Kleinigkeit im Siebengebirge

Fährt man hinter Königswinter (klingt doch toll, oder?) ins Siebengebirge hinein, so wird man zuerst vom Buchenwald geschluckt bis sich dann plötzlich der Wald auftut und man vor eine Ruine steht. Der Chor einer Klosterkirche steht ohne weiteren mauerlichen Rückhalt mitten im Wald. Im Rheinland lãsst man gerne noch was stehen, so wie das beim Rolandsbogen und einigen Burgen am Mittelrhein zu sehen ist. Sogar der Limes mit seinen noch gut erhaltenen Gräben sieht nirgends so gut aus wie hier. Allerdings verwendet man auch gerne weiter. So sind die Steine der Klosterkirche von Heisterbach für einen Kanalbau eingesetzt worden und für den Festungsbau von Ehrenbreitstein in Koblenz.
Man wird hier erst romantisch, wenn schon fast alles weg ist.
Nun, das Klostergelãnde ist jetzt ein Altenheim und in einem Gebäude ist eine Organisation untergebracht, die sich um Mütter in Not kümmert.
Zurück zur Romantik und dem Mönch von Heisterbach.
Eine alte Sage berichtet, dass ein Mönch nach einem Waldspaziergang, bei dem er
sich Gedanken über die Zeit macht, und dass für Gott ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sein sollen, zurück ins Kloster kommt. Dabei stellt er fest, dass er niemanden mehr erkennt. Es stellt sich heraus, dass sein Name in einer alten Chronik vermerkt ist und dass er über dreihundert Jahre verschwunden war.
Diese Sage ist leider nicht einzigartig, es gibt sie auch bei anderen Zisterzienserabteien ins Spanien. Jedenfalls war Wolfgang Müller so ergriffen von der Geschichte, dass er eine Ballade darüber schrieb. Romantik eben.