To queue

Heute stelle ich fest, dass ich doch keine Monarchistin bin. Der Pomp, ja, die goldroten Uniformen ja, aber eine erbliche Staatsführung? Eher nicht. Ich möchte nicht die Kinder und Kindeskinder von Herrn Steinmeier in Kutschen durch die Stadt fahren sehen.
Die deutschen Prinzen, die ich kenne, leben vergleichsweise bürgerlich.
Nun denn, die Monarchisten nehmen einiges in Kauf. Hier eine Geschichte vom Schlangenstehen (danke, @Katzentratschen)

Eine Direktübertragung gibt es auch. (danke @CucinaCasalinga)

Nicht alle mochten die Queen und das, wofür sie stand.Dresden zum Beispiel.
Auch unser kleines Städtchen hier wurde ohne Not kurz vor Kriegsende platt gemacht von englischen Bombern.
So halt alles mehr als zwei Seiten.

Was mich gestern sehr erschüttert hat: Journelle ist gestorben, ganz plötzlich. Sie war eine Bloggerin der ersten Stunde. Ich habe sie schon gelesen, als sie noch Studentin in Köln war. Frau Kaltmamsell hat sie persönlich erlebt und schreibt sehr schön über sie.

Jetzt noch TikTok zur Ablenkung.
Haiei

A star is born

Mein Elizabeth Moment

Jetzt habe ich vor lauter Sargrumtragerei in Großbritannien ganz vergessen, dass ich ja meine eigene Queengeschichte habe.
Wir sind als Gruppe Jugendnlicher zum ersten Mal nach England gefahren, mit dem Zug von Stuttgart aus über Köln, London und dann nach Cornwall in die Partnerstadt.
Auf der Rückfahrt waren noch ein paar Studen Zeit in London und wir hatten kein Geld. Ein Teil der Gruppe beschloss, den Tag bei ihrem Gepäck in Victoria Station zu verbingen. Kost ja nix, ja, ich weiß.
Meine Schwester und ich beschlossen, das Rstgeld für ein Gepäckschließfach zu opfern und dann loszuziehen. Naja, die anderen kamen dann doch mit. Wir liefen einfach los, es war Gründonnerstag und es waren nicht viele Leute unterwegs. Plötzlich klumpten sie sich aber an einer Strasse. Meine Schwester fragte, was los sei. Die Königin komme gleich, sagten sie uns. Die Kumpels glaubten es nicht, und doch, plötzlich fuhren mehrere Rolls Royce vor, einer sogar in aubergine.
Und wer stieg aus? Die gesamte königliche Familie. Blubb blubb blubb ergoss sie sich auf das Pflaster. Wir standen vor einer großen Kirche und die Famile kam zu einem tradtioninellen Gottesdienst, erzählten uns die Pasanten.
Die Familienmitglieder waren in verscheinenen Farben gekleidet, auffällig und doch dezent, mit Hut, alle Damen mit Hut.
Und direkt vor uns stieg die Queen aus, zwei Meter von mir entfernt. Menno, was das eine kleine Frau. Margeret war etwas größer, Prinz Philipp noch größer. An mehr erinnere ich mich nicht, sie waren schnell in der Kirche verschwunden.
Anschließend legten wir uns noch auf die Wiese im St. James Park in die Sonne. Die Kurzfassung dieser Geschichte, dass wir in London die Königin gesehen haben und einen Sonnenbrand bekamen, glaubte uns zuhause dann keiner.

Zum Nachlesen : The Royal Maundy

Wie die Queen zum Film kam

Alte Dame regelt ihren Nachlass

Ameisenstadt

Mit dem Auto hier durchs Dorf brettern, das wäre es.
Habe zwar kein Lenkrad gesehen, aber egal.

Es gibt sie, die eierlegende Wollmilchsau. Bisher allerdings nur im Kinderstuhlbereich.

Queen

Der Queen geht es schlecht. Als sie vor zwei Tagen Herrn Johnson verabschiedete und Frau Truss begrüßte, dachte ich schon, dass sie wohl jetzt sagt, dass es jetzt auch reicht. Als ich sie dann auf dem Foto sah, so klein und zerbrechlich, in Rock und Strickweste, hab ich wieder an meine Mutter gedacht. Sie war auch immer tipptopp mit Ohrringen, Kleid und hohen Schuhen, solange es ging. Als es nicht mehr ging, blieben ein Rock, eine Bluse und Strickwestchen. Die Queen hat sich nicht mehr die Mühe gemacht, sich prunkvoll anzuziehen. Vielleicht muss es auch schnell gehen, vielleicht lag sie schon den ganzen Tag.
Jedenfalls überträgt die BBC jetzt das Tor von Balmoral im Regen.

Zurück vom Spaziergang, überschlagen sich die Nachrichtenportale. Die Königin ist gestorben. So wird das hier das letzte Foto von ihr sein, mit der Fernbedienung auf dem Tischchen und der goldenen Steckdose links vom Kamin.

Hier regnet es auch fast den ganzen Tag. Ich bin das nicht mehr gewohnt, beim Müllrausbringen nasse Schuhe zu bekommen. Die Wiesen sind plötzlich grün geworden, auch die Farbe der Bäume ändert sich von hell- nach dunkelgrün.

Mein Traum, immer beschützt sein.

Und noch was Nettes auf Schwyzerdütsch, mit Untertiteln. Der Inhalt ist aber international.
Jolandro. Ein Grundschullehrer im Elterngespräch