Geisterstunde

So ist das, wenn  in kurzer Zeit hunderte von Lebensjahren aufeinanderprallen. Zuerst in Realität, vom Kindergarten bis heute, in mehrfacher Ausfertigung und dann als Fotos über die Breite einer Generation einer kleinen Stadt.
Mit den Geschichten könnten sich einige Schriftsteller lange über Wasser halten. Etwas Grauen, Verschwundene und Abgetauchte, Betrunkene und Ertrunkene, Bankrotteure und andere Dubiose, Betrug und Lug, Drogen und Wahn.
Ein bißchen Wehmut über das Verschwinden von Zeit und Schönheit macht sich breit. Ob es, wenn man nochmals ran dürfte, genau gleich ausginge?
Die selben falschen Entscheidungen träfe man? oder wäre man doch klüger und besser geplant?
Aus Liebe geheiratet und nicht aus Berechnung, oder der Angst, es sei zu spät? Aber schaut man sich die alten Liebespaare an, was ist noch da? Und die, die nicht erschienen sind, weil ihnen der Mut fehlt?
oder die Lust?
Die Jahre bringen eines mit sich: Ehrlichkeit. Zu müde um zu lügen. Man kennt sich, man durchschaut sich, meist.
Jedenfalls bin ich ganz besoffen von der Vergangenheit. Die ich rief , die Geister, die werd ich nun nicht los.
Ja, genau , Klassentreffen.