Brocken

Die zweite Schulwoche ist vorbei. Es läuft immer noch nicht rund.
Ich hoffe auf die dritte Woche und darauf, dass Routine einkehrt. Es hat aber alles organisatorische Gründe, um mich und in mir.
Ich habe so liebe Klassen bekommen, dass ich schon denke, dass alles ein Traum ist. Zumindest der Teil der Veranstaltung ist in Ordnung. Aber vielleicht entwickeln sie sich ja noch.

Die Sonne ist weiterhin auf Sommer eingestellt. Ich nicht. Gestern habe ich nach Herbstpullis geguckt im Internet. Und habe festgestellt, dass einer meiner Lieblingsversender, Deerberg, vor Kurzem Insolvenz angemeldet hat.
Das macht mich richtig traurig.
Es scheint eine richtige Welle zu sein, Reno und Görtz als Schuhverkäufer,Peek & Cloppenburg, Adler, Hallhuber, Gerry Weber und Orsay. Das sind alles Firmen, die Ladengeschäfte haben. Von Sinn und Leffers ist nur noch Sinn übrig geblieben, und es werden überall Filialen geschlossen. Sie haben den Brocken hingeworfen.

Ich muss zugeben, dass ich früher gerne nach Köln, Bonn oder Koblenz gefahren bin um Kleidung zu kaufen. Die Lust daran ist mir im Laufe der Jahre abhanden gekommen. Die Innenstädte sind mir zu voll, und ich mag es einfach nicht mehr, von Geschäft zu Geschäft zu gehen um einen blauen Pulli zu finden. Nach dem zweiten Laden verlässt mich die gute Laune und ich will heim. So eine bin ich.
Ich kauf Sachen, die lange halten, damit ich nicht wieder einkaufen muss. Und doch mag ich es modisch.
Und deshalb bin ich auch Schuld an den Insolvenzen? Vielleicht.
Oder auch nicht. Ich bestelle jedenfalls nicht Sachen, die nach zwei Mal waschen die Form verlieren. Meine Schülerinnen ordern laufend was Neues und sehen doch immer gleich aus. Temu und Shein liefern schnell und billig aus China. Wer die Sachen näht und unter welchen Bedingungen, ist ihnen schnuppe.
Dann gibt es wieder andere, die nur gebraucht kaufen. Second hand. Sie haben Freude an Dingen, die vor Jahren Mode waren und längst weggeben wurden. Mich freut das, obwohl ich das nicht machen würde.
Ich habe das Gefühl, ich verwachse mit den Jahren mit meiner Kleidung. Ich gebe sie ungern ab auch wenn ich sie nicht mehr trage.
Ein Mal im Jahr gibt es dann Säcke von Bethel und dahin wandern all die ehemaligen Wohlfühlteile zur Brockensammlung.
Der Name kommt tatsächlich aus der Bibel:

Johannes 6,12
Als sie aber satt waren, spricht er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrigen Brocken, damit nichts umkommt.

Jetzt Tiktok

Und dann hab ich mir Herrmann genommen
Herrmann Teil 2

Male gaze, wir folgen dem männlichen Blick auf Frauen.

Schlafe, mein Kindlein.

Obst und Gemüse

Genau das

Und so weiter

Johnny!

Draußen geht die Welt unter.
Und in meinem Kopf sind Geschichten.
Davon wie man in Mexico den Kinder die Schmerzen der ersten Zähne wegbekommt. Tortilla mit Chilli.
Und die von der rasanten Zunahme des rechten Gedankengutes in der normalen Bevölkerung. Vor allem bei Leuten, die mehr als eine eigene Wohnung haben, vorsichtig ausgedrückt.
Das Geschwür wächst. Ich habe keine Lust mehr auf Diskussionen, wenn man sich freut, dass diese blaue Partei gewinnt. Ich sage, für mich sind das Nazis und ich möchte nichts mit denen zu tun haben. Ende der Diskussion.

Nachtrag: Politologe über AfD-Wähler


The Professor Richard says good bye
Eigentlich fängt es schlimm an. Ein Professor (Johnny Depp!) erhält eine Diagnose, die ihn dazu bringt, sein Leben zu ändern. Sie glauben es nicht, aber das wird richtig gut. Er wird unkonventionell und hat Spass daran.
Technisch lief ein bisschen schief schief. Zum Schluss hat er statt eines Rotweinglases ein Sektglas in der Hand, der rote Lippenstift seiner Frau ist plötzlich weg.
Das Ende ist ungewiss. Und der Film besteht fast nur aus Johnny Depp.
Aber aus Johnny Depp! Das ist schon was.


Jetzt noch Tiktok
Are we human, are we dancer?Der Zopf…..

Waldemar

Fensterglotzen

Bullerbü

Diese Stimme…

Puttputtputt

Baden Baden durch kanadische Augen

Das Essen kommt gleich

Nacherleben

Es kennt ja nicht jeder jeden.

Rette die Maus

Diese Stimme 2

Der Prinz ernennt

Die liegt blöd. Verschiebt sie doch.

Purzel

Wie schön.

Wie goldig

Schiff Ahoi

Löffelchen

Ohne Bücken

Backen mit den Kleinen

Die Stimme höre ich auch.

Herrmännle

In so einem Städtchen bin ich aufgewachsen. Fachwerk, kleiner Fluss und viel Pietismus.In jungen Jahren habe ich mich durch die Bücher von Herrmann Hesse gelesen. Und vieles meiner Heimatstadt wiedererkannt.
Strenge Menschen um mich herum, fast freudlos und ihrer Meinung nach gottnah nahmen mir die Luft. In der eigenen Familie war es nicht ganz so, und doch war ich froh, dass ich in die Welt hinaus kam.
Ich hatte mir Calw anders vorgestellt, enger, dunkler. So wie ich es aus den Büchern kannte. Unterm Rad, der Roman über den verstandenen Jungen, dem im Internat fast das Leben verliert. Das Kloster Maulbronn sieht zwar recht schön aus, ein Internatsschüler hätte ich da nicht sein wollen.

Herrmännle ist unbeschreiblich lebhaft und intelligent, dabei leidet er an großer Heftigkeit. Er muss sich austoben, sonst kommt er auf Lumpereien und dann kommen Klagen von oben, unten, rechts und links: ,Hermann hat mein Kind gestoßen ! Hermann hat eine Scheibe eingeworfen ! Hermann bewirft die Nachbarskinder mit Steinen !`….Ja, er ist furchtbar lebhaft, rasch, umtriebig und folgt leider nicht“. So schrieb seine Mutter über ihn.

Im engen Antiquariat in Tübingen, in dem er seine Lehre machte, fand ich damals ein Lehrbuch für Chinesisch, das mir im Wohnheim recht bald geklaut wurde. Im Literaturarchiv in Marbach habe ich seine Bilder gesehen, die mich sehr berührten.
Das Haus in Gaienhofen am Bodensee ist mittlerweile auch ein Museum. Und in Montagnola suchte ich die Aussichten, die er in zarten Aquarellen eingefangen hat. Sein Haus habe ich erkannt, es gehört jemandem anderen. In seinem ersten Wohnhaus ist jetzt ein Museum.Die Aussicht auf den See, die ist noch da.
Jemand anders war auch da.
Nur um einen Tag bin ich verrutscht, sonst wären wir am 61. Todestag in Calw gewesen.
Seltsam, ich habe seine Bücher nie wieder gelesen, nicht mal den Steppenwolf. Und doch habe ich das Gefühl, sie sind in mir.
Und ich habe viele Jahre seine Spuren gesucht. Trotzdem bin ich erst jetzt an seinem Anfangspunkt angelangt.