Karma und Orangina

Was ist eigentlich mit den Leuten los? Heute wieder eine lange Diskussion mit einem Herrn, der der Meinung ist, dass Putin eigentlich die Ukraine zusteht. Und dass damals die NATO sich ausgedehnt hat und Putin im Bundestag gebeten hat, es nicht zu tun.
Nein, hab ich gesagt die Ukraine wollte Russland nicht, sonst wären sie mit Blumen an der Grenze gestanden. Und nein, die ganzen Länder sind freiwillig der NATO beigetreten, um Russland zu entkommen. Sie können jederzeit wieder austreten, wenn sie möchten.
Und dann das Übelste, die Ukrainer bekommen hier zu viel Geld und arbeiten nicht. Sie arbeiten nicht, weil die meisten Frauen mit kleinen Kindern sind, die zuerst die Sprachprüfung bestehen müssen. Sie können nicht in ihrem ursprünglichen Beruf arbeiten, weil diese sehr oft nicht anerkannt wird hier. Was macht man mit einem Jurastudium aus der Ukraine in Deutschland? Hier gibt es einige Frauen, die sehr hohe Ausbildungsgrade haben, diese Berufe aber in Deutschland nicht ausüben können. Die Juristin macht übrigens gerade eine online-Ausbildung zur Grafikdesignerin. Die Buchhalterin hat so schnell Deutsch gelernt, dass sie jetzt wieder als Buchhalterin arbeitet.
Er kennt übrigens keine Ukrainer.
Ach ja, und wir haben alle Waffen in die Ukraine gegeben und jetzt haben wir keine mehr, wenn die Russen kommen. Ach so, und ich dachte, die meinen es gut.
Herr, wirf Hirn herunter.

Und falls Sie Argumente benötigen: so hoch ist das Bürgergeld.
Und das Jobcenter kontrolliert genau, ja, auch die Konten in der Ukraine. Wenn dort noch was ist, gibt es hier nichts.

Ich finde nicht, dass da Neid die angemessene Reaktion ist. Und ich möchte mit niemandem mehr über all das reden müssen. Ich fühle mich dann ganz ausgelaugt, es kostet Kraft. Aber vielleicht bekomme ich ja Karmapunkte, wer weiß.


Seit immer sage ich Orangína, und werde in Abständen berichtigt. Ich mag das Zeug, hier gibt es das ab und zu. Halte ich so ein Fläschchen in der Hand, sitze ich sofort irgendwo in Frankreich auf einem Marktplatz und schaue zum Kirchturm hinauf.
Herr croco hat jetzt die Getränkehändlerin so beeinflusst, dass immer wieder eine Kiste hier landet. Die Geschichte des Getränkes kenne ich, aber jetzt erst habe ich den Beweis, dass ich es richtig ausspreche.



Ralph!
Ein Träumschen
Lebensgefährte
Geld und Kartoffeln
Schnelldiagnose
Butterflies
Verstauen ist alles
Ein Mal reingucken
Unglaublich
Keiner will mehr
Ach so geht das
Ich hab die Treppe genommen. Na klar.
Tricky
Botanik rulez!
Murmelbahm
Wellenbad
Gute Idee

Flügelchen und Links

Heute ist der Tag, der mit vernünftigen Temperaturen besticht. Diese Hitze der letzten Tage lähmte mich, die Lethargie legte mich auf die Couch. Heute flutscht es ungemein.
Das Auto lässt sich die Schrammen schön machen und ich fahre mit dem Mietwagen durch die Gegend, außen Citroën, innen Lada. Ja, ich bin verwöhnt.
Viel zu erzählen gibt es eh nicht. Außer natürlich all die Geschichten, die ich nicht erzählen kann, die Geschichten anderer Leute.
Mannomann, die landen immer alle bei mir. Vielleicht liegt es daran, dass ich gut zuhören kann und nichts weiter erzähle.
Wenn alle tot sind, schreibe ich es auf. Aber dann hab ich auch schon Flügelchen.
So gibt es statt abenteuerlicher Geschichten eben Links aus dem Internet. Auch nicht schlecht.

Ein Macher und Betonbauer baut ein ehemaliges Schützenhaus um mit waghalsigen Treppen und Käselöchern in der Wand.
Roomtour im SWR

Zu faul zum Gucken ob ich den hier schon gepostet habe

Magisch
Sprachen können
Zeig mir den Weg
Pust pust!
https://vm.tiktok.com/ZNdUCx9kc/“ target=“_blank“>Genau hinschauen
Wenn Ihnen ganz ganz langweilig ist.
Der Ampel eine Stimme geben
Bisschen Zeit schrubben
Ich versteh Dich
Heiratsantrag
Heidi!
Lerchenfenster
Kuhklo
Freestyle Häkeln
Payaso
Das ist er, Karcocha. Ein Chilene, der als Streetartkünstler weltweit unterwegs ust.

Prozession und Kirschen

Heute ist Fronleichnam. Als Kind habe ich es geliebt, in neuen Schuhen und hellblauem Mäntelchen hinter dem Himmel mit Pfarrer und Monstranz her zu marschieren. Man ging bei der Prozession von Altar zu Altar. Dort roch es wunderbar nach den bunten Blumenteppichen. Später dann war ich dabei, Blumen zu sammeln und in den frühen Morgenstunden die Teppiche mit Blütenblättern auszulegen. Das Sammeln war eine schwierige Sache. Wir gingen von Haus zu Haus und fragten nach Blüten. Manchmal bekamen wir Pfingstrosen, mal gelbe, mal weiße Blüten, lila war selten. Es kam öfter vor, dass wir barsch zurück gewiesen wurden. Dieses katholische Brauchtum konnte man in der pietistischen Gegend nicht dulden. Dazu mault man am besten die Kinder an. Und man putze die Fenster oder machte Krach, wenn gerade die Prozession vorbei zog.
Zurück im Pfarramt gingen wir in den Keller und sortierten die Blüten nach Farben. Dazu standen Eimer bereit. Wir mussten schauen, wie die Farben zum Entwurf passten. Er musste geändert werden, wenn eine Farbe zu wenig da war. Zur Not griff man auf Torf und Sägemehl zurück. In verregneten Frühsommer war das oft der Fall.
Man hoffte überhaupt, dass es nicht regnete. Dann gab es keine Prozession, der schöne Himmel bestand ja aus Stoff und Goldfäden.
Das Kunstwerk insgesamt war eh kurzlebig. Die Gläubigen versuchten schon, nicht über den Blumenteppich zu latschen, es gelang nicht immer. Der Altar, in guten Jahren gab es sogar zwei, blieb meist bis am Nachmittag stehen, dann war die Pracht vorbei. Man fegte die Reste zusammen, baute den Altar ab und räumte alles wieder in den Pfarrkeller. Die Kreidespuren auf dem Boden waren noch ein paar Tage zu sehen.

Nachtrag: Bedeutung des Begriffes Fronleichnam

Eigentlich wollte ich was zum 17. Juni posten, was das für ein trauriger Feiertag war in meiner Kindheit und so weiter, aber dann hab ich es gelassen. Ich hab alle anderen Länder beneidet, die im Sommer ihre Nationalfeiertag hatten und den lautstark feierten. Die Leute mit Verwandten im Osten stellten Kerzen ins Fenster und gedachten all der Schikanen, denen diese Menschen ausgesetzt waren. Insofern kann ich es einfach nicht verstehen, dass man sich an diese Zeit zurück sehnt, weder im Westen noch im Osten.

Ansonsten ist hier Kirschenernte, ich hab einen neuen Aufsatz gekauft für die lange Stange. Die Bäume sind so alt, dass man keine Leiter anlegen kann. Das wäre lebensgefährlich, die Äste schlitzen und brechen bei der geringsten Belastung. Jedenfalls esse ich jeden Tag ein halbes Kilo Kirschen und habe entsprechend Bauchweh. Das ist aber egal. Zuerst dachte ich, ich kauf einen neuen Kirschenentsteiner, der alte macht eine Riesensauerei. In der Küche sieht es dann immer nach Blutbad aus.
Was mache ich dann mit den entsteinten Kirschen? Da muss ich wieder Marmelade kochen, und das bei dieser Hitze. Ich könnte auch meine traditionelle Vorgehensweise anwenden. Wenn ich keine Lust habe auf Einkochen im Hochsommer, friere ich den ganzen Krempel ein und vor Weihnachten kommt noch mal eine Phase des hauswirtschaftlichen Werkelns, da genügt es immer noch, Marmelade zu kochen. Entsteinen muss ich trotzdem.

Wenn Sie jetzt denken, kein Wunder, dass die Frau Bauchweh bekommt, isst sie auch unreife Kirschen. Nein, die Kirschen sind eben gelb, viel röter werde sie nicht. Es ist eine alte Sorte, vermutlich eine Knorpelkirsche, der Baum ist fast hundert Jahre alt.



Nina Hagen Staatsfeind
Überbestorchung
Humor killt alles
Sag ich doch: Humor
Hops
Antrag
Mutterliebe
Doch Protest, na also.
Nochmal
Sachen gibt es
Tänzchen
NaDu kleiner Radler
Texas halt
Everybody, who is not a leader