Wir kennen die Familie schon lange. Ich weiß noch, als die Oma der Küche stand und kochte.
“Wir sind doch alles Menschen”, sagte der Besitzer.”Und wenn ich jetzt höre, wie viele reden, bekomme ich Angst. Wir sind aus Sizilien gekommen, in mir ist Griechenland und bestimmt auch Ägypten. Das ganze Mittelmeer ist in mir. Und die Menschen hier sind doch auch von überall her.“ Wir erzählen ihm von unserem Mischmasch. Und sind zusammen ein bisschen verzweifelt darüber, wie die Menschen jetzt reden.
Weltpolitisch gilt nichts mehr, Anstand und Ehrlichkeit sind seltene Ware geworden. Trump hat keinerlei Hemmungen mehr. Er bricht Verträge und lügt, was das Zeug hält. Ich hoffe nur, dass der Rest der Welt zusammen hält, während Trump innerhalb kurzer Zeit komplett die Seite wechselt Richtung Russland, mitsamt seinem Volk in Geiselhaft.
Naja, man hat ihn gewählt und man war gewarnt.
Mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen, so hieß das früher in den Zeiten von Wegelagerern und Strauchdieben. Ach menno, so ein Gesamtmist.
Eigentlich sollte man sich freuen über Frieden. Der Frieden in der Ukraine wird vermutlich ein fürchterlicher sein. Trump und Putin treffen sich und wollen untereinander regeln, wem was gehört, ohne die Ukraine, ohne Europa.
Wir sollen dann den Aufbau bezahlen und eine Schutzarmee bereitstellen. Und Russland bekommt das, was es will, all das eroberte Gelände und dazu noch einen Nachbarn, der neutral sein muss, ohne Schutz der NATO.
Diktatoren unter sich. Es wird einen traurigen Frieden geben.
Es gibt Dinge, die sich meinem Verständnis komplett entziehen. Dazu gehört der Besitz eines Thermomix und die Exstase darüber. Eine Freundin hatte uns vor Jahren mit anderen Menschen zu einer Thermomixparty geladen. Es dauerte Stunden, bis alles Essen produziert und portioniert in den Mägen der Anwesenden gelandet war. Dazwischen gab es übles Vertretergelaber. Wir sind höflich geblieben, aber es war elendig. Die Party fand statt, damit die Firma der Freundin 50 € bezahlt. Als wir wieder vor dem Haus waren, sagte Herr croco, wenn nochmal sowas ist, dann gebe ich die 50 € und bleibe zuhause.
Im Grunde wurde uns ein sauteurer Kochtopf mit Rührer und Waage vorgestellt, der sprechen kann.
Ich kenne aber genug Menschen, sie sehr glücklich sind über den Besitz eines solchen Gerätes. Ich glaube, er ersetzt die Tupperreligion vollständig.
(Über das Beuteltier und Quentin Quarentino bei Bluesky habe ich das hier gefunden.)
“Das Wort Boykott geht auf Charles Cunningham Boycott zurück, einen in Irland lebenden englischen Grundstücksverwalter. Während des Land Wars nach 1870 rief der irische Nationalistenführer Charles Stewart Parnell seine Landsleute zum gewaltlosen Widerstand auf. Infolge der 1880 von Parnell und der Irischen Landliga organisierten Aktion fand Boycott keine Pächter mehr, er wurde „boykottiert“ und bedroht, seine Diener dazu gezwungen, ihn zu verlassen, seine Zäune eingerissen, seine Briefe abgefangen und seine Lieferungen behindert. Dieser erste erfolgreiche Boykott gab allen anderen den Namen.“
Wo habe ich da mitgemacht?
Bei dem Boykott der Früchte aus Südafrika aus Protest gegen die Apartheid und beim Boykott der Volkszählung, weil ich gegen die ausufernde Datenerfassung war. Naja, die Apartheid ist offiziell abgeschafft, und wo wir mit der Datenerfassung gelandet sind, weiß jeder. Zumindest die heute strengen Gesetze beruhen auf den Protesten von damals.
So, und jetzt habe ich den Boykott aller Waren und Dienstleistungen aus den USA beschlossen.
Ich ärgere mich ein bisschen, dass ich keine Streamingdienste abonniert habe, die ich jetzt kündigen kann. Bei Herrn Rau habe ich eine Aufstellung gefunden, die man verwenden kann. Entmilliardärisierung hat Frau Passig das genannt.
Facebook und Insta habe ich aus Kontaktgründen mit Schülern und ehemaligen Schülern. WhatsAppkontakte habe ich im Grunde mit drei Personen, die das mit Signal und Threema nicht raffen oder möchten. Ich bin mir da noch nicht ganz sicher. Jedenfalls bin ich under cover da. Ich erlaube keinen Zugang zu meinen Kontakten, dafür darf ich keine Namen sehen und keinen einzigen Status, nur Nummern. Damit kann ich leben.
Apple wird schwierig, Amazon vermutlich auch. Wir wohnen ja ziemlich weit weg von allem. Im nahegelegenen Städtchen gibt es halt Rewe und Discounter, einen Baumarkt und so Trashläden. Fachgeschäfte sind aus.
Dafür müsste ich fast 40 km ins Rheintal fahren. Das überlegt man sich schon. So verwende ich Amazon zur Recherche und suche dann den Hersteller direkt.
Andere beschäftigen sich auch damit. In Canada werden Reisen in die USA storniert und Coca Cola bleibt in den Regalen.
Oder wie sagt Herr croco?
Sei froh, dass Du schon am Grand Canyon warst.
Beispiele dafür, dass es nichts gebracht hat, ist die Liste boykottierter Lieder.
Eines davon wurde in Bayern und in der ZDF- Hitparade nicht gespielt.