Mach ihn blond

Die Neuigkeiten beschränken sich auf zwei Dinge.
Innerhalb von drei Tagen haben hier drei Bügeleisen ihren Dienst getan. Nachdem Nummer eins abgestürzt war und nur noch dampflos vor sich hin tröpfelte, stellte sich heraus, dass die Bügeleisenfront im Elektromarkt sehr übersichtlich war. Die stecken alle noch in irgendeinem Container aus China. Es waren also nur noch schwere Ungetüme übrig und ein kleines leicht und schnell, light and easy.
Das kam mit und fühlte sich sofort unwohl bei mir. Frisch eingesteckt begann es schon einen üblen Geruch zur verströmen und gab ein bisschen Dampf ab, so dass es für drei T-Shirts reichte. Dann reichte es mir. Nächsten Tag brachte ich es zurück. Wenn sie durchbrennen, machen sie das gleich, sagte die Verkäuferin. Soso.
Da immer noch kein Container aus China eingetroffen war, schaute ich mir die Bügelstationen an. Sie waren noch ungetümiger. Da mir ‘ne Freundin sowas empfohlen hatte, und das Bügeleisen selbst sehr leicht war, kam sie also mit. Jetzt ackere ich mich durch die Betriebsanleitung. Wussten Sie, dass Anschlussschlauch auf Finnisch Höyryletku heisst? Auf Dänisch Dampslange und auf Niederländisch Stoomtoevoerslang? Bildungsbügeln.
Die Dampfschlange mag ich besonders gerne.

Das andere ist die Impfung, nun gegen Omikron. So schmerzt der rechte Arm von der Coronaimpfung, der linke von der Grippeschutzimpfung. Nicht schlimm, weil ich trotz alledem nur etwas müde bin, und nicht den Flash hatte wie bei den früheren Impfungen.

Dann freue ich mich immer noch sehr über den Nobelpreis für Swante Pääbo. Dass er damals auf die Idee kam, DNA aus Neanderthalknochen isolieren zu wollen, ist schon mal genial. So kam ja heraus, dass die Verwandtschaft mit dem modernen Menschen doch enger ist als man dachte. Wenn man so durch die Museen läuft, wie ich das gerne tue, sieht man manch nachgebauten Neanderthaler. Meist sind sie verstrubbelt und haben einen dümmlichen Gesichtsausdruck. Seit die Verwandtschaft näher ist als gedacht, werden sie hellhäutiger und schauen etwas wacher. Geht doch. Ich glaube auch, dass wenn heute Neanderthaler leben würden, und sie blond wären, sie auf der Hohen Strasse in Köln nicht auffallen würden.

Jedenfalls ist Herr Pääbo dafür zuständig, dass man die Ursprünge der Gene, die einen Corona schlechter oder besser überstehen lassen, schon bei den Nenanderthalern gab.

Noch ein bißchen Zeugs.

Herr Pääbo betritt das Institut. Nach Gewinn des Nobelpreises

Begabtes Kind freut sich

Lebt‘s oder lebt‘s ned?

Schaukeltraum

Murife rennt

Einheit

Mit dem Nationalfeiertag fremdle ich, schon immer. Mir ging das damals einfach zu schnell. Und ich habe es tatsächlich geschafft, zu Anfang jeden 3. Oktober auf ausländischem Terrain zu verbringen. Mittlerweile habe ich mich damit abgefunden. Allerdings stört mich immer noch der Herbsttermin. Ich kenne aus eigenem Erleben die nationalen Feiertage in den Niederlanden, Frankreich, Spanien und der Schweiz. Diese Länder schaffen es, ihn entweder stilvoll, bunt oder laut zu gestalten. Sogar die zurückhaltenden Schweizer machen einen unglaublichen Radau.
Bei uns gibt es trotz fast 30-jähriger Tradition eben keine Tradition. Es ist so wie in der Kindheit, als man als katholisches Kleinkind mit dem Buß und Bettag nichts anfangen konnte. Wenn ich mir hätte was wünschen dürfen, wäre irgendwas im Juli rausgekommen. Früher war es ja der 17. Juni, aber der war pflichtgemäß traurig zu begehen. Es ging ja schließlich um den blutig endenden Aufstand in der ehemaligen DDR. Man gedachte all der Menschen und auch der Angehörigen, die hinter der Mauer gefangen waren. Ich kannte niemanden da, wir hatten auch keine Verwandtschaft im Osten. Aber grundsätzlich sich an Menschen unter der Knute zu erinnern, war ja nicht schlecht.
Ich habe gelesen, dass ungefähr 20 % der Westler noch nie im Osten waren, dafür nur 7 % der Ostler noch nie im Westen.
Ich weiß noch, als die Mauer fiel, sind wir als erstes nach Werningerode gefahren und durch den Harz weiter bis zum Barbarossadenkmal, zum Bauernkriegspanorama und zum Mittelbau Dora.
Ein paar Wochen drauf fuhren wir durch Ost Berlin für 10 Pfennig. Und haben uns so viele Bücher im Haus des Lehrers gekauft, dass wir sie kaum tragen konnten. wir waren in Eisenach, Weimar, Erfurt und Dresden. Und ich weiß noch, was es für ein Schock war, die Häuser, die Straßen und die Einkaufsmöglichkeiten zu sehen. Zu Anfang, also vor dem Zusammenschluss, gab es in den Läden fast nichts. Wir konnten unser Zwangsumtausch Geld kaum loswerden. Wir aßen in Restaurants, die riesige Hallen waren und irgendwas mit Kultur hießen, Riesenmengen für fast kein Geld. Es war eine fremde Welt, und alles in deutscher Sprache. Doch die Sprache war nicht gleich, die Bedeutung musst erst erforscht werden.
Beim Essen musste ich immer fragen, was das nun wirklich ist.
Und vieles kannte man nicht.
In einem Postamt in Ost Berlin saß eine ältere Dame an einem Tischchen und versuchte ein kleines Päckchen zu packen. Ich hatte meine Briefmarken schon gekauft und fragte sie, ob ich ihr helfen kann. Sie sagte sie bekomme das Päckchen nicht so. Ich habe sie gefragt, ob sie kein Tesafilm hätte. Sie sagte, dass sie nicht wüsste, was das sei. Ich hatte zufällig einen in der Tasche und klebt ihr dann das kleine Päckchen zu. Ihr fassungslosen Blick werde ich nie vergessen. Es stellte sich dann heraus, dass das Päckchen für einen Künstler bestimmt war, der gerade an der Oper auftrat. Da wir sowieso alles zu Fuß abliefern, bot ich an, das Päckchen am Hintereingang abzugeben. Sie freute sich sehr.
Im Haus des Lehrers haben wir dann zu Mittag gegessen. Es waren nur ein paar Tische besetzt, aber man sagte uns sie seien voll belegt. Was ich mir dann erklären lassen wollte. Ich wurde äußerst unfreundlich darauf hingewiesen, dass Personal fehlte , man eben nur so viele Tische bedienen können. Man hat uns dann zu zwei Damen gesetzt, beides Kolleginnen. Sie haben uns dann erklärt, wie das mit der Stasi lief. Dass in jedem Betrieb jemand zur Weitergabe von Informationen ausgeguckt wurde. Sie erzählten uns auch, wer bei der kommenden Volkskammerwahl im März vorher bei der Stasi war, und wer nicht. Viel später stellten sich ihre Vorhersagen genau so ein. Wir erzählten Ihnen dann von den Leuten der RAF, die im Osten untergetaucht waren. Sie hat nie etwas von der RAF gehört. Das Buch von Stefan Aust, dass ich ihnen später schickte, kam wohl nie an.
Sie erzählten uns auch, warum das Personal so schnippisch sein durfte. Sie waren kleine Könige und konnten nicht entlassen werden.

Vor der Buchhandlung am Alex stand Menschen geduldig in einer langen Schlange, obwohl der Laden fast leer war. Man erklärte uns, dass nur so viele rein dürften, wie es Einkaufskörbe gab.

So halte ich die kleinen Mauerreste, die ich damals eigenhändig abgeschlagen habe, immer noch in Ehren. Allerdings liegen sie nicht mehr, wie so lange, offen rum sondern sie liegen in einer Schachtel.

An all das muss ich denken an einem solchen Tag. Eigentlich sollten wir uns freuen, so richtig freuen, dass es gut ausgegangen ist. Das ist keine Selbstschussanlagen mehr an der Grenze gibt es und keine gegenseitige Überwachung und Diffamierung. Die DDR ist weg, und doch haust sie in den Köpfen vieler Menschen als kleines Gespenst immer noch und stiftet Unruhe. Und doch sollten wir das sehen, dass wir einander wieder haben und das was uns verbindet.

Ein Hoch auf uns.

Noch ein bißchen Spaß:

Und er sprach zu den Fischen…
Und es gab eine wundersame Katzenvermehrung
Fischen für Faule
Gespräche vermeiden, mit Jodie Foster

Volcano

Gerade kam ein Film auf ARTE über die Rückkehr des Lebens auf La Palma. Geologen und Biologen erklären die Umstände, wie Kristalle sich bilden und wie Organismen sich an widrige Bedingungen anpassen.

Nachtrag : Der Film ist wissenschaftlich orientiert. Wenn Sie bis zum Schluss durchgehalten haben: da kommt die mutige canarische Kiefer.
Wenn Sie mehr über das Leben auf La Palma wissen wollen, Simon Märkle lebt mit seiner Familie auf der Insel und berichtet in seinem Blog immer noch täglich und unermüdlich vom Leben auf der Insel.

Erinnern Sie sich an die Kraffts, Katia und Maurice, das Vulkanologenehepar? In den 80iger kamen ihre Bilder in GEO. Spektakuläre Fotos. Sie leben schon lange nicht mehr. Werner Herzog hat aus ihrem Material einen Dokumentarfilm gedreht.
Die innere Glut, ein Requiem für Katia und Maurice Krafft.
Magisch Aufnahmen und das Leben zweier Menschen, die die selbe Leidenschaft haben. Ein wunderschöner Film.

Ganz viel Tiktokkram:

Inuitkuss, aber richtig
Ach so geht das
Häkelkünste
Hintergrund vom Sprühkleid
Der tiefere Sinn von Schwimmbananen
Und ich rühr mir den Wolf
Ja, es sind Fertigteigwochen
Bitte die grosse Pizza
Backen mit Fertigteig
Noch ein blöder Kuchen