Tag 59/ Gregor, Julia und Hannes

Die Dokumentation über Wurzen geht mir nicht aus dem Kopf. Was macht man, wenn die eigenen Kinder oder welche aus dem Bekanntenkreis den Rattenfängern auf den Leim gehen? Die Jugend scheint wieder anfällig zu sein. Wo bekommt man Hilfe? Es gibt Präventionsberater


Heute war der erste Sitzungstag des 21. Bundestages. Gregor Gysi hielt die Rede als Alterspräsidenten. Es kamen immer wieder Zwischenrufe von der AfD. Ich hatte den Eindruck, das verunsicherte ihn.
Ich glaube, Julia Klöckner ist die richtige Frau für das Amt der Bundestagspräsidentin, sie wird auch die Rechten im Griff zu haben. Sie hat sie heute zurechtgewiesen, im richtigen Ton.
Vamos a ver, wir werden sehen.


Der Nationalheilige von Rheinland Pfalz plus Taunus ist der Schinderhannes. Es war wohl eher kein Robin Hood des Mittelrheins und des anliegenden Berglandes sondern ein Räuber, der sich nicht erwischen ließ. Er kam aus einer Familie von Henkern und Abdeckern und war schon früh kriminell. Er schloss sich mit anderen zu Banden zusammen, die sich in Mühlen in abgelegenen Tälern versteckten. Wurde er gefangen, entkam er immer wieder. Irgendwann entkam er nicht mehr und wurde hingerichtet. Man berichtet von 30.000 Zuschauern.
Sein Skelett war gut aufbewahrt an der Uni Heidelberg. Doch mittlerweile ist es verschwunden und nur noch das seines Kumpels, dem schwarzen Jonas, liegt in der Kiste. So, und nun hat dies ein Forscher der Uni Innsbruck untersucht und herausgefunden, dass man wohl früher die Skelette verwechselt hat und man doch das des Schinderhannes aufbewahrte.Quelle. Interessant finde ich, dass es Nachkommen der fünften Generation gibt, an deren DNA man es testen konnte. Wer ist das wohl, der sagen kann, mein Ur-Ur-Großvater ist ein berühmter Halunke?

Jedenfalls gab es in Simmern Schinderhannes Festspiele


Empfehlung: Putins Gift auf ARTE.
Wir haben es gerade angeschaut.
Putin ist ein vom Westen gepudertes Monster.


Mathematik ist schön

Bärbel Bas!

Ich liebe Cosinus

Ostertoffel

1967

Tag 58/ Bonanzarad

Im Wunderland in Hamburg kann man jetzt schauen, wie die Landschaften sich beim Klimawandel verändern.
Warmland.

Die Roller gab es in der Kindheit, durften allerdings nur im Stadtpark verwendet werden. Den Holländer kenne ich nur aus Erzählungen, den Kettcar hätte ich gerne gehabt, aber nun: Mädchen.

Das Wunschrad meiner Jugend war ein Alurad. Meines war schwer und das Haus hatte Stufen. Jeden Morgen musste ich es raustragen, am Nachmittag wieder rein. Draußen stehen lassen ging nicht, es wäre schnell verschwunden.
Der Junge meiner Träume hieß Peter und er hatte ein Bonanzarad in Grün. Meine Freundinnen und ich warteten am Morgen so lange, bis er und sein Cousin um die Ecke bogen. Dann zogen wir hinterher. Ein Jahr vielleicht oder zwei ging das so, aber an uns hatte er kein Interesse. Und er hatte dann auch ein 50iger Motorrad. Da kamen wir nicht hinterher.
Und später hat er die Schule gewechselt.
Das Bonanzarad gab es auch in Alu, wow!
Jedenfalls hat man schon 1980 Elektroräder hergestellt, sieh mal an. Mofas gab es später in meiner Jugend, Motorfahrräder der Marke Solo.
Die Firma gibt es noch! Früher haben sie auch noch Rasenmäher hergestellt und Motorsägen. Den Ton der Zweitakter werde ich nie vergessen. Sie machen Musik.
Ich hatte jedenfalls eines organisiert, als meine Eltern im Rahmen einer Romantikattacke auf‘s Dorf zogen und ich mit dem Fahrrad auf den Berg kam. Naja, sie waren dagegen, sagen wir es mal so. Also gab es den Schulbus, das war es. Ende der Freiheit.

Tag 57/ Frau, Fisch und Fahrrad

Wenn Ihnen das Wasserloch in Namibia zu langweilig ist, können Sie ja mal zur Schleuse schauen. Dort kommen Fische an. Wenn man sie sieht, kann man sie melden und die Schleuse wird geöffnet.
Man kann gerade nicht klingeln, aber gucken.Hier geht es direkt zur Schleuse

Im Fahrradmuseum in Bad Brückenau sitzt eine unglaublich nette Dame an der Kasse, die einem erklärt, wo man am besten lang geht und wo genau es nach Fahrrädern riecht.
Wie faszinierend ist die Geschichte vom Laufrad über das Hochrad zum heutigen Fahrrad. Das Laufrad konnte sehr bequem sein, man kam aber nicht sonderlich schnell vorwärts. So kam man auf die Idee, Pedale an die Nabe zu schrauben und das Vorderrad so groß wie möglich zu machen.
Plötzlich ging es schnell, das Radfahren. Doch war es gefährlich. Ein kleiner Stein und man fiel über das Vorderrad auf die Strasse. Aus der Höhe konnte das tödlich sein. So wurde das Vorderrad klein, das Hinterrad groß. Das ließ man aber bald wieder. Man versuchte andere Antriebsarten, bis man auf die Ketten und das Zahnrad kam. Wie hübsch konnten diese sein!
Materialen wurden ausprobiert, Bambus, Holz, Aluminium, um die Räder leichter zu machen. Die Nabe musste nicht in der Mitte sein. Man hatte geflochtene Körbe, um die wertvollen Räder beim Transport nicht zu beschädigen. Und man fand eine Möglichkeit, wie man verhindern könnte, dass die Kleidung sich in den Speichen verfingen.
Zuerst war das Rad eine Möglichkeit, irgendwo hin zu kommen, wo man es zu Fuß kaum hin schaffte. Freiheit also. Und dann kam der Sport und Geschwindigkeit und dann die Rennen. Das alles war lange den Männern vorbehalten. Was gab es für Ausreden dafür, Frauen nicht Rad fahren zu lassen!
Bei ARTE kam die Tage ein Film dazu. Die Pionierinnen des Fahrrads. Ein paar mutige Frauen haben sich damals durchgesetzt gegen alle anatomischen Begründungen. Und man versteht, warum man den Frauen in Afghanistan das Radfahren verbietet. Auch diese Freiheit gesteht man ihnen nicht zu.
Ich erinnere mich noch so gut an den Tag, an dem ich mein Fahrrad bekam. Es war heiß erseht und lange gewünscht. Ich konnte schon fahren, hatte es von den Cousinen auf dem Vorplatz gelernt. Aber wir lebten in der Stadt mit Bundesstraße und Kopfsteinpflaster. Klingt romantisch, oder?
Jedenfalls hatte der Autohändler gegenüber einen Fahrradverkauf. Und das Rad war gelb und roch unglaublich gut. Es kostete 110 D-Mark und es hat mich lange begleitet. Es hatte keine Gangschaltung und man kam nur im Stehen den Berg hoch. Und ich bilde mir ein, dass ich meine Beinmuskeln aus der Zeit habe.
Leider darf ich heute nicht mehr fahren, was ich sehr oft bedaure. Das Gefühl der Freiheit auf dem Rad ist mit nichts zu vergleichen.
Dafür verfolge ich Frau Rebis voller Leidenschaft auf ihrer Reise.

Zum Titel: Frau, Fisch und Fahrrad.