Die letzten Tage war ich ziemlich faul, genauer gesagt sehr faul.
Außer essen, rumliegen und rumspazieren habe ich nichts gemacht.
Das ging auch, weil das Essen im Hotel vorzüglich war. Ich liebe Hotelweihnachten. Es ist sowas von konfliktfrei, dass es schon unheimlich ist. Aber gut, dafür haben viele viele Jahre Menschen dafür gesorgt, dass es mir nicht so gemütlich war. Aber gut, vorbei.
Und Herr croco ist auch ein friedliches Wesen, so dass es uns einfach gut ging. Ich habe aber trotzdem ein paar TikToks gesammelt.
Vielleicht haben Sie ja Spass daran.
Und ich mag Krippen. Ein paar habe ich gesammelt. Eine war eingesperrt im Beichtstuhl. Man konnte das Licht anmachen und dann sah man ein gefesseltes Schaf zu Füßen der Krippe.
Eine andere fand sich ganz abgelegen in einem Fort ein Frankreich. Beim Rumspazieren hörten wir Musik. Wir gingen ihr nach und fanden im Ziegenstall eine komplette Heilige Familie.
Noch eine kam mit lila LED Beleuchtung daher oder dann mit einer kompletten Stadt im Hintergrund. Eine weitere stand auf dem Weihnachtsmarkt von Frankfurt, schusssicher untergebracht.
Und ein anderes Mal fehlte das Jesuskind, einfach so.
Das geht doch nicht. Das hat da zu liegen, zwischen Ochs und Esel.
Diese Tage habe ich den Podcast vom Falter, einer österreichischen Zeitung gehört. Klenk und Reiter, einer Journalist und der andere Gerichtsmediziner analysieren meist ungewöhnliche Todesfälle, sagen wir mal so. Dieses Mal haben sie sich mit dem Marihuana beschäftigt.
Also meist fragt der eine und der andere antwortet.
Dieses Mal haben sie sich mit dem Kiffen beschäftigt. Es ist interessant, weil sie sich mit neueren Forschungsergebnissen befassen. Dass der Wirkstoffgehalt im Hanf extrem zugenommen hat und dass er Psychosen auslösen kann, ist ja bekannt. Was das mit Kriminalfällen zu tun haben kann, war mir nicht bekannt. Macht Kiffen krank?1 Macht Kiffen krank? 2
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Eine andere Sache. Bestimmte Parteien möchten gerne wieder zurück zu Kernkraft, wahlweise zur Kernfusion. Die Kernfusion möchten nur die, die nicht wissen, dass sie bisher nicht funktioniert. Man legt gerne Bodennebel und seit vielen vielen Jahren heißt es, in zwanzig Jahren wird sie funktionieren. Naja.
Die Kernkraft ist ein anderes Problem. Der Abgeordnete Robin Mesarosch erläutert, was das heißt und welcher Aufwand dazu betrieben werden muss. Diese Rede kann man getrost jedem Atomkraftbefürworter vorspielen
Eine andere, sehr beunruhigende Tatsache, kommt aus Tschnernobyl. Dort kam es 1986 zu einem großen Unfall in einem Kernkraftwerk.
Die Gegend dort wird nicht mehr bewohnt, Wölfe, Baren und Luchse sind zurück gekehrt.
Jetzt haben spanische Forscher festgestellt, dass es dort schwarze Baumfrösche gibt. Dunkel Haut bedeutet normalerweise, dass die Haut Melanin einlagert als Schutz gegen UV-Stahlung. Die Strahlungsenergie führt zu erhöhten Mutationsraten, also einer Veränderung der DNA.
Wir Menschen werden halt braun, wenn wir viel an der Sonne sind. Die Haut schützt sich. Es zeigt sich, dass die Menschen in der Äquatorregion von Natur aus eine dunklere Haut haben, ein evolutionärer Vorteil. Je weiter man nach Norden oder Süden kommt, braucht man den Schutz nicht so sehr, die Hellhäutigen können eher überleben. Die UV Strahlung nimmt ab. Die Mneschen können dafür besser Vitamin D in der Haut synthetisieren, die Strahlung dringt in tiefere Hautschichten ein. In Canada hat man festgestellt, dass Kinder dunkelhäutiger Menschen öfter die Englische Krankheit bekommen, also Rachitis, ein Vitamin D-Mangel durch Mangel an Sonnenlicht. Die Melaninschicht schirmt die Haut ab, es kann nicht genug Vitamin synthetisiert werden.
So, zurück zu den Fröschen. Die spanischen Forscher Germán Orizaola und Pablo Burraco haben 2016 in der Gegend von Tschernobyl schwarze Frösche entdeckt. Je verstrahlter die Gegend, desto dunkler waren die Frösche.
Die dunkle Haut schützt vor der radioaktiven Strahlung und so überleben die dunkeln Tiere und können besser vermehren. Originalartikel.
Es sind nur Frösche? Naja, sie zeigen an, was da ist.
Worüber man wenig spricht, sind die jahrzehntelangen Folgen für die Bevölkerung, wenn es schief läuft in einem Kernkraftwerk.
Die starke Fokussierung auf Schilddrüsenkrebs hat dazu geführt, dass weitaus gefährlichere Tschernobyl-Folgen aus dem öffentlichen Bewusstsein verdrängt wurden: So kam es bei den Liquidatoren und den Bewohnern der stark kontaminierten Gebiete auch in zahlreichen anderen Organsystemen zu signifikant erhöhten Raten von Leukämie und Lymphomen sowie Malignomen der Prostata, der Haut, der Nieren, des Darms und der weiblichen Brust
Fehlbildungen, chromosomale Aberrationen wie Trisomie-21 und die Erhöhung der perinatalen Sterblichkeit in Abhängigkeit zur Kontamination mit Cäsium-137 wurden bereits wenige Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe in Weißrussland, der Ukraine und einigen mittel- und osteuropäischen Ländern registriert.
Auch konnte gezeigt werden, dass sich das Geschlechterverhältnis zwischen weiblichen und männlichen Neugeborenen zugunsten des männlichen Geschlechts veränderte, was den Schluss zulässt, dass in Europa zwischen 1987 und 2011 rund 500 000 Mädchen weniger geboren wurden, als zu erwarten gewesen war.
Friedrich Merz findet ja Windräder hässlich, und ist für Kernfusion und den Wiederaufbau von Kernkraftwerken. Vielleicht mag er ja schwarze Frösche?
So, jetzt ist Schluss mit den schlimmen Sachen, es ist Weihnachten.
Wir dürfen uns freuen am Frieden im Kleinen, an den Lichtern und an der gemeinsamen Zeit mit Menschen, die man mag und die uns mögen. Oder man freut sich daran, dass man einfach mal seine Ruhe hat.
Frauen in Afghanistan.
Alles, was sie an Freiheit hatten, wird ihnen unter den Taliban geraubt. Sie führen ein unwürdiges Leben eine Sklavin.
Die einzige Freiheit, die sie hat, ist, auf dem Dach die Wäsche aufzuhängen. Trotzdem möchte sie helfen. Heimlich schleicht sie sich aus der Wohnung, um mit ihren Freundinnen Lebensmittel zu verteilen.
Zurück geht alles auf die Heilige Elisabeth. Sie brachte den Armen Brot aus den Vorratskammern der Wartburg. Eines Tages wurde sie erwischt, und als sie die Tücher zurück schlug, waren aus den Broten Rosen geworden.
As we come marching, marching, we battle, too, for men—
For they are women’s children and we mother them again.
Our days shall not be sweated from birth until life closes—
Hearts starve as well as bodies: Give us Bread, but give us Roses.
Seit gestern bin ich unterwegs auf meiner Adventstour. Ich fahre einfach zu Menschen, die mir gut tun, und bringe eine Kleinigkeit und wünsche frohe Feiertage. Manchmal sind sie da, manchmal auch nicht.
Mal gibt es Kaffee und ganz viele Geschichten, mal eine kurze Umarmung an der Tür und mal ist niemand zuhause. Das macht nichts.
Ich freu mich, Menschen nach Monaten, manchmal nach Jahren, wieder zu sehen. Und sie freuen sich auch. Kaum noch jemand kommt unangekündigt vorbei.
Ich denke halt, wer keinen Besuch möchte, geht nicht an die Tür.
Oder wie Herr croco sagt, wenn ihn jemand anspricht und was mitgibt für mich: Sie können gerne unangemeldet bei meiner Frau vorbei kommen, die freut sich immer.
Das stimmt.