WmDedgT September 19

Heute kann ich ausschlafen, was für ein Glück. Die Nacht war nicht schön. Heftige Rückenschmerzen und Kopfschmerz plagten mich, wie seit Tagen. Und so tigerte ich durchs Haus und versuchte dann Ruhe zu finden. Nach dem Frühstück und der Verabschiedung von Herrn croco werfe ich mich auf den Haushalt, genauer gesagt auf die Bügelwäsche. Die Kopfschmerzen sind weg. Die am Abend abgezogene Bettwäsche wird auch gleich gewaschen.
Ich nehme das Ipad mit in den Keller, dorthin reicht das WLan nicht. So schaue ich heruntergeladene Sendungen an. Dieses Mal ist Quarks und Co. dran. Jaja, ich schaffe das, gucken und bügeln. Socken wollen sortiert, Leinensachen eingesprüht und Hosengummis ausgewechselt werden. So vergehen die Stunden. Zu Mittag gibt es den Rest Risotto mit Paprika von gestern, ein Stück Hühnchenfleisch ist auch noch übrig. Dazu gibt es griechischen Salat, ein Mittelmeercrossover sozusagen.
Nach Esspresso und halbem Jogurt wird kurz geruht, wieder Herr croco verabschiedet und die zweite Runde Keller eingeläutet. Jetzt sind die Hemden dran. Die Bügel sind aus, und der Trockner hat zwei Runden geschafft. Die Sommerkleider will ich nochmals anziehen, also bügle ich sie auch. So, jetzt noch Nägel lackieren und dann ab in die Stadt. Der Basislack ist zäh geworden und lässt sich nicht gut verteilen. Ich mach’s nochmal und es wird schlimmer. Also muss neuer Lack her. Es geht ab in die Stadt und in den Drogeriemarkt. Der Basislack ist schnell gefunden, dann verliebe ich mich in einen bordeauxfarbenen und einen weißen. Ich hatte noch nie weißen Nagellack, was mir als Argument durchaus genügt. Ich muss noch ins Reisebüro und Unterlagen holen. Die Parkplatzsuche wird schwierig und endet halblegal. Dafür lande ich noch in einem Geschäft, das Wuscheljacken ausgestellt hat. In bunt. Ich konnte mich gerade noch bremsen, komme vielleicht wieder. Noch ein Schwätzchen mit der Ladenbesitzerin und dann geht es ab zur Physio. Mein Nacken, ojeee! Und mein Kopf, nochmals ojjjjeeee! Zuerst schmerzt die Behandlung sehr, dann aber wird alles leichter und schmerzfrei. Ein bißchen darf ich noch liegen bleiben. Mein Parkplatz war so beliebt, dass sich andere ebenfalls dort einfanden. Zwischen deren Fahrzeugen muss ich mich nun herauswinden. Zuhause probiere ich gleich den Lack aus, bin zufrieden. Ein Anruf bei Königin Elisabeth trifft die Königin beim Abendessen an. Höchst vergnügt und glücklich, dass es ihr von Tag zu Tag besser geht. Ein Wunder, sagt sie. Das ist es wohl auch. Herr croco trifft ein und es gibt Abendessen. Für ihn gibt es Wurstsalat, Trauben und Käse, für mich Jogurt, einen weißen Pfirsich und eine Feige. Dann schauen wir Nachrichten von der Festplatte, anschließend Schreibtisch. Der Test muss noch fertig korrigiert, der Schülerversuch vorbereitet und die Kriterien für die Referate zusammengestellt werden.
Und dann hoffe ich auf eine gute Nacht.

Frau Brüllen möchte wissen, was wir so den ganzen Tag über machen. Genauer gesagt, am 5. eines jeden Monats.

WmDedgT Januar 18

Am 5. eines jeden Monats will Frau Brüllen wissen, was wir so gemacht haben den lieben langen Tag.

In der Nacht zuvor waren wir spät und aufgekratzt von einem Eishockeyspiel zurück gekommen, so dass wir nicht gleich ins Bett gingen. Und ich Doofie hatte noch Kaffee getrunken. So kostete es mich einige Mühe, um 9 Uhr aufzustehen. Frühstück und etwas Zeitung, dann sortierte ich die Bettwäsche in einen Korb, die ich zur Mangel bringen wollte. Wir beratschlagten, ob wir zusammen in die Stadt fahren, doch es war keine gemeinsame Linie zu erkennen. Also jeder für sich. Nach der Mangel war noch Einkaufen angesagt, mit den üblichen Sozialkontakten. Ich liebe es ja, alles in einem Laden zu kaufen, ein Mal pro Woche. Einkaufen als Freizeitbeschäftigung ist mir ein Greuel. Dann fuhr ich zum Arbeitsplatz des Mannes, eine Kollegin wurde verabschiedet, und ich wollte auch Tschüß sagen. Anschließend ging es zum Herrenausstatter. Er hatte angerufen, dass die Auswahl an bestellten Blazern da wäre. Sondergröße: großer schlanker Mann. Es passten beide, was eigentlich nie vorkommt. So also zwei, bis dieses Ereignis in drei oder vier Jahren wiederholt werden muss. Der  gleiche Einkaufsmuffel wie ich.

Zuhause gab es Samstagsessen, Fleischkäse, Spiegelei, Salat. Danach musste ich schlafen. Anschließend wurde abgewechselt zwischen Internet und Korrekturen. So lahm wie zur Zeit war ich nie. Träge und widerwillig erledige ich meine Pflichten. Spät am Abend gab es Brezeln, Käse und Salami, dazu Nachrichten und Pulp fiction. Superkombi übrigens. Ich finde ja, Tarantino hat sehr viel skurrilen Humor. Dann Bett.

WmDedgT 09/18

Es geht heute nicht in die Schule, sondern in die große Stadt, naja, größer als unsere halt, aber das will nichts heißen. Es ist wieder ein Arzttermin, Überprüfung der Tat der letzten Woche. Herr croco kommt mit, zur Sicherheit. Das letzte Mal stand ich so unter Medikamenten, dass ich die Heimfahrt als Donauwalzer hätte anlegen können. Pünktlichkeit ist angesagt, doch Herr croco beschließt, noch schnell ganz wichtige Telefonate zu führen und ein bißchen die Spülmaschine auszuräumen. Dann, wie das so ist bei knapp, stapeln sich die Lastwagen vor uns, es gibt eine Umleitung durch die Pampa und die Eisenbahnschranken wollen nicht hoch gehen. Ich muss dann doch warten, vermutlich zur Strafe wegen fünf Minuten zu spät. Das Wartezimmer dafür bietet eine geile Zeitschriftenkombi, Haper’s Bazaar und das Philosophiemagazin in fortlaufender Nummerierung. Ich lese mich fest. Dann bin ich dran. Da ich den Arzt so schön finden, ist es eigentlich egal, was er mir sagt. Nun, ich muss wieder kommen, ist aber nicht so schlimm. Jedenfalls bekommt er durch ein kleines Detail meinen Beruf und die Fächer raus. Klug ist er auch noch. Wenigstens bekomme ich keine Medikamente, die mir den Verstand verschwurbeln.
Herr croco muss geschäftlich noch wohin. Das Wohin befindet sich in einer umgebauten Feldscheune. Ich bin hin und weg. Das Schicksal hat ja verhindert, dass ich mal groß was Altes in was Neues umbaue. Und ich bereue es sehr, wenn ich in einem solchen Gebäude stehe. Dann geht es heim. Die Notration Rote Grütze wird mit Vanillesoße verschnabuliert und Herr croco geht arbeiten. Ich habe ganz viel vor, muss aber schlafen, da ich die Nacht davor kaum geschlafen hatte vor Aufregung. Kaum aufgewacht, habe ich immer noch viel vor. Doch es kommt anders. Ein Anruf und los geht‘s. Ich organisiere gerade eine Veranstaltung und muss jetzt wieder Listen schreiben. Dann ist die Wäsche dran und die Unterrichtsvorbereitung. Langsam bekomme ich Hunger, Herr croco kommt erst um kurz vor Neun. Ich stelle Käse, Brot, Trauben und Feigensenf auf den Tisch. Als er kommt, höre ich nur „So ein blöder Tag.“ Schlimmes Zeugs sei passiert und dann geht noch das Garagentor nicht zu. Wir wuchten daran rum, hängen ein und aus, nichts tut sich. Bis wir den Schlingel finden: eine Feder ist gebrochen. Ich schreibe noch ne Email an den potentiellen Reparateur und dann essen wir. Es ist zehn Uhr. Ein kurzes Gespräch mit meiner Mutter und dann noch etwas Internet und Nachrichten von der Festplatte. Im Bett lese ich noch ein bißchen Krimi und ein bißchen Kafkas Briefe an Milena. Und denk an den Menschen, der mir das Buch geschenkt hat. Und umarme ihn aus der Ferne.

Frau Brüllen möchte wissen, was wir so den lieben langen Tag treiben. Und das schreiben wir gerne auf, an jedem 5. eines Monats.