Jens, Zombies und 300 Meter.

So, der Tsunami ist zu Ende. Es war ganz viel Besuch hier und ganz viel Feiern und großartiges Feiern. Jetzt ist die Bude leer und ich kann aufatmen. Und wieder meinen eigenen Gedanken und Tätigkeiten nachhängen. Nebenher habe ich noch ein großes Haus bepuschelt, die Bewohner waren in Urlaub. Ich muss noch Arzttermine absolvieren, hab ja ein paar Macken zu betreuen.
Ich bin einfach nur müde und im Keller stapelt sich die Bügelwäsche, und die neue dreht sich schon in der Maschine. Ich hoffe mal, dass ich jetzt langsam Ruhe und Zeit habe, um den Laden hier wieder ans Laufen zu kriegen.
Ich muss die vielen, wunderbaren Begegnungen verdauen mit Menschen aus dem erweiterten Verwandtenkreis von Herrn croco, die ich schon ewig nicht mehr gesehen habe. Und von Studienfreunden, die weit angereist sind.

+++++++++++

Die Nachrichtenlage ging ziemlich an mir vorbei. Herr Spahns Rücktritt war mir allerdings eine Freude. Seinen neuen Sohn gönne ich ihm von Herzen, aber all die anderen Sachen drumrum zeigen schon welchen Geistes Kind er ist.
Dass Thorsten Frei ein guter Fraktionsvorsitzende wird, halte ich für möglich.
Aber Carsten Linnemann als Gesundheitsminister? Ich bitte Sie! Bei der Pressekonferenz schaute er, als ob er in einen Abgrund geguckt hätte. Vermutlich ist er selbst meiner Meinung. Die Zeit der vier Bodygards hat für ihn begonnen.
Carsten Schnieder ist sein Amt los, und dann wieder doch nicht?
Frau Reiche haben wir gerufen, ganz laut. Ich glaube, der Kanzler hört schlecht.

+++++++++++

Ein paar Sachen möchte Ihnen doch noch ans Herz legen.
Am Wochenende habe ich einen Menschen getroffen, der mal mein Schüler war und dessen Freunde mir sehr gut bekannt waren damals. Ich hab die nach dem einen oder anderen gefragt, auch nach dem damals sehr vorherrschenden Drogenkonsum. Meist hört das ja auf, wenn Studium und Familie wichtiger werden im Leben. Aber bei einem aus dieser Clique war das wohl nicht der Fall. Er kifft nach wie vor in rauen Mengen und es war genau das zu beobachten, was ich bei anderen auch schon oft genug erlebt habe. Die Menschen ändern sich sehr Richtung seltsam, merken es aber selbst nicht. Das hat ja auch sein Gutes, man muss nicht alles mitbekommen. Was ich in den letzten Jahren erzählt bekommen habe aus den USA, aus Mexiko und Kolumbien, ist, dass die Drogen eine neue Qualität und eine neue Brutalität erreicht haben. Sie machen die Menschen in kurzer Zeit einfach nur kaputt. Rausch kann man das nicht mehr nennen. Dazu ist mir bei Mastodon ein Artikel begegnet, den ich Ihnen sehr empfehle. Er ist eine sehr gute Zusammenfassung all der Entwicklungen der letzten Jahre.
Artikel von Stefan Weichelt über Drogenpolitik: Willkommen im Zombieland .

++++++++++++

Kinder werden gebracht. Fast immer. Hier auf dem Dorf stromern sie noch ein bisschen. Früher hatten wir immer mal ein Expeditionsteam im Garten. Das ist aber schon ne Weile vorbei. Manchmal rasen sie noch mit E-Scooter in der Dämmerung durch‘s Dorf. Die ‚Ich mal die Welt mit Kreide auf die Strasse‘- Kids sind längst schon auf einer höheren Schule.

Demnach bewegten sich Achtjährige im Jahr 1919 noch in einem Umkreis von 9,5 Kilometern. 1950 waren es nur noch 1,5 Kilometer, 1979 rund 700 Meter. 2006 sind es gerade einmal noch 300 Meter.

Es bringt ja nichts von früher zu erzählen. Dabei war es damals viel gefährlicher für Kinder als heute. Man war aber gewarnt und passte auf. Jetzt traut man den eigenen Sprösslingen kaum mehr was zu.
Wir sollten uns sorgen. Unsere Städte sind nicht mehr für Kinder geplant. Die Sportkollegen berichten, dass die Kinder nicht mal mehr rückwärts gehen könnten. Und die pumpenden Jugendlichen haben zwar Muskeln, können sie mangels Ausdauer halt nicht einsetzten und schnaufen an der nächsten Ecke.
Bedenklicher Trend: Artikel von Jana Städeler in der FR
Wir müssen umdenken, dringend.

++++++++++++++

Paradoxe Welt
Freiheit!
Liebe!
Zu klein!
Karlson vom Dach
Spannend
Nähmesser
Lauf Kleines
Irish dance, a wonder