen abgewiesen. Das ist so zum Lachen! Brüssel wird das einkassieren. Und menschenverachtend ist es dazu noch, und verstößt gegen das Grundgesetz. Dabei wollen sie nur die Rechten zurück drängen.
Und Frau Weidel giftet schon wieder. Ich kann sie mir so gut als Jugendliche vorstellen, eine hinterhältige Petze muss sie gewesen sein. Keiner konnte sie leiden und so hat sie jetzt die um sich, die auch keiner leiden kann. Zu Recht.

Ach ja, die Kühe im Dorf bekommen gerade ihre Kälbchen. Fast jeden Tag ist ein neues da, das verstört aus dem Stroh guckt. Heute lagen
da sogar Zwillinge in milchkaffebraun.
Für die Haustüre habe ich einen Kranz aus Efeu und Weidenzweigen zusammengebastelt, die Mooskränze waren aus. Und Temu schickt mit die Werbung für einen Christbaum. Ich glaube, die Chinesen sind ziemlich durch den Wind zur Zeit.

Kolobribad
Schweinchenausflug
Teekannenweg

Ki by Anwalt