Provocare

Ein bisschen Kunst?

In Frankfurt im Schirn gibt es gerade eine Ausstellung von Hans Haacke, einem Schüler Beuys. Ich kannte einzelne Werke, sie waren damals einfach sehr provozierend. Hier stehen sie aber alle zusammen und wirken. Die Hofbepflanzung im Reichstag kennen Sie, „Der Bevölkerung“?
Alle Abgeordneten bekamen ein Stoffsäckchen und brachten Erde mit aus ihrem Wahlkreis. Damit füllte man die Zwischenräume. Neue Abgeordnete bringen neue Erde. Für jeden, der geht, wird wieder Erde entfernt.

Als Student hatte er bei der Documenta in Kassel gearbeitet. Und dort auch Fotos gemacht von den Zuschauern. Viel später wurden sie veröffentlicht, sie waren namenlos im Archiv gelagert worden. Hans Haacke meldetet sich dann.
Er arbeitet eine Ausstellung für die MOMA in New York aus. Dazu hatte er Strassenzüge in Manhattan fotografiert und aus den Grundbüchern die Besitzer herausgesucht. Also den Besitzer. Er kam auf ein Geflecht von Holdings, die auf eine Person zurückzuführen war, Herrn Shapolsky.
Die Ausstellung wurde untersagt.
In Köln sollte er über den Mäzen Ludwig für das Ludwig Museum eine Ausstellung vorbereiten. Er kam darauf, dass nicht edle Gesinnung hinter allem steckt sondern Steuersparmodelle für seine Familie und Nötigung staatlicher Organe. Die Ausstellung „Der Pralinenmeister“ wurde abgesagt.
Es gibt so viel zu entdecken, nehmen Sie sich Zeit.
Frankfurter Rundschau dazu.

Die andere Ausstellung beinhaltet Werke von Carol Rama. Diese Turinerin verstört auf mehreren Ebenen. Ihre ersten Bilder zeigen recht viele Geschlechtsorgane, später kommen noch Augen dazu und Fahrradschläuche.
Unkonventionell und auch provokant, das trifft es. Man versteht die Bilder dann besser, wenn man erfährt, dass ihr Vater sich umgebracht hat und ihre Mutter immer wieder in der Psychiatrie war. Dort sind wohl die Nacktbilder entstanden. Jedenfalls wurde die Ausstellung damals auf Intervention des Vatikans geschlossen und die Bilder beschlagnahmt.
Die Bilder wirken nach, vor allem die dreidimensionalen. Im Film unten kann man sie gut sehen.


Frauenhosen
Falten
Rudelfoto
Pilzextase
Daisy!
Soziale Laute
Von wegen: überall gleich
Tante Tinder
Eintüten
Winterfest
Winterfest 2
Sempf
Ausprobieren
Mit Gaul

Die Pferdefrau

Wanderer, kommst Du in die Pfalz, gehe auf den Donnersberg.
Dort steht ein Turm, der Luwigsturm. Ja, er darf so heißen: Kónig Ludwig II aus Bayern hat es erlaubt.
Wikipedia
Die Aussicht soll gigantisch sein. Wir haben halt viel Nebel und ein paar Lichtblicke Richtung Süden.
Jedenfalls gibt es unten einen Kiosk mit einem sehr freundlichen Herrn, der Glühwein, Kinderpunsch, Met, Honig und Würste anbietet. Und den Schlüssel für den Turm.
Und bei Bedarf erzählt er von den Kelten, die hier gesiedelt haben und von der Nibelungensaga. Er kennt sich wirklich gut aus.
Ein anderer Wanderer hat auch den Weg hier in die Kälte gefunden.
Er kenne sich auch prima aus mit den Nibelungen, sagt er. Er besuche schließlich jedes Jahr die Festspiele in Worms. Ich glaube nicht, dass er sieht, dass wir drei alle die Augen verdrehen. Also, wenn es erfundenen Geschichten gibt, dann dort.

Das Keltendorf hat erst wieder im April geöffnet.
Dafür gibt es eine seltsame Pferdefrau zu sehen.


Mögen Sie eine traurige und schöne Geschichte lesen?

Das Erbe von Frau W.
( der Link ist vom Verfasser auf Mastodon)

Und noch eine schöne Wiederfindgeschichte von Erika. Die verschwundenen Freundin.
(Ich weiß nicht mehr, wo ich den Link her habe)


Wie sucht und findet man im Osten die Liebe, wo es doch so viel Hass zu geben scheint? Der MDR hat einen schönen Film dazu gezeigt, mit allen Facetten der Liebe. Und sehr interessanten Menschen.
Tatsächlich echte Liebe


Und noch etwas TikTok.

Ach, Hund!
Ach, Baby!
Ach, Museum!
Angraben für Akademiker 1
Angraben für Akademiker 2
Sie geben einem so viel zurück
Warum?
Eisfisch
Falsche Prägung
Es ist kalt in Versailles

Lieblingsposts im Dezember 24

Ein Jahr ist zu Ende. Und ich habe keine große Lust es zusammenzufassen. Ein großer Umbruch hat stattgefunden. Eine große Verantwortung ist einfach von mir abgefallen. Zuerst war dies beunruhigend und jetzt ist alles gut.
Es war zuerst ein anstrengendes, dann ein verwirrendes und jetzt ein gutes Jahr.
Naja, Spass an Mastodon hab ich weiterhin. Bluesky ist mir zuviel, zu unpersönlich, macht aber nicht. Nur kann man eben nicht immer Tsunami vertragen.
Los geht‘s.