Nimm das, Wurf!

Ich hab den Frühling. Er kam ganz plötzlich. Von einer Sekunde auf die andere. Es war am Freitag Morgen kurz vor sieben. Ich frühstückte, wie immer, eine halbe Banane, einen Esslöffel Müsli und eine Tasse Kaffee. Wie immer nur Herrn croco zuliebe, der wegen mir früher aufsteht. Und ein Frühstücksromantiker ist. Er möchte essen und reden, ich möchte keines von beidem.
Plötzlich sah ich dann vor meinem inneren Auge, das ich zu der Zeit nur benutze um zu kontrollieren, was ich alles dabei habe für den Unterricht, Krokusse und Narzissen. Huch, dachte ich, was soll das denn? Ach, es ist Pflanzzeit. So viele Jahre habe ich keine Zwiebeln mehr gekauft, und nun das. Gleich nach dem Unterricht fuhr ich zum Baumarkt und hab eingekauft. Und zuhause dann in Schüsseln verteilt: Wildkrokusse, Osterglocken und Narzissen zum verwildern. Damit zog ich vorher in den Garten von Maulwurfshaufen zu Maulwurfshaufen. Die haben losgelegt vor Wochen und die Obstbaumwiese zugepflastert. Der neue Nachbar mäht sehr oft, das mögen sie nicht und sind zu uns umgezogen.
Maulwürfe gefallen Narzissen nicht, mir aber. Vor einigen Jahren habe ich das schon ausprobiert und so finden sich im Frühling an einigen Stellen auf der Wiese wunderbare Nester von Narzissen und Osterglocken. Und keine Maus und kein Wurf drumrum. So soll es auch im nächsten Frühling sein.
Ja, ich weiß, Osterglocken sind halt auch nur gelbe Narzissen. Damals, als die Tulpenwelle aus Persien nach Europa schwappte und alle kirre machte, kam sie auch nach hier. Und verwilderte an manchen Stellen. Hier, an der Grenzen zum milden Rheinland, schafft sie es, nicht zu erfrieren im Winter mitten auf der Wiese.
Ich freu mich so!
Und wenn Sie dann mal im Frühling hier vorbeikommen sollten und eine lächelnde Lehrerin auf einer gelben Blumenwiese sitzen sehen, winken Sie einfach. Ich winke zurück.

Für Wissbegierige

Twitterlieblinge im August 2019

Langsam, ganz langsam komme ich wieder in die Blogwelt zurück. Für mich hat sie einen Teil der Unschuld verloren und ist nun weniger Spass-und Spielwiese.

Einen Urlaub gab es nicht dieses Jahr, zu viel Arbeit, zu viele Kranke und zuviele Sorgen. Doch die Schwerkranken haben sich beide wieder berappelt, wegen Zähigkeit und Zuversicht. Oder es war eben ein Wunder, oder halt zwei. Zwei Beerdigungen, die eine tat ein bißchen weh, die andere mehr, und doch war es gut jetzt.

So zehre ich immer noch von einem wunderbaren und großartigen Fest, schillernd und schön. So viel Mühe und so viel Genialität haben sich getroffen bei der Organisation, so dass es alle schön hatten. Und ich habe Menschen kennen gelernt, die ich schon kenne. Ja, wirklich witzig. Die Bitternis kam dann danach unvermittelt und keiner konnte sie aufhalten. So war im Nachhinein das Fest noch viel besonderer weil es so nie wieder sein wird. DAS Fest eben.

Im August haben die Briten eine Clown bekommen, der nichts ernst nimmt und verspricht ohne Rücksicht vorzugehen. In Hongkong demonstriert man, in Moskau auch. Demokratie ist wieder ein Wert geworden.

Frau Thunberg ist anscheinend als Thema geeigneter als der Klimawandel. Und Frau Merkel freut sich nicht so besonders auf einen Besuch.

So, die Tradition der Lieblingstweets will ich aufrecht erhalten. Bei Anne gibt es mehr.

Bittersweet

Königin Elisabeth geht es gut soweit. Sie ist recht munter und hofft.
Nein, ich kann trotzdem nicht. Es gibt keine Twitterlieblinge.
Meine Seele ist dunkel, ich traure.
Gestern stand ich an einem Grab eines ganz besonderen Menschen.
Heute wurde Sophie beerdigt.
Und übermorgen wird ein Herzensfreund zu Grabe zu tragen.
Nein, ich kann nicht.
Frau Kaltmamsell, Herr Rau und Kiki haben wunderbare berührende Texte geschrieben. Denen habe ich nichts hinzuzufügen.
Passt gut auf einander auf. Und seid nett zueinander.
Das Leben ist so kurz.