Klar und Grinsen

Vermutlich bin ich die Letzte, die gemerkt hat, dass der True Crime Podcast der Bayrischen Rundfunks Anstoß erregt hat. Beim Bügeln und anderen, mir kein Vergnügen bereitenden Tätigkeiten, höre ich gerne Kriminelles. Es soll aber nicht so blutig sein, die Distanz muss gewahrt bleiben. Sie verstehen: ich muss ja weiter bügeln. Und es soll spritzig und witzige gemacht sein. Jaja, Alexander Stevens ist eitel und Jaqueline Bell rotzfrech, aber genau das macht es aus. Die Rollen sprechen Schauspieler, die Geschichten sind kleine Hörspiele.
Der Podcast entspricht meinen Vorstellungen. Oder besser, entsprach. Seit letztem Sommer gab es kein Update, jetzt schon. Und ich bin enttäuscht. Zwei junge Damen haben sich der Sache angenommen. Sagen wir mal so, spritzig und witzig ist es nicht mehr. Aber man hat wohl dem Druck des Volkes nachgegeben.
Wenn Sie nachhören wollen: Hier sind alle alten Staffeln.
Die können doch nicht aufgeben, dachte ich. Nein, tun sie nicht. Ihr Podcast heißt jetzt True Crime 187.
Habe die erste Folge durchgebügelt: gruselig.

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Wir brauchen Klarnamenpflicht im Internet! Wirklich?
Hier sind einige Argumente dagegen.
Die Auflistung vom 16 Beispielen

Du heißt Fatima, hast aber keine Lust immer gleich als Muslima aufzutreten. Du hast wegen deines Namens schon häufiger Diskriminierung erfahren, hast bei Jobs trotz guter Zeugnisse Ablehnungen erfahren und möchtest nicht, dass das auch noch online passiert. Dein Pseudonym macht dich frei, bis die Gesellschaft endlich soweit ist, dass Rassismus keine Rolle mehr spielt.

Du hast eine äußerlich nicht sichtbare Behinderung. Das Thema bewegt dich, es geht um deine Gesundheit. Im Netz findest du einen Ort, wo du jede Menge Menschen mit der gleichen Behinderung treffen kannst. Es tut gut, sich auszutauschen. Dein Pseudonym schützt dich davor, dass deine Nachbarn und die ganze Welt deine ganz private Krankheit googlen können.

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Wenn ich Amerikanisches Grinsen sage, wissen Sie vermutlich, was ich meine. Die KI kommt ja da her und verarbeitet Bilder so, wie sie es eingespeichert bekommen hat. So werden Gruppenaufnahmen sehr skurril.
Soldaten grinsen, Indigene grinsen.
Dieses Lächeln gibt es nicht im russischen Kulturkreis. Wer da lächelt, ist ein Idiot. Freundlichkeit zeigt sich da anders.
Warum lächeln Russen nicht?

Der Alltag war sehr anstrengend und der ständige Kampf gegen die raue Natur beim Anbau von Nahrungsmitteln zu Überlebenszwecken hat womöglich zu der Überzeugung geführt: Leben ist keine Freude, sondern Leiden. Leute, die oft lächeln, provozieren damit die mürrischen Mitmenschen. Es steckt also Missgunst dahinter: Du wagst es glücklich zu sein? Ich leide und du sollst auch leiden. „Wir Russen sind nicht wie Italiener für Dolce Vita gemacht“, fügt Nadja hinzu.

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Be kind
Tänzchen?
Post ist da
Ja genau
Und jetzt auf Englisch

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