Tag 72/ Rede und Locken

Wir sagen, wir wollen gegen Faschismus kämpfen. Klar. Sagt jeder. Aber man will auch der amerikanischen Regierung nicht vor den Kopf stoßen. Also wiederholt man ihre Unwahrheiten. Und wenn die deutsche Bevölkerung durch genug Rassismus in Talkshows aufgepeitscht ist… dann muss man den Wähler ja auch dort abholen, wo er steht. Und wenn mein Job bedroht wäre, wenn ich etwas sage, dann schweige ich lieber. DAS ist, wie Faschismus an die Macht kommt.

Wenn der Faschismus kommt, scheint noch immer die Sonne. Die Vögel singen. Sie gehen zur Arbeit. Alles ist normal. Nur trans Menschen verlieren ihre Rechte. Und Asylsuchende. Und Immigranten. Und Behinderte. Und Muslime. Und Juden. Und linke Journalisten. Und dann andere Journalisten. Und ich. Und Sie. Und niemandem ist mehr klar, wann es eigentlich zu spät wurde.

Ich verrate Ihnen etwas anderes, was ich von den Überlebenden gelernt habe. Selbst wenn morgen das Schlimmste passiert – wenn meine ganze Welt zusammenbricht und ich alles verliere – wird es doch auch ein Übermorgen geben. Und übermorgen wird die Welt irgendwie weiter gehen. Mit mir oder ohne mich. Aber dann will ich etwas darin hinterlassen.

Danke an Marina Weisband für ihre Rede zum 80. Befreiungstag des KZs Buchenwald.



Es ist kalt und sonnig heute.
Im Fitti spricht mich ein Herr an, ob ich denn eine neue Frisur habe. Nein, ich habe Friseurbedarf und habe so den ganzen Stubbelkopf zusammengewickelt und hochgesteckt.
Ob ich mir wieder Dauerwellen machen lasse?
Das sind keine Dauerwellen, meine Locken sind echt, sag ich.
Er hatte auch schon Dauerwelle, als es noch Haare hatte, sagt er.
Ich muss jetzt dringend weiterstrampeln.
(Ja, geht’s noch!)

Und ansonsten habe ich eine Freundin mit einem Sorgensohn. Was kann ich da sagen? Es hilft ja nichts, aber ich höre zu.


Duschvogel
Stromziege
Schubsfische
Balkonkatze
Pferdefrau
Sockenmemory
KI macht Albert

Ontario!
Step one

Tag 71/ Blüten und Wunderkinder

Sonne und Spaziergang, ein schöner Tag. Im Garten gibt es zwei Magnolien, zwei Kirschbäume und einen Pfirsichbaum. Und alle blühen!
Es gibt Nudeln mit Schinken und Bärlauch zu Mittag. Den Bärlauch habe ich gestern geschenkt bekommen und in einem feuchten Tuch im Kühlschrank aufbewahrt.
Es ist kalt und windig auf der Hochfläche, so dass wir einen geschützten Weg am Dorf vorbei durch‘s Tal nehmen.
Ich kann gut gehen, was bei meinen merkwürdigen Beinen zur Zeit ganz erstaunlich ist.
Aus gelben Bändern, einem Weidenkranz und einem Osterei aus Pappe bastle ich einen Türkranz. So sieht es ein bisschen feierlicher aus vor der Hütte.
Beim Telefonat mit einer Freundin reden wir über Aua und über eine andere Freundin, die sich widersprechende Aussagen macht. Wir sind ziemlich ratlos. Fragen mögen wir nicht, ihr scheint etwas peinlich zu sein. Sie hat nämlich Wunderkinder, aber vielleicht doch nicht.

Ich freu mich ein bisschen, habe Theaterkarten und Konzertkarten bestellt. Ja, jetzt erst. Die Saison ist bald rum. Ich wollte ja den Winter über ein Abo haben. Aber nun, Köln ist immer noch im vorgeburtlichen Zustand und Bonn hat mir nicht so gefallen, dass es zum Abo reicht. Aber der Plan steht fest.

Sachen gibt es
Freuden des Landlebens
Palme!
Lösungsgeschwindigkeit
Pinguine in Dubai
Bären in der Mikrowelle
Drums!
Für alle hier ☺️
Tänzchen


Only in America
Julie!
Ich sehe ihn nie wieder anders
George!

Tab 70 nach dem Tabubruch/ Tanz gegen Wahn

Vor 70 Tagen stimmten CDU und AfD gemeinsam ab. Der CDU hat es geschadet, was danach passierte, die AfD feiert Urstände. Was für ein Irrsinn! Es ist müßig darüber zu diskutieren, wer Schuld hat. Wichtiger ist: wie bekommt man die Kuh von Eis. Jahrzehntelang ließ man die Rechten im Grunde genommen machen was sie wollten. Dass sie die Jugend infiltrieren, dass sie sich in die Parlamente, in die Gremien hineinkraken, fällt jetzt erst auf. Man hätte früher…aber was soll’s.
Jetzt. Was geht jetzt? Schon wieder demonstrieren? Den Laden komplett verbieten?
Man müsste die fragen, die abgesprungen sind, was sie dazu bewogen hat. Ich kenne aber keinen.

So ein arbeitsreicher Samstag. Also nicht für mich, für Herrn croco. Ich war heute eher als Satellit unterwegs. Und wir waren eingeladen bei ehemaligen Kollegen. Ein wunderbares Abendessen wurde nur für uns gekocht. Ich empfinde das als große Ehre.

Was hilft in solchen Zeiten? Tanzen.

Klasse!
Erziehung Erwachsener
Manieren kosten nichts
Nobody too sexy
Monnem


Make up
Traurig
Barack, ganz vorsichtig
Saubere Analyse