Pflegefahrt

Königin Elisabeth ist wieder abgereist, nicht ohne den Waschkeller völlig aufgeräumt und geleert zu hinterlassen. Es nutzte nichts, sie auf den eigens gebasteltet Thron im Garten zu plazieren, versorgt mit Krimis und Getränken. Sobald ich das Haus verlassen hatte, gab es kein Halten mehr und sie verschwand im Dunkeln. Nur mit großer Mühe konnte sie Stunden später wieder ans Tageslicht befördert werden.

Dafür hinterließ sie eine neue Sichtweise auf Verwandt- und Bekanntschaft. Ihr phänomentales Gedächtnis bezüglich der Wohnorte, der Kinderzahl plus Benamsung und Hausbesitz taten ein Übriges.

Eine Geschichte will ich Ihnen nicht vorenthalten.
Wie es denn dem R. ginge, fragte ich, der in den letzten Jahren schon ein paar Mal dem Tode von der Schippe gesprungen war.
Nun, er habe mittlerweile einige künstliche Ein- und Ausgänge. Ja, ein völliger Pflegefall sei er. Die Frau schaffe das natürlich nicht. So komme der Pflegedienst zum Waschen und Anziehen morgens und abends.
Ja, dann sitzt er wohl den ganzen Tag im Sessel und schaut fern, sagte ich.
Nönö, iwo, meinte sie. Dann setze er sich ins Auto, sie daneben. Und sie führen in die Stadt. Allein käme sie ja nicht mehr raus, sie habe ja keinen Führerschein.
Und auf die Stadt könne man ja nicht verzichten. Ja genau, das macht Sinn!

So, und jetzt Ihr!