Selbstwirksamkeit durch Basteln

Warum ich dem letzten Jahr eine zwei minus gegeben habe, liegt vermutlich daran, dass ich alle weltweiten Katastrophen abgezogen habe.
Nur wenn sie meinen Alltag betreffen, beschäftige ich mich damit.
Der Ukrainekrieg kümmert mich soweit, als dass ich im Unterricht ukrainische Kinder habe und dass ich, wenn ich kann, Kontakte für Arbeitsstellen vermittle.
Die Klimakatastrophe hat die Auswirkung, dass ich versuche, Nahrungsmittel regional zu kaufen. Und so wenig wie möglich das Auto zu benutzen. Ohne Fliegen werde ich es nicht schaffen, aber in Deutschland geht schon alles mit der Bahn.
Diese Bilder aus Israel und dem Gazastreifen kann ich nicht schauen, ich halte sie nicht aus. Und ich kann nichts an der Lage ändern.
Die Woche in Jerusalem und viel Angelesenes haben mir gezeigt, dass das alles ungemein komplex ist, und eigentlich nicht lösbar. Und es hilft niemandem irgendwo, wenn ich mich gräme. Mein Einfluss auf das Weltgeschehen ist als unerheblich.
So bleib ich in meiner kleinen Welt und versuche, verhalten vergnügt zu sein.

Und ich überlege, welche Teile meines Tuns fremdbestimmt sein. Und stelle fest : ein großer Teil. Wenn ich den abgearbeitet habe, bin ich meist zu müde und zu erschöpft für mein Eigenes. Die Krönung des selbstbestimmten Tuns ist ja, etwas zu schaffen, was es nie gab.
In diesem Artikel wird
Basteln statt fader Selbstoptimierung vorgestellt.
Das wird auf Simone Giertz hingewiesen,The Queen of shitty robots, wie sie sich selbst nennt. Ihr Vorbild ist Daniel Düsentrieb und sie hat den faltbaren Kleiderbügel erfunden. Und eben den Truckla. Ein Tesla wird umgebaut zum Truck.
Sie ist Schwedin und lebt in Los Angeles.

Ihr Shop bietet den Schraubenzieherring und den Kleiderbügel.

Die Norwegerin Martina baut sich ein Schloss.@TheNerdforge bei X und Nerdforge als YouTube Kanal.

Früher gab es in den Deckblättern der Zeichenblöcke die Vorlagen für Häuser. Ich habe sie ausgeschnitten und mit auf einem großen Karton eine kleine Stadt gebaut. Daran hatte ich großes Vergnügen. Später mochte ich komplizierte Strick- und Stickmuster.
Spätere Bastelarbeiten waren Vorbasteleien für Projekttage. Ich machte die Prototypen und dann wurde im Stil nachgearbeitet. Feenhäuschen, Recyclingzeugs, Kosmetik, Seife.
Mir fällt auf Anhieb nichts ein, was ich für mich aus Spass basteln könnte. Noch etwas, was rumsteht, denke ich.
Aber vielleicht mache ich dann doch mal den Kölner Dom aus Streichhölzern.

Jetzt noch zum Vergnüglichen und Interessanten.

Ein tolles Geschenk
Wäsche waschen für Minimalisten
Die Freude liegt im sinnlosen Tun

Bewegung im Alltag
Bewegung im Alltag: Geht auch auf dem Wasser
Bewegung im Alltag: mit Musik
Bewegung im Alltag: auf der Jagd
Auf der Jagd 2
Auf der Jagd 3
Sie kommen am frühen Morgen

Fisch an Land
Das Meer friert
Und Esel denken
Ziegen auch

Das alte Lied 🙂

Liebe
Manchmal ist es das Einfache…..
Oktopusliebe
Jetzt will ich sowas

Integration
Döner macht schöner

Propagandain der Feuerzangenbowle

Lieblingsposts im Dezember

Die Jahresendposts sind etwas durcheinander geraten.
Ich hoffe, Sie haben trotzdem Spass daran.
Ich habe mir gerade die Nägel mit Folie beklebt, so dass ich schick bin heute Abend. Es wird getanzt, getrunken und gegessen.
Ein bisschen Feuerwerk ist auch.
Aber da ist die Truppe gespalten wie immer.
Aber hey, Silvesterparty.

Jahresende 23

Der Biobauer hat den Gefrierschrank voll. Ich suche aus und wir sprechen über die Zukunft der Dörfer. Sie sind alle so klein und haben jeweils einen Bürgermeister und einen Ortsgemeinderat.
Sie sind zuständig für die Instandhaltung der Wege, für die kleinen Bäche und Brücken, die Brunnen, den Friedhof und den Spielplatz. Manche haben noch einen Kindergarten und ein Gemeindehaus zu versorgen.
Die Einkünfte sind überschaubar, die Kosten hoch. Wer dann noch ein Baugebiet rausgeleiert hat, bangt jetzt. Käufer treten zurück, können nicht mehr bauen, der Kosten wegen.
Dass aber mal ein Dorf sagt, wir bauen jetzt eine Windkraftanlage oder ein Solarfeld zusammen, so dass Geld reinkommt, das passiert nicht.
Wind ist genug da, und er reicht für alle.
Die Windräder der Umgebung gehören nicht den Dörfern selbst sondern irgendwelchen Investoren. Feinden sozusagen.
Man denkt sehr gerne bis zur eigenen Hecke. Dann ist aber Schluss.
Anstrengend ist das. Aber ich weiß auch nicht, wie man in den Zeiten des Individualisierten den Gemeinsinn propagiert.

So, das Neue Jahr ante portas. Ich habe es allerdings nicht so mit den Vorsätzen. Dazu bin ich zu vergesslich. Und die Träume in den Nächten zwischen den Jahren sind meist interessant, aber kurz nach dem Frühstück kann ich mich schon nicht mehr daran erinnern.

Wie war das letzte Jahr?
Ich habe meinen Frieden gemacht, mit Menschen und mit all dem, was ich nun nicht mehr kann und nicht mehr ändern kann.
Von manchen Menschen habe ich mich zurück gezogen, sie tun mir nicht gut. Mit anderen habe ich schöne Stunden und Tage verbracht. Und doch bin ich gerne für mich.
Ich mische mir nur ein, wenn ich merke, etwas läuft sehr schief. So gehe ich wieder zu Demonstrationen. Mein Grundsatz „für etwas“ und nicht „gegen etwas“ hilft mir da sehr.
Ich bin geduldiger und nachsichtiger geworden, altersmilde sozusagen.
Ich überlege, ob eine neue Freundschaft dazu gekommen ist. Nein, aber alte sind wieder auferstanden. Und andere sind durch Schicksalsschläge tiefer und enger geworden.

Was war noch gut im letzten Jahr?
Es gab kaum Äpfel. Noch so eine Flut wie im Jahr davor könnte ich nicht bewältigen. Dafür war vieles im Garten zurückzuschneiden, zu fällen. Aber das wurde gemacht. Man muss nicht nur gönnen könne, man muss auch auslagern können.
Ein neuer Apfelbaum ist dazu gekommen. Schon groß und schön und stark.
Meine geretteten Pflanzen aus dem Baumarkt stehen ganz gut da, im Wintergarten haben sie jetzt Pflanzenlampen bekommen.
Dann lese ich wieder mehr, was ich sehr genieße. Und ich wundere mich manchmal, warum ich hier davon kaum etwas schreibe.
Andere Bloggerinnen machen das so gut und sehr fachlich, dass ich da gerne dahinter zurück trete. Meine Besprechungen sähen auch ganz anders aus.
Aber vermutlich ist das so, wie wenn Nichtbiologen zu Biologen sagen „Ich liebe Tiere“ und Hund, Katze und Pferd meinen. Und bei einer Unterhaltung über Wattwürmer nur verwirrt schauen.

Was war schlecht im letzten Jahr?
Ich hatte Corona, oder besser: wir hatten Corona.
Herr croco ein bisschen, ich schlimm.
Ich hatte bis dahin fünf Impfungen weil ich weiß, dass mein Immunsystem sehr schlecht drauf ist. Ich bin mir sicher, dass wenn ich zu Anfang der Pandemie krank geworden wäre, ich nicht überlebt hätte.
Nun, dank Paxlovid bin ich nicht erstickt. Ich habe lange gebraucht, um wieder ohne Luftschnappen was Normales zu machen. Langsam ist die Kondition die alte. Mehrere Treppen in einem Durchgang zu gehen, ist immer noch nicht möglich.
Schlecht waren auch Unfreundliches in Bezug auf Erbe. Menschen werden da sehr seltsam, habe ich festgestellt. Und so werden kleine Risse zu großen Rissen. Nun, damit kann man leben. Schön ist, dass der Kontakt zur erweiterten Verwandtschaft enger wird.

Und die Reisen!
Wieder am blauen Meer zu sitzen, war sehr ergreifend für mich. Wieder auf Reisen zu sein und draußen zu sitzen mit den Freunden, die man lange nicht gesehen hat. Und dann etwas Pfalz, etwas Bodensee und etwas München.

Was wird im Neuen Jahr?
Langsam mache ich mir Gedanken darüber, wie die nächsten Lebensjahre wohl aussehen werden. Fange ich noch was Neues an? Eine neue Richtung im Tun? Eigentlich ist alles so wie es mir gefällt. Aber Spannung schade nie. Die Abenteuer des Alltags, Dinge, die ich noch nie gemacht habe, warten auf mich. Einige sind gestrichen wie Fallschirmspringen und Flaschentauchen, weniger spektakuläre wie Qigong und „im Leuchtturm übernachten“ warten noch.
Auch möchte ich wieder etwas Ehrenamtliches anfangen, aber nichts was so einengt. Ich hab ja schnell Funktionen an der Backe, die Arbeit machen.

Es war also ein gutes Jahr, sagen wir 2 minus.