Saftladen

Ich stelle mir das Hausfrauenleben von berufstätigen Frauen immer als Computerspiel mit unterschiedlichen Leveln vor. Man kann sich durch Cleverness und Outsourcing, also Klugheit und „Arbeit an andere abschieben“ immer höher arbeiten.
Ganz weit oben stelle ich mir einen minimalinvasiven Haushalt vor, der frisches Essen in ultrakurz auf den Tisch bringt und das unangenehme Zeugs am besten aushäusig erledigen lässt.
Letztes Wochenende bin ich wieder ein Level nach unten gerutscht. Wir haben Apfelsaft selbst gemacht, mit Freunden zusammen. Ich, körperlich selbsternannt die Schwächste, wurde zur Apfelwaschanlage von einer Tonne Äpfel. Zumindest war der Teil der Arbeit im Haus.
Die Pressabteilung hatte viel Frischluft und abends dann auch davon die Nase voll.
Der Mann meint, dass eben ab und an das Erbe der bäuerlichen Linie meiner Vorfahren nach außen durchbräche.
Jedenfalls hat jetzt die andere Linie Oberwasser: Saft wird gekauft und die Äpfel kann holen wer will.
Ach ja, haben Sie Interesse an eine Tonne ungespritzem, akademisch biologisch betreutem Saftobst?