Linkerei im Oktober 19

Heute hätte das Fräulein Geburtstag.
Immer noch denke ich, dass auch ich verantwortlich bin, auch ich hätte helfen können. Dass etwas nicht stimmen konnte, hatte ich gefühlt, und auch einzeln nachgefragt. Es kam keine Antwort und ich beließ es dabei. Sie war ja erwachsen, und keines meiner Schulkinder. Da rufe ich bei den Eltern an, wenn etwas zu abstrus wirkt.
Und so wie mir wird es einigen gehen, die sie kannten. Müßig, sich Gedanken zu machen. Trotzdem bleibt ein Stachel.

Nun, trotz alledem, möchte ich die alte Tradition der Linkerei aufrecht erhalten.

Ein interessantes Interview, das auch in den schulischen Bereich hineinleuchtet. Professor Toprak ist studierter türkischstämmiger Erziehungswissenschaftler. Die Erziehung in Geschlechterrollen zeigt sich auch in der Schule sehr. Kommen Kinder aus streng religiösem Umfeld, seien es muslimische Kinder oder aber auch aus dem freikirchlich christlichen Bereich der Russlanddeutschen, so haben es da weibliche Lehrkräfte ungleich schwerer anerkannt zu werden.
Erziehung muslimischer Jugendlicher

Ein Film, der mich sehr berührt hat. Solche Kinder kenne ich aus Gesamtschulzeiten. Sie können sich nicht steuern, ihre Impulse überfallen sie und zeigen sich in Gewaltausbrüchen. Und es ist so realistisch, dass andere Zuschauer dachten, das sei ein Dokumentarfilm. Nein, alles Schauspieler, aber was für welche!
Systemsprenger

Eine interessante Neuigkeit. Wenn mathematische Modelle an lange als gesichert betrachteten Tatsachen nagen:
Ratten

Eine Frau lebt nach ärztlichen Ratschlägen. Interessant.
Gesund leben

Und wenn Sie nach London fahren, haben Sie vielleicht Zeit für diese Ausstellung im Naturkundemuseum.
London Tierfotos

Twitterlieblinge im September 2019

Recht verspätet die Tweets des Monats September. Aus Gründen. Erstens waren Ferien und zweitens war das Ipad kaputt. Gestern kam es dann zur unerwarteten Selbstheilung. Nein, ich kann es nicht erklären. Im September machte es doch wieder Freude, englisches Parlament zu gucken. Ansonsten habe ich wegen Arbeit alles vergessen. Die Tweets jedenfalls sind tierisch.



Nimm das, Wurf!

Ich hab den Frühling. Er kam ganz plötzlich. Von einer Sekunde auf die andere. Es war am Freitag Morgen kurz vor sieben. Ich frühstückte, wie immer, eine halbe Banane, einen Esslöffel Müsli und eine Tasse Kaffee. Wie immer nur Herrn croco zuliebe, der wegen mir früher aufsteht. Und ein Frühstücksromantiker ist. Er möchte essen und reden, ich möchte keines von beidem.
Plötzlich sah ich dann vor meinem inneren Auge, das ich zu der Zeit nur benutze um zu kontrollieren, was ich alles dabei habe für den Unterricht, Krokusse und Narzissen. Huch, dachte ich, was soll das denn? Ach, es ist Pflanzzeit. So viele Jahre habe ich keine Zwiebeln mehr gekauft, und nun das. Gleich nach dem Unterricht fuhr ich zum Baumarkt und hab eingekauft. Und zuhause dann in Schüsseln verteilt: Wildkrokusse, Osterglocken und Narzissen zum verwildern. Damit zog ich vorher in den Garten von Maulwurfshaufen zu Maulwurfshaufen. Die haben losgelegt vor Wochen und die Obstbaumwiese zugepflastert. Der neue Nachbar mäht sehr oft, das mögen sie nicht und sind zu uns umgezogen.
Maulwürfe gefallen Narzissen nicht, mir aber. Vor einigen Jahren habe ich das schon ausprobiert und so finden sich im Frühling an einigen Stellen auf der Wiese wunderbare Nester von Narzissen und Osterglocken. Und keine Maus und kein Wurf drumrum. So soll es auch im nächsten Frühling sein.
Ja, ich weiß, Osterglocken sind halt auch nur gelbe Narzissen. Damals, als die Tulpenwelle aus Persien nach Europa schwappte und alle kirre machte, kam sie auch nach hier. Und verwilderte an manchen Stellen. Hier, an der Grenzen zum milden Rheinland, schafft sie es, nicht zu erfrieren im Winter mitten auf der Wiese.
Ich freu mich so!
Und wenn Sie dann mal im Frühling hier vorbeikommen sollten und eine lächelnde Lehrerin auf einer gelben Blumenwiese sitzen sehen, winken Sie einfach. Ich winke zurück.

Für Wissbegierige