Telefonate sind ja pandemiekonform. So mache ich das eben. Aber was erzählt man mir? Von Besuchen bei anderen Familien. Einzel zwar, doch man wechselt jeden Tag. Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass man irgendwo auf die Krankheit stößt. Ich verstehe die Menschen sehr gut. Doch ohne Impfung bleibe ich zuhause, ohne Kontakte. Viele Kontakte ist wie Würfeln, jedes Mal neu.Im Herbst habe ich diesen Artikel schon mal gepostet.
Beim Zuschneiden der Stoffstücke höre ich das hier Podiumsdiskussion des Virologenkongresses vom Freitag. Ich mag das Unaufgeregte der Wissenschaftler:innen. Ein paar neue Aspekte gibt es. Dass die Virenlast bei Kindern geringer ist, liegt daran, dass die abgestichene Fläche geringer ist. Und dass man weniger lang in der Nase ist, weil die Kinder es nicht mögen.
Woran es liegt, dass die Seuchen zunehmen? Ein interessanter Ansatz ist der entzogene Lebensraum und das Fehlen eines funktionierenden Ökosystems.
Herr Lauterbach wünscht sich eine liebevolle Frau. Zumindest sagt das die Bunte. Sei es ihm gegönnt.
Ansonsten steppt hier der Bär. Ach, was will ich sagen, das ist anderswo sicher nicht anders. Ein bißchen freut es mich, dass hier in den Einrichtungen die Nichtgeimpften jeden Tag getestet werden sollen. Die ersten Reisenden nach Mallorca werden interviewt. „Wir sind froh, dass es endlich wieder erlaubt ist.“ Bin gespannt, wie ihnen das Krankenhaus in Palma gefällt. Ja, ich weiß, das Wünschen ist stärker als das Denken. Mallorca bereitet sich vor.
Meine Schüler sind so süß. Ich bekommen nette Mails mit guten Wünschen, und von den Abiturienten und Abiturienten tatsächlich Briefe mit Schokolade und Blumen. Ich bin so gerührt! Diese Zeiten zeigen, dass alles nichts ist ohne Menschen.
Beim Einkaufen steht wieder Security rum und kontrolliert die Eingänge. Jeder Kunde muss einen Wagen nehmen. Man soll nur noch alleine einkaufen gehen. Es gibt wieder Ballett, man weicht sich elegant aus und macht einen großen Bogen um andere. Ich halte noch die Luft an, wenn ich an jemandem vorbei gehe.
Ich weiß nicht mehr, was ich heute gemacht habe. Schreibtisch, eine abgetauchte Schülerin erreicht, Wäsche entfärbt, einer Kollegin nachtelefoniert. Und beschlossen, für nächstes Jahr eine Klassenfahrt zu organisieren. Den Spass in seinem Leben muss man sich selber machen.
Post aus dem Ministerium am letzten Schultag: in zwei Wochen sind alle in Präsenz, komme, was da wolle. Frau, träum weiter.
Ich muss mich beeilen, dass ich vor der Sperrstunde zu Hause bin. Das ist ein Satz, von dem ich nie dachte, dass ich ihn je sagen würde. Ich kenne ihn von meinem Vater, wenn er aus der Besatzungszeit erzählte, dass die Franzosen sehr scharf waren, wenn Leute auf der Straße rumliefen nach der Sperrstunde.Die Zahlen der Infizierten steigen weiterhin rasant, der Anteil der britischen Variante liegt mittlerweile bei 80 % . In Indien ist jetzt ein Virus entdeckt worden, der beide Modifikationen enthält, also die der britischen und der brasilianischen Variante. Ich hoffe nur, dass die Impferei etwas schneller geht. Hier haben die Hausärzte schon angefangen zu impfen und telefonieren ihren chronisch kranken Patienten hinterher. Auf dem Bolzplatz im Dorf hält sich keiner an irgendwelche Abstandsregeln. Und in einem Haus sah alles schwer nach größerer Kindergeburtstagsfeier aus.
Was bleibt an Vergnügungen für die Osterferien? Da nun die Semana Santa dieses Jahr entfällt, und mein Lieblingsziele Spanien oder Spanien oder Spanien komplett wegfallen, bleibt nur, mich meinem leicht verwilderten Garten zu widmen. Was da wächst ist alles irgendwie schön. Man kann es essen wie die Früchte der Apfelbäumche, die Beeren der Johannesbeer- und Stachelbeersträucher, die Maulbeeren, falls Vögel nicht schneller waren. Dieses Jahr möchte ich mehr Stockrosen. Ich habe zwar alles vorbereitet zum Anzucht der Sämlinge, aber ich hatte den Dreh noch nicht gefunden. Es war einfach zu kalt.
Mehr Wildnis wagen, genau so sieht’s hier aus. Spektrum der Wissenschaften widmet dem Gärtnern an eine ganze Serie von Artikeln. Die Pflanze in meinem Garten leben selbstbestimmt. Ich tue was ich kann, halte ihnen zu aggressives Unkraut vom Leibe, aber dann müssen sie schauen, wo sie bleiben. Zu sehr hätscheln bringt nichts und sie werden nur verzogen. Zu Füßen bekommen sie im Herbst Hornmehl und Steinmehl, das muss genügen. Manches gedeiht, manches bleibt gerade so, manches verkümmert. Was mich liebt, sind Storchenschnabel, Kletterhortensie, Farne und Rosen. Gemäht wird selten, so dass es viele Wiesenblumen gibt es Jahr über. Im kleinen Teich leben Molche, manchmal gibt es Laich von Laubfrösche und Kröten. Und ich glaube, dass auch eine Ringelnatter für länger hier eingezogen ist. Ich habe sie zumindest im letzten Sommer hier schwimmen sehen. Mit Schnecken und Blattläusen gibt es keine Probleme. Da sorgt schon die ganze Vogelschar dafür, die sich so bedankt, dass wir sie den Winter durch gefüttert haben.Es ist so ein Biologengarten, der Menschen mit Hochbeeten und Salat in strammen Reihe etwas verunsichert.
Ich weiß nicht, ob das stimmt, dass Gärtnern glücklich macht. Auf jeden Fall macht es glücklich, im Garten zu sein. Ich bin jedenfalls ein Hängemattenjunkie.