Corona 605

Frau @Haselnusstafel bei Twitter hatte einen Tippfehler und ich ein neues Wort für Impfgegner:
Corona-Sympathisanten.

Mögen Sie mal was tun, was Spass macht und ein bisschen wissenschaftlich ist?
Mikrobenhäkeln mit Frau Krenkel.

Manche mögen sich noch an den Kalten Krieg erinnern: es gab den Fulda-Gap. Das war die Stelle, an der man den sowjetische Einmarsch vermutete und dort sollten dann die Rakete runter kommen, die an den verschiedenen Standorten im Westen hochgeschossen wurden. Atomraketen halt. Russen aufhalten. Die Friedensbewegung hat damals Menschenketten organisiert.
Aktivisten haben die Sprengschächte bei Nacht und Nebel zubetoniert.

Von Fulda ging die sehr brutale Christianisierung der Sachsen aus. Der Anführer Widukind wurde zwangsgetauft und stieß eine Fluch aus
„O Fulda, verflucht sollst du und alle in deinen Mauern sein, bis zu dem Tag, da die christliche Schmach von uns genommen!“
Das kann noch dauern.
Ein bißchen hat der Fluch schon gewirkt, Fulda hat einiges erlebt.(TAZ).
Dazu gehören Brände, Leichenschändungen und ein recht neuzeitlicher Hexenprozess.
Es ist noch vieles mehr, das darauf hinweist, dass die Ecke um Fulda nicht nur räumlich rechts außen liegt. Auch erzkatholisch ist man da.
An eine Geschichte erinnere ich mich, finde aber keine Quellenangabe. Die Katholischen Bischöfe tagten wieder mal in Fulda und wieder Mal zum Thema Abtreibung. Als Bischoff Dyba, quadratserzkatholisch, eine wetternde Rede hielt, schlug der Blitz in einen Baum vor den Versammlungsräumen ein.
Fulda schein ganz besonders zu sein, jetzt weiß ich das also auch.

Das habe ich heute Morgen zum ersten Mal gehört und es geht mir nicht mehr aus dem Kopf.

Corona 604

Da sitzt sie nun, im dunkelroten Blazer zwischen Herrn Steinmeier und Frau Süßmuth. Und guckt traurig. Und ist erschöpft.
16 Jahre Kanzlerin. Was für eine Leistung. Und was hat man ihr alles um die Ohren gehauen. Und doch ist sie überlegt, überlegen geblieben.
Dieses Geschrei, auch aus der eigenen Partei: Merkel muss weg. Das haben sie nun davon.
Die CDU ist wieder der alte Laden und nun wählt sie kaum einer mehr.
Das war also der letzte Tag von Frau Merkel als Kanzlerin, offiziell. Geschäftsführend bleibt sie.

Die Coronazahlen steigen weiterhin, die Menschen sind sehr unvorsichtig geworden. Die Schüler aber tragen jetzt wieder Maske, obwohl sie es nicht müssten im Unterricht. Ich ziehe es auch durch, seit 604 Tagen.
Es hat sich eine Routine entwickelt. In jeder Jacke stecken mindestens 2 Masken in den Tasche. Auf dem Beifahrersitz und im Handschuhfach liegt Vorrat. Manche haben Lippenstift innen. Ja, auf der Straße möchte ich schon ein bißchen nett aussehen. Meine Lippenstiftmarke und Farbe gibt es mittlerweile nicht mehr. Über Corona ist einiges verschwunden.

Man sollte nicht traurig sein, wenn man im Zentrum des konservativen Katholizismus Ampelnonnen findet.

Zufällig sind wir im Dom zu Fulda in ein Orgelkonzert geraten. Wenn irgendwo eine Schlange sieht, muss man sich doch anstellen, oder? So bleibt das Leben spannend.
Danach haben wir uns die Grablege des Bonifatius angeschaut. Den Baum der Friesen, den er abgehackt hat, sieht man im Hintergrund. Die Friesen würden es freuen.

Kinder haben versucht, der Spaßorgel Töne abzuquetschen. Nichts ging.

Und das ist wohl die Heilige Orgula.

Fulda ist ebenfalls berühmt für den Schlossgarten, die Orangerie und eine große Vase aus einem Stein gehauen.

Vase von vorne.

Vase von hinten mit ganz vielen menschlichen Plüscheviechern, die plötzlich da waren.

Noch ein Viech von hinten.

Aufgefallen ist mir, dass der Reiter neben dem Pferd geht. Die Statue stellt den Spätlesereiter dar. Er soll aus dem Weingut im Rheingau, das den Fuldaer Mönchen gehörte, nach Fulda geritten sein, um die Erlaubnis zu Weinlese zu holen. Er kam zu spät zurück, und die Trauben waren schon schrumpelig. Man hat trotzdem Wein daraus gemacht: Spätlese.

Die Orangerie kann ich nicht empfehlen. Die Decke ist zwar wundervoll, der Service dagegen ist grottenschlecht. Nur gucken, nichts bestellen.

Das Orangenlied von Gilbert Bécaud.

Corona 603

Die Zahlen der Infizierten steigen weiter, vor allem im Süden und Osten.
Die Tagesschau vergleicht Impfraten und Inzidenzen: Bayern, Thüringen und Sachsen.

Die Enkel verkaufen die Kleidungsstückedes Schriftstellers und Nobelpreisträgers Gabriel García Marquez. Er achtete auf Kleidung, vieles war maßgeschneidert. So bleiben die Jacken, wenn der Mensch schon lange gegangen ist.
Aber was sind die Dinge ohne die Menschen, wenn sie gegangen sind.