München drei

Bin etwas in Verzug mit dem Münchenbericht. Mittlerweile musste ich wieder verreisen, eine Erkältung überstehen, fast anfangen zu arbeiten und ein Vorstandsamt loswerden. Zuviel für ein noch ziemlich lädiertes Krokodil.
Nun denn. Was macht der Tourist in München? Gucken, ja.
Schaufenster, Kirchen, Museen.
Fangen wir mit ersterem an. Es ist unglaublich, wieviel Trachtenläden es mittlerweile gibt. Beruhigend ist, dass auf der Strasse so keiner rumläuft. Nur, wer trägt das passende Fellkleid zum Dirndl tatsächlich? Die Twitter – und Blogdamen, die ich getroffen habe, jedenfalls nicht. Oder?
München ist bunt, sehr bunt sogar. Sogar die Kochlöffel gibt es in Farbe.




Wmdedgt April 2016

Das war mit Abstand der durcheinandrigste Tag seit langem. Früher aufgestanden als sonst, war plötzlich die Kleiderfrage von Bedeutung. Nach einigem Hin und Her beschloss ich, einfach die Jacke nicht auszusziehen, so dass es egal war, wie weit der
Pullover nun über den Po geht und ob er zu duchsichtig ist. Dann war die Frisur dran. Jedes einzelne Kringellöckchen wurde mit dem Glätteisen in die Länge gezogen, bis alles nach etwas aussah. Sie merken was? Diese Fragen haben in den letzten eineinhalb Jahren keine Rolle gespielt.
Nach zwei Löffel Müsli, einer halben Banane und einer Tasse Kaffee habe ich meine Tasche geschnappt, sie ins Auto gepfeffert und bin Richtung Arbeit losgefahren. Ich habe sogar auf Anhieb einen Parkplatz gefunden. Ich habe jetzt nämlich Probetraining auf der Arbeit, ich habe mich selbst da hin geschickt. Alle haben sich gefreut. Und doch muss ich mich umgewöhnen, neue Gesichter, neue Räume, alles laut, alles schnell. Anstrengend war es, und doch war ich seltsam unberührt. Ich kam mir vor wie im Legoland, im Spieleparadies. Naja, ich werde mich dran gewöhnen. Zuhause hat die Zeit dann gerade zu Süßkartoffeln, Paprika und Mais gelangt, mit Ministeak. Herr croco kam, aß und öffnete dem Computermenschen die Tür. Dieser war gekommen, um die hiesige Befehlszentrale, die gerade aus drei Computern auf dem Wohnzimmertisch besteht, zu koordinieren. Habe ihnen Kaffee hingestellt und mich in mein Arbeitszimmer verkrochen, wo ich, statt zu arbeiten, auf der Couch einschlief. Wieder aufgewacht, musste eine andere Tasche gepackt werden und es ging zur Volkshochschule. Wir haben viel gearbeitet dort, viel erzählt und nachher auf dem Hof noch vom Reisen berichtet. Eigentlich würde ich gerne mal jeden einzelnen hier vorstellen. Aber dann kriege ich vielleicht Haue und darf nicht wieder kommen. Wieder zuhause gab es Abendbrot, Nachrichten, Mails und Internet. Unterlegt war der ganze Tag durch laufende Zufuhr von Halstabletten und Sinupretgaben. Herr croco hat mich nämlich angesteckt. Deshalb kann ich auch jetzt nicht schlafen und habe Zeit für den Artikel.

Frau Brüllen sammelt, wie immer, die Tagesgeschäfte.