Flagge und Hymne

Ist es so, dass wir den Faschisten weder die Nationalhymne noch die Deutsche Flagge überlassen dürfen?
Habe das am Wochenende gehört und denke seither darüber nach.
Empfinde ich die Flagge als meine Flagge? Im Ausland schon. Da mag ich es, wenn ich auf Schwarz-Rot-Gold klicken kann um schnell die deutsche Übersetzung zu bekommen. Zuhause ist sie mir peinlich. Ich weiß noch, als viele eine aufgeklebte Fahnenflagge auf dem Auto hatten um klar zu machen, dass sie CDU wählen.
Und die Hymne? Sie rührt mich, das ist so. Am meisten rührt sie mich, wenn bei den Olympischen Spielen ein deutscher Mensch auf dem Treppchen steht und ich sein stolzes Gesicht sehe. Er hat es für sich aber auch für das Land getan, ganz unironisch.
Ich singe nie mit.
Obwohl ich den Text kann und hinter jeder Zeile stehe.
Brüderlich gefällt mir sehr.
Stimmt schon, wir hatten andere Hymnen.
Aber diese hier! Die Musik ist von Hadyn, der Text von Hoffmann von Fallersleben.
Er hat ihn auf Helgoland geschrieben, mehr geht nicht.Dort gibt es sogar eine Büste und eine Strasse, die nach ihm benannt ist.
Am 11. August 22, in der Weimarer Republik, wurde sie eingeführt, mit allen drei Strophen. Die erste mit Maas und Memel ist nun verboten. Erstens stimmt die Geographie nicht mehr und zweitens klingt sie nach Ausbreitungswillen und wirkt arrogant nach all dem Schlamassel, den wir angerichtet haben.

Eigentlich klingt sie schön.
Die Maus erklärt‘s.


Tiktokzeugs

Magisch

Sprache und Denken

Ananas gewickelt

Küche gewickelt

Schnäppchen

Götzimausi

Wenn Wünsche in Erfüllung gehen

Gib nicht auf

Es ist lange her, als wir für einen Tag nach Hamburg fuhren, nur um ein bisschen Großstadt zu fühlen. Parkplätze gab es in der Hafenstraße in der Nähe der besetzten Häuser. Da trauten sich damals nicht so viele hin. Die alten Häuser sollten weg um alles neu und chic zu machen.
Der Hafen war wunderbar und roch nach großer weiter Welt. Die Werften schweißen noch große Schiffe zusammen und es war laut und roch nach Fisch.
Und es gab Harry. Er hatte die Keller verschiedener Häuser angemietet und stellte dort Kuriositäten aus, die man auch kaufen konnte. Ein Labyrinth beherbergte afrikanische Masken, ausgestopfte Tiere und allerhand Sonderbares. Für 50 Pfennig extra holte er den Schrumpfkopf unter der Tehke hervor. Er berichtete, dass er vieles von Seeleuten abkauft, die ihre Mitbringsel verhökerten um Geld für St. Pauli zu haben. Er lebt schon längst nicht mehr, aber Harrys Hafenbasar gibt es noch.

Eine sehr berührende Geschichte ist die der Familie Eisner.

Dabei kamen wir auch nach Auschwitz. Gleich am nächsten Tag hatte ich die Gelegenheit, einen Abstecher in die Heimatstadt meiner Mutter, Guttentag, zu machen, aus der sie als Dreijährige geflüchtet war. Es war ein merkwürdiges Gefühl. Ich kannte so viele Erzählungen, aber ich hatte mir Guttentag nie als konkreten Ort vorgestellt, räumlich war er durch den eisernen Vorhang ja unerreichbar und außerdem aus einer längst vergangenen Zeit. Nun stand ich dort und es war ein ganz normales, polnisches Kleinstädtchen.

Ich kam nach Hause und begann Fragen nach der jüdischen Schule zu stellen. Ich erhielt nur unbefriedigende Antworten. Mein Großvater habe den Juden doch nur helfen wollen und alles sei doch legal gewesen.

An dem folgenden Wochenende eskalierte die Situation. Helmut Kohl akzeptierte die polnische Westgrenze und mein Vater, der als 5jähriger aus Pommern geflüchtet war, begann am Mittagstisch nicht nur zu schimpfen, sondern auch Nazi-Parolen zu pöbeln.

Die Professorin Monika Dobberstein erforschte die Geschichte ihrer Familie und ihre Rolle in der kleinen Stadt Guttentag. Dort lebten 4.400 Einwohner, darunter 300 Juden.
1938 begann die Lage zu eskalieren. Starker Druck führte dazu, dass die Juden ihre Geschäfte und Häuser verkaufen mussten, zu Preisen weit unter Wert. Das Geld bekamen sie meist nicht. Und der Großvater der Autorin kam so zu Immobilien.
Im November dieses Jahres wurden dann die Synagogen angegriffen und die Häuser der jüdischen Familien geplündert. Sie überlegt, wo ihr Großvater an dem Abend war.
Es geht weiter, sie findet die Wege der Familie Eisner.
Die Flucht zeigt exemplarisch die verworrenen Pfade, die Teile der Familie genommen haben um zu entkommen.
Wie schnell das alles ging. Innerhalb eines Jahres waren die Juden entweder interniert oder auf der Flucht.
Ausgrenzung hat furchtbare Folgen.


Durchgefallen

Sapeurem

Es muss nur einer draufkommen

Kein Kind von einem Fussballer

Schlimmer geht nimmer

Rudelrutschen

Schwäbischer Salsa

Eine Flüchtlingsgeschichte von heute Never give up