Maulwurf und Sofa

Eigentlich hätte ich heute im Zug gesessen nach Berlin, zur Republica.
Vorgenommen hatte ich es mir.
Jetzt feiert der Neffe Geburtstag, genau da.
Naja, im nächsten Jahr. Und ich lese eben die Berichte, auch gut.

Und ansonsten regnet es mit kurzen Unterbrechungen. Es ist auch kalt draußen und ich bin froh, dass ich die Pflanzen immer noch im Wintergarten stehen habe. Die empfindlichen Mäuschen hätten das vermutlich nicht ausgehalten. Heute hab ich den ganzen Tag Unterlagen sortiert, die schon längst hätten in Ordnung gebracht werden müssen. Bin so richtig im Flow. Ich mag das feuchte Wetter ganz gerne, die Welt riecht dann so gut. Auch wenn es kühler ist im Moment, leuchtet das Grün in starker Tiefe. Bei dem Dorfspaziergängen trifft man niemanden.
Ich glaube, die Leute machen wieder einen auf Maulwurf.
Der Freundeskreis plant den Urlaub komplett durch bis Herbst. Ich mag das nicht, lasse lieber gerne etwas auf mich zukommen. Es wird sich schon was ergeben, wie immer. An einen Plan muss man sich halten, sonst ist man unglücklich. So habe ich besser keinen Plan und schon bin ich viel zufriedener.
Die Cousinentelefonate ergeben immer wieder Neuigkeiten, man glaubt es kaum. Und herzliche Einladungen. Das ist sehr schön.
Ich suche gerade ein rotes Sofa, dass man als Gästebett nutzen kann. Das alte Klippan von IKEA kann man niemandem mehr anbieten.
Und mein Arbeitszimmer muss etwas aufgepeppt werden.
Die Sofas, die ich gefunden habe, sind entweder hässlich oder teuer. Und rot sind sie schon gar nicht. Ich glaube, die Welt ist beige geworden seit dem letzten Sofakauf.

Ja, Deutsch:Lyrics


Lustig, wie man Menschen auf Geschwindigkeit halten kann: in der Türkei gibt es eine Musikstrasse , die Mozart spielt.


Spazieren im Eis
You learn nothing
Lieferservice
Spass auf der Gass
Saudade
Kinderdenke
Research
Sun cooking

Die Fülle des Lebens

Ist Ihnen nach Herzkino?
In der ZDF Neo Mediathek wartet Dr. Nice auf Sie. Ein arroganter Chirurg mit kaputtener Hand landet in einem Ostseedorf, weil dort eine uneheliche Tochter von ihm aufgetaucht ist. Die Mutter ist gestorben. Ihre Freundin möchte die Tochter adoptieren. Man suchte allerdings noch die Unterlagen in einer Garage. Das Dorf sucht im Übrigen einen Arzt und Dr. Nice wird bearbeitet, beziehungsweise entarrogantifiziert, also normal gemacht. Und Josefine Preuß spielt auch mit, ja genau die aus Türkisch für Anfänger.

Seicht genug für die derzeitige Nachrichtenlage, aber nicht seicht genug, dass es nicht witzig ist.
Mein Niveau, ich kann gerade keine Nachrichten mehr gucken.

In den letzten Tage gab es die ganze Bandbreite des Lebens. Zwei Menschen aus dem Bekanntenkreis sind schwer erkrankt, allerdings mit Hoffnung, Hoffnung ist ja immer.
Dann war ich im Hospiz. Noch nie habe ich so viele freundliche Menschen an einem Tag gesehen. Herzerweichend. Es war Tag der offenen Tür. Ich sollte bei einem Quiz sagen, wie ich mir den Himmel oder Das Jenseits vorstelle. Ich möchte nur einfach meine Ruhe haben, sagte ich. Ja ob ich mir denn nichts wünschen würde, also einen Himmel oder eine Wiedergeburt. Als welches Tier ich es mir denn vorstellen könnte wieder zu kommen. Die Dame war sehr irritiert, als ich darauf bestand, dass ich es nach dem Tod einfach ruhig haben will. Keine Auferstehung bitte. Und als Tier könnte ich mir höchstens einen Regenwurm vorstellen.
Sie war noch mehr irritiert. Ich versuchte es dann einzufangen. Vielleicht hat es ja jeder so wie er es sich wünscht, die mit Wiedergeburt bekommen eine, die mit Himmel kommen dort hin und ich habe eben meine Ruhe. Sie wirkte beruhigt.
Dann gab es ein paar Stunden Altenheim, ein Fest. Es war schön und warmherzig, mit Kindergartenkindern und tollem Kuchen. Und ich sah viel Mühe beim Gehen, beim Essen, beim Reden. So wird es also mal sein.
Und wie dann die wilden Jungen im Gegensatz voller Lebensfreude über die Bühne hüpfen, singen und fröhlich sind, einen ganzen Abend lang.
So voller Kraft und Zuversicht, die Welt liegt ihnen zu Füssen.
Sie sind so stolz und freuen sich, so viel hinbekommen zu haben.

Das ist sie, die Fülle des Lebens.


Gottesdienst im Rheinland

Sing with me

Mach auf, Post ist da

Tänzchen

Noch ein Tänzchen

So sieht ein Hotel aus

In einem kühlen Grunde

Grau statt bunt

Menschen kommen auf Ideen

Frauenzimmer und Tintenfische

Doris Dörrie hat ein Buch geschrieben, Wohnen, a room of my own.

Einen Raum fürs Schreiben zu finden, das war Doris Dörrie stets das Wichtigste, wenn sie „wohnte“: In der WG in München ebenso wie im Rattenloch in New York, in der Beengtheit Japans gleichermaßen wie im Bauernhaus mit Familie. Dabei stellte sich immer wieder die Frage, welche Rolle einer Frau beim Wohnen zugewiesen wird. Immer noch und allzu oft die des Heimchens, hat sie erfahren müssen. Während des Zoom-Interviews macht sie es sich zu Hause in München auf dem Sofa bequem und erzählt.

Simone de Bouvoir , dort habe ich gelesen, dass jede Frau ein eigenes Zimmer mit Tür haben sollte. Daran habe ich mich gehalten, bis heute.
Ich habe schon alles durch, Wohnheim, Kellerzimmer, Wohnblock, und dann eben im Haus. Man kann sich einrichten in einfachen Wohnverhältnisse. Das habe ich gelernt. Und immer ein Zimmer für mich gehabt.
Zuhause hatten wir es immer schick, mit den elegantesten Möbeln von der Möbelmesse, alle fünf Jahre neu. Mein Vater liebte es, passende Lampen zu kaufen, Bodenvasen, Beistelltischchen. Und es war trotzdem individuell.
Er mochte auch besondere Formen in anderen Gegenständen, so mochte er alles von Braun.
In den Familien, mit deren Kinder wir befreundet waren, war es ganz anders. Eigene Zimmer gab es da nicht. Stockbetten in engen Räumen, bis zu drei Kinder wurden da gestapelt. Keine meiner Freundinnen hatten einen Platz für sich. Hausaufgaben machte man in der Runde am Küchentisch.
Die Familien kamen aus dem Osten als Flüchtlinge und waren froh, überhaupt ein Dach über dem Kopf zu haben. So wohnten oft zwei Familien in einem dieser Häuschen. Wenn sie dann zu uns kamen, schauten sie mit offenen Mund. Und mir war das sehr peinlich. Ich hatte es so viel schöner und mehr Platz als sie. Ich weiß bis heute nicht, was sie dachten. Sie kamen jedenfalls gerne.


Schauen Sie mal, was so ein Kopffüssler alles kann.
Nano Wissen über Octopusse


Ina Müller hat wieder Besuch: Mai Thi Nguyen berichtet, wie es im Labor für Organische Chemie riecht. Tatsächlich ist das ein Geruch, der in alle Fasern und jede Pore zieht. Beschreiben geht nicht, aber ich hab noch ne Kiste im Keller. Da könnte man reinschnüffeln. Ach, und sie singt: Alles ist Chemie.


Wenn Besuch kommt
Kein Mädchen mehr sein
Tänzchen
Timothy
Gute Idee
Will auch