Die Besuchskinder im Nachbarhaus ziehen quietschend Richtung Friedhof.
Dort gibt es den kleinen Rodelhang für die Dorfkinder. Sie haben Plastikscheiben dabei auf denen sie unermüdlich den Berg hinuntersausen.
In meiner Kindheit es nur Holzschlitten. Wir hatten einen alten mit Holzkufen und einen neuen mit blauen Metallkufen zum Klappen. Man konnte sie zum Verstauen nach innen kippen.
Im Stadtpark gab es einen Kinderhügel. Er war steil, breit und nicht sehr lang. Viele konnten nebeneinander fahren, das Vergnügen war allerdings kurz, aber man war schnell wieder nach oben gekrabbelt. Das ging ne Weile gut, bis ein Kind gegen einen Baum fuhr und wochenlang nicht mehr aufwachte.
Das war also zu gefährlich für uns zwei kleine Mädchen.
Meine Mutter beschloss, mit uns außerhalb des Städtchens einen vereisten Pfad aufzusuchen, wo wir unter Aufsicht rodeln konnten. Er war lang, steil und führte über ein Bahngleis mit Schranken. Eine Abkürzung führte über eine selbst gebaute Schanze auch auf das Bahngleis, allerdings ohne Schranke. Man musste also bremsen können.
Es lief so, dass meine Mutter die Strecke zuerst selbst ausprobierte um zu überprüfen, ob sie nicht zu gefährlich für uns wäre. Wir standen also am Bahngleis unten und sahen sie an uns vorbeisausen. Sie probierte es gleich nochmals, jetzt war die Schanze dran. Mit einem Karacho flog sie drüber und gab vergnügte Laute von sich. Dann stand sie im Minirock und hohen schwarzen Stiefeln im Schnee vor uns und fasste den Beschluss, dass das alles viel zu gefährlich für uns wäre. Es gab Schanzenverbot und wir durften nur ein Stück den Hang hoch gehen, damit wir nicht so viel Schwung hatten. Kurzum, es wurde langweilig.
In den nächsten Jahren, ohne mütterliche Aufsicht, war das natürlich anders. Und als es Skier gab zu Weihnachten, sind wir noch weiter nach hinten ins Tal gezogen zum Skihang. Wir haben gelernt, wie man den Berg hoch kommt und wieder runter. Es hat uns dermaßen gewickelt, dass wir oft ganz paniert aussahen. Der Schnee schmolz dann und zog in die Kleidung. Skihosen und Anorak waren nicht besonders dicht damals. Sobald es dunkel wurde, zogen wir, inzwischen klatschnass geworden, wieder Richtung zuhause. Den Spass, den ich beim Schlitten fahren hatte, der kam mit den Skiern nie wieder. Ich weiß nicht, wo sie gelandet sind. Vermutlich hat meine Mutter sie verschenkt. Auch im Studium, als die Mitstudenten reihenweise in Hütten zogen, die Alpen waren nicht weit, bin ich nie mit. Vielleicht wäre ich das, wenn sie gesagt hätten: komm doch mit, wir rodeln.
Auf dem Landlebenblog berichtet Franziska vom Rodeln mit Socken.
+++++++++++++
Ein einsamer Weg zwischen den Dörfern, die Weide am Wegesrand hat einen hohen Wolfszaun. Vor uns ging noch keiner den Weg, nur er.
Ein entlaufener Hund? Doch ein Wolf? Die Spur läuft streng geradeaus.
Wie unterscheidet man Wolfsspuren von Hundespuren?
Denn wenn auch noch menschliche Fußspuren in der Nähe sind, spricht das erst mal eher für einen Hund. Einen entscheidenden Hinweis kann aber auch das Laufmuster geben, sagt Kwasnitza. „Typisch für den Wolf ist der Doppelabdruck, hier ist also noch ein Abdruck der Hinterpfote in dem Abdruck der Vorderpfote.“ Entstehen würde das durch den Laufstil des Wolfes.
Dieser laufe schließlich gerne im sogenannten geschnürten Trab. „Dabei setzt das Tier die etwas kleinere Hinterpfote in den Abdruck der Vorderpfote“. Daran lasse sich der Wolf noch am ehesten erkennen, sagt auch Katharina Stenglein, Wolfsexpertin der Umweltorganisation BUND NRW. „Manchmal sieht man erst bei genauem Hinsehen, dass ein kleinerer Abdruck im größeren Abdruck steckt.“ Eindeutig sei das aber trotzdem nicht, denn: „auch viele Hunde können im geschnürten Trab laufen“, mahnt die Expertin.
Hier haben die Menschen Angst vor dem Wolf. Immer wieder fallen Schafe ihm zum Opfer, allerdings die, die keinen ordentlichen Zaun um die Herde rum haben. Es gibt Menschen, die haben ihn gesehen auf Waldspaziergängen, jedes Mal sei er kurz stehen geblieben und wäre dann zurück in den Wald gegangen.
Das Verhältnis zwischen Mensch und Wolf ist schwierig. Die Menschen haben vor vielen tausend Jahren seine Welpen genommen und alle heutigen Hunderassen daraus gezüchtet. Und manche nehmen ihn sogar mit ins Bett, den Hauswolf. Das ganze ist ein kompliziertes Thema. Ich war schon bei öffentlichen Veranstaltungen zum Thema und es war schwierig für manche sachlich zu bleiben. Es sind wohl Urängste, die hoch kommen, und natürlich begünstigt auch die politische Einstellung die Kampfbereitschaft.
Einem ganz Straffen hab ich mal gesagt, dass ich mich wundere, dass die Rechten so in die Wolfshetze einsteigen. Dabei sei doch der Wolf des Führers Lieblingstier, gewesen.
Uiuiiiuuiii.
++++++++++++++++
Schneemänner in Hamburg
