Die Stadt zum Film

Der Namen jüdischer Familien gibt oft den Ursprung der Familie an: in Oppenheim liegt der Ursprung der Familie Oppenheimer

Unter der Stadt Oppenheim gib es die Stadt nochmals. Jedes Haus hat einen eigenen Keller für die Lagerung von Waren. Diese Keller waren früher schon miteinander verbunden. Die Stadt war freie Reichsstadt und hatte das Recht, Kaufleute zu zwingen ihre Waren bei ihnen zu lagern und zu verkaufen. Da braucht man Platz und schaffte ihn im Löß. Man kann da gut graben. Als die Stadt im Erbfolgekrieg vernichtet wurde, bauten die Menschen die Häuser wieder auf, allerdings nicht genau über ihren Keller. Mit den Jahren wurden die Keller vergessen oder verfüllt.
In den 80er Jahren brachen immer wieder mitten in der Stadt Löcher in den Boden. Auf einem Foto ist ein versunkenes Polizeiauto zu sehen.
Die Stadt hatte kein Geld, und so sprang das Land ein, die Keller zu vermessen und abzusichern. 40 Kilometer Kellerlabyrinth!
Man kann vielleicht zwei Kilometer begehen. Wir haben den Termin vorher über Internet reserviert, und bekommen vor Ort gleich ein Häubchen und einen Helm. Zuerst lachen wir bis wir zum ersten Mal an der Decke andotzen. Trepp auf, Trepp ab, unter den Häusern durch, hier ein aktueller Weinkeller, dort ein ehemaliges Wasserreservoir. Es gibt sogar einen Friedhof der Nachttöpfe. Alles Fundstücke.
„Und jetzt sind wir unter dem Brautmodengeschäft.“
„Und hier steht am Wochenende meist eine brennende Kerze für uns.“
Man kann tatsächlich in fremde Keller gucken.



Wieder an der Oberfläche, sehen wir einen Herrn mit Fotoapparat um unser Auto herum gehen. Kein Bewunderer sondern ein Herr vom Ordnungsamt. „Sie parken in einer Parkverbotszone.“
Was ich jetzt sagen will: Junger Mann, als ich Führerschein machte, waren Sie bestenfalls noch flüssig. Oder Wolken schieben, oder was anderes. Hören Sie mal, ich hab kein Schild in dieser Strasse gesehen, also gibt es kein Schild. Basta!
Was ich sge: Wo hängt das Schild? Ach, am Ortseingang? Und gilt für das ganze Städtchen? Bei uns gibt es sowas nicht. Und wo hängt sowas normalerweise? Ach, im Frankfurter Bahnhofsviertel?
Achso!
Jedenfalls gehen wir friedlich auseinander, ohne Bußgeld.

Middle Rhine

Was liebe ich diesen Fluss!
Als Kind habe ich eine Weile da gewohnt. Mein Vater fuhr mit mir gerne ans Ufer, Schiffe gucken und die großen Kieselsteine bewundern.
Und jetzt nehmen wir immer die Strecken nach Süden direkt am Ufer lang.
Der Mittelrhein ist nicht so weit von hier, und eben die Ader für alles. Schiffe, Eisenbahn , Strasse, alles muss untergebracht werden.
Und Weinbau gibt es und Touristen. So viele Asiaten wollen die Loreley sehen und Amerikaner stehen auf den erbärmlichsten Kitsch.
So treibt die einen ein Gedicht hier her, die anderen die Kuckucksuhren und ihr ungewöhnlicher Geschmack.
Doch sie werden weniger. Die Gegend verkommt und man weiß nicht so recht, wie man sie retten kann. Die Bahn weigert sich bisher, leiser zu werden, obwohl es geht.
Ab und an setzen wir mit der Fähre über, einfach aus Freude an der kleinen Kreuzfahrt. Zwischen Koblenz und Mainz gibt es nämlich keine Brücke.
Man plant und plant. Die Mittelrheinbrücke bleibt ein Projekt,
Der Hauptgegner, der schöne Landrat Marlon Böhr, ist mittlerweile nach Berlin verdampft, die Landesregierung ist traditionell klamm aber dafür, die UNESCO und der BUND sind eher dagegen.
Bei St. Goar soll sie gebaut werden. Bislang gibt es da eine Minifähre, auf die so 6 Autos passen. Sie fährt nur am Tag. Wenn man nun auf der anderen Seite arbeitet, muss man, wenn man zu spät ist, einen Riesenumweg fahren. Ich liebe diese Fähren. Sie drehen so galant bei, schlängeln sich zwischen als den Lastkähnen durch und tun, was sie können.
Hier Fotos von der Bopparder Fähre und der von Nierstein nach Trebur.
Wenn man denkt, Trebur sei nur ein gottverlassenes Nest an einem gottverlassenen Seitenarm des Rheins, so täuscht man sich. Dort lag eine ehemalige Königspfalz, der Ort der Rheinüberquerung der US Armee und des schrecklichen Verbrechens von Kornsand.Sechs Menschen wollten am Kriegsende mit der letzten Fähre nach Nierstein übersetzen, wo schon die Amerikaner waren. Sie wurden verhaftet, obwohl ihnen nichts vorzuwerfen war, und sie wurden hingerichtet. Dann wurde die Fähre Landskron versenkt.

Hab noch was vergessen,: das Zeppelindenkmal in Kornsand. Ich habe es gesehen, aber nicht fotografiert

Ach ja, und die Holländer haben jetzt schon zwei Autochen auf ihren Lastkähnen. Sie haben ja meist kein Haus an Land wie die Deutschen Binnenschiffen, ihr Leben ist komplett an Bord.

Herr Kafka ist hier ums Eck groß geworden. Er bedauert den langsamen Verfall der kleinen Dörfer am Rand der großen Flusses.
Für 2029 plant man ein großes Ereignis, die Bundesgartenschau entlang des Mittelrheins. Vielleicht ändert sich dann alles.

@Elbwiese hat mich gerade auf einen Film aufmerksam gemacht.Sayonara LoreleyMit Fähre.


Rebellenhochschule

Mir geht die Seele auf bei so einem Film. Eine Schule in Berlin für Erwachsene, die das Abitur machen möchten. Es sind junge Menschen, die anderswo gescheitert sind. Der Unterricht beginnt um halb zehn, es kostet Schulgeld und man kann den Hund mitbringen. Alles ist basisdemokratisch organisiert. Die Lehrer sind ganz besonders, bekommen aber fast kein Geld für ihre Arbeit. Das ist vermutlich auch der Grund, warum sie länger arbeiten als sie müssten. ( Danke an @elbwiese).
Ach ja, die Räume sehen aus wie Hulle.

Film Rebel High School
Das ist sie:
Schule für Erwachsenenbildung

Das habe ich die Tage gefunden.
Zuerst denkt man, dass sie nie im Leben zusammenpassen. Hazel und Carmen, Robert und Thomas.Dann aber doch.
Meine Idole zusammen 😉 Kurzfassung

Hier alles