Für die Liebe, Alexander.

Neulich sprach ich davon. Welche Rollenbilder hatten Frauen, haben Frauen heute? Und welche haben Männer?
Schwierig.
Mein Vater wickelte uns, desinfizierte unsere Wunden, trug uns auf den Schultern und war sehr liebevoll, wenn er denn da war.
Ich nehm ja immer den Abiball um rumzufragen, was denn so geplant ist im Leben. Die Abizeitung macht das auch. Die meisten wollen heiraten und Kinder haben, bei den jungen Frauen sind es etwas mehr als bei den jungen Männern. Und dann halt Studium, oder Ausbildung bei Bank oder Verwaltung. Welche Vorbilder haben sie?
Die meisten sind ziemlich handfest, so glaube ich nicht, dass da Influencer eine große Rolle spielen. Klar, die Jungs fahren gerne schöne Autos, die Mädchen tragen rückenfrei. Doch auch die Jungs sind sehr chic angezogen und die Mädchen fahren schnell um die Ecke, allerdings mit weniger Unfällen, wie man mir sagt.
Gerührt bin ich wenn sie Lehrerin werden wollen, oder Lehrer.
Haben wir doch nicht alles falsch gemacht.
Und das Männerbild? Im Jahrgang mögen sie schon die sanften Jungs mit den wuscheligen Haaren, aber auch die Draufgänger. Mit dem Jahrgangstar habe ich lange Verhandlungen darüber, was sich lohnt im Leben. Und schnelles Geld halt nicht alles ist.
Mama, wann ist man ein Mann?
Beim Krautreporter

Kleine Hirne( auch wenn Sie nie TikTok gucken, bitte machen Sie hier eine Ausnahme)

8 Gedanken zu “Für die Liebe, Alexander.

  1. Wenn der Jahrgangsstar dir alles gesagt hat, lass mal bitte hören!

    Kriegsbefürchtungen gibt es bei den jungen Leuten gar keine?

    Gruß von Sonja

    • Dass sie eingezogen würden im Ernstfall, dass es wieder Wehrpflicht geben könnte, ist noch nicht angekommen. Sie lesen oder hören keine Nachrichten. Sie sind so politikfern. Dazu kommt noch, dass ihre Reifung meiner Meinung nach durch die Coronazeit verzögert würde.
      Diese Kinder entlassen wir ins Leben, habe ich am Abiball gedacht.

      Der Jahrgangststar will ne Lehre machen. Er will zuhause wohnen bleiben und schnelles Geld habe. Schnell aber nicht viel, hab ich gesagt. Für das große Auto wird er sparen müssen. Und er wird sich in der Berufsschule schrecklich langweilen.
      Wenn er warten kann und studieren, wozu er intellektuell durchaus fähig wäre, bekommt er jetzt kein Geld, hat aber später Aufstiegsmöglichkeiten. Am Abiball war es dann soweit eingesickert, dass er nun doch studieren will. Ich hab mit ihm besprochen, wie man mit öffentlichen Verkehrsmitteln dahin kommt und doch zuhause wohnen bleiben kann. Mal sehen.

      • Eine Ausbildung schließt doch ein späteres Studium nicht aus. Ich habe einige Schüler, die nach dem Abi eine Ausbildung machen, die dank Abitur auf 2 Jahre verkürzt ist und anschließend studieren. Ich käme nie auf die Idee, ihnen diesen Weg auszureden.

      • Ja, ich kenne aber auch welche, die dann aufgehört haben. Und es später bereut haben. Studium ging dann nicht mehr weil Familie und Geldmangel und mangelndem Antrieb. Ich denke, wenn ich jemanden für studierfähig halte, das sind beileibe nicht alle, dann sage ich das auch.

  2. Ach so. Die, die ich meine, sind im Vergleich zu den „erst-mal-chillen“-Leuten, die nach dem Abi erst mal rumhängen, nämlich eher zielstrebig und haben einen Plan fürs Leben.

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