Hunger auf ARTE

Tatttattatam, dieses langhalsige Tier steht vor ARTE, meinem Oberlieblingssender ever. Der Sender für ereignisarme Filme mit vielen Wolken, sagt der Mann.
Find ich jetzt nicht. Ich habe ihre Programmzeitschrift abonniert und ich mag die Themenwochen Die endlosen Diskussionen, die einen auf Deutsch, die anderen auf Französisch, mit Simultanübersetzung, faszinieren mich.
ARTE ist für mich Europa. Auf den ersten Blick ein wildes Durcheinander, es bewegt sich nach außen nicht so viel. Aber nach einer Weile sieht man, wie bunt diese Welt ist, wie aufregend nach dem zweiten Blick. Und so herrlich unamerikanisch. Oder wenn amerikanisch, dann kommen eine Woche exklusiv nur Western.

Das neben der Giraffe, das ist Gemüse. Jeder kann mitnehmen, was er möchte. Einen Apfel habe ich gegessen.Und das war gut so.
Vor dem Gebäude in den Sonne saßen die Mitarbeiter, die gerade frei hatten, und aßen zu Mittag. Wie Medienleute das von Geburt an tun müssen, trugen sie alle schwarzen Hemden und schwarze Hosen, und natürliche dicke Hornbrillen. Ich wäre gerne ein Teil dieser wichtig guckenden oberkreativen Gruppe geworden. Doch sie ließen mich nicht mitessen. Die Tür zur Kantine stand weit auf, aber das Herz der Katinenfrauen blieb verschlossen. Nur Interne, sonst niemand. Dort zählte das normale ARTEgucken nicht. Gut, dass ich den Apfel schon weg hatte.
Ich wäre in Ehrfurcht verhungert.

Ünkraut

Sie wissen, der Franzose kann hübsch.
Inszenierung ist alles. Und wenn man dann aus der Provinz kommt,so wie ich ,so ist man dermaßen unterfüttert, dass einen die Schönheit förmlich erschlägt.

Und der Franzose kann Pflanzen. Sie sind Stilmittel bei ihm.
Nicht so natürlich wie rechts des Rheines, wo manches so wachsen kann, wie es will. Nö.
Der Rasen zwischen den Straßenbahngeleisen ist akkurat geschnitten.
Die zurechtgestutzen Bäume stehen vor der Oper, die Kapuzinerkressebeete tatsächlich vor dem Rathaus.
Doch die eigene Bevölkerung scheint nicht ganz überzeugt.
„Oh, dies hier ist alles Ünkraut, einfach Ünkraut. Das holen die in den Sümpfen überall.“
So der freundliche Elsäßer, der wohl unter meinem Französisch so gelitten hat, dass er umgeswitcht ist.
Aber eine Stelle des unordentlichen Wachstums haben wir gefunden, mitten in der Nacht.
Urban gardening. Anwohner bringen Bioabfälle, gießen und dürfen ernten.

Aber warum der Weg am Kanal entlang Dellen hat, weiß ich auch nicht.

Aubette, die zweite

Nun, Herr Wolfram drängt.
Noch mehr Fotos von der Aubette.
Also, hier.
Die Blumen wurde unter Bewachung geknipst.
Dann wurde ich gemaßregelt und geschimpft.
Bedauerlicherweise konnte ich kein Französisch mehr verstehen.
Jedenfalls ist die Aubette extrem gut bewacht, falls was passiert.
Zumindest falls mal so ne deutsche Tussi Orchideen fotographiert.

Der Blick auf den Kleberplatz, den Herrn Kleber selbst und einer der Eingänge, das sind die anderen Fotos.