Kleinigkeit im Siebengebirge

Fährt man hinter Königswinter (klingt doch toll, oder?) ins Siebengebirge hinein, so wird man zuerst vom Buchenwald geschluckt bis sich dann plötzlich der Wald auftut und man vor eine Ruine steht. Der Chor einer Klosterkirche steht ohne weiteren mauerlichen Rückhalt mitten im Wald. Im Rheinland lãsst man gerne noch was stehen, so wie das beim Rolandsbogen und einigen Burgen am Mittelrhein zu sehen ist. Sogar der Limes mit seinen noch gut erhaltenen Gräben sieht nirgends so gut aus wie hier. Allerdings verwendet man auch gerne weiter. So sind die Steine der Klosterkirche von Heisterbach für einen Kanalbau eingesetzt worden und für den Festungsbau von Ehrenbreitstein in Koblenz.
Man wird hier erst romantisch, wenn schon fast alles weg ist.
Nun, das Klostergelãnde ist jetzt ein Altenheim und in einem Gebäude ist eine Organisation untergebracht, die sich um Mütter in Not kümmert.
Zurück zur Romantik und dem Mönch von Heisterbach.
Eine alte Sage berichtet, dass ein Mönch nach einem Waldspaziergang, bei dem er
sich Gedanken über die Zeit macht, und dass für Gott ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sein sollen, zurück ins Kloster kommt. Dabei stellt er fest, dass er niemanden mehr erkennt. Es stellt sich heraus, dass sein Name in einer alten Chronik vermerkt ist und dass er über dreihundert Jahre verschwunden war.
Diese Sage ist leider nicht einzigartig, es gibt sie auch bei anderen Zisterzienserabteien ins Spanien. Jedenfalls war Wolfgang Müller so ergriffen von der Geschichte, dass er eine Ballade darüber schrieb. Romantik eben.

Kleinigkeit im Rheinland

Ein bißchen aufpassen muss man schon, sonst fährt man am Parkplatz vorbei. Und das Umdrehen ist nicht so einfach. Der Weg zum Rolandsbogen geht steil aufwärts, Kopfsteinpflaster und glitschige Blätter versuchen einen zu fällen. Ist man erst mal oben, hat man einen gigantischen Blick auf den Rhein und auf den Drachenfels. Ein Restaurant mit gutem Essen und frischen Rosensträußen machen den Ort zu einem Lieblingsplätzchen. Der gemauerte Bogen ist der traurige Rest der Burg Rolandseck, die einst das Bistum Köln nach Süden hin schützen sollte. Mehrfach zerstört, durch Schweden und Erdbeben, blieb nur ein gemauerter Bogen übrig. Und nicht mal den gäbe es mehr, wenn nicht der Revolutionsdichter (und Kaufmann) Ferdinand Freiligrath zu seinem Aufbau aufgerufen hätte. Nun denn, ihm zu Ehren hat man den Weg kopfsteingepflastert und ein Denkmal errichtet. Da die Mitwanderer sein Lied zur Revolution 1848 „Trotz alledem“ nicht kannten, und Herr Freiligrath es bestimmt auch noch nicht so gehört hat, habe ich Hannes Wader seine Fassung direkt im Wald singen lassen, Handy sei Dank. Ich glaube, es hat ihn gefreut.
Noch ein berühmter Gast hat Rolandseck aufzuweisen : Bill Clinton und Frau speisten mit den Schröders zum Weltwirtschaftsgipfel in Köln 1999 hier oben.
Seine Frau wird heute hoffentlich zur Präsidentin der USA gewählt.

Freiligrath

Freiligrath

Twitterlieblinge im Oktober

Ein Monat, der mit Krankenhaus anfängt, kann doch noch gut werden. Allerdings verschwand die mühsam erstrampelte Kondition im Nichts. Dafür gab es wunderschöne Ausflüge, deren Ziele durch Treibenlassen entstanden.

Die Lebensfreude ist wieder da, das Bauchweh weg. Ich habe Wölfe gesehen, einen Wassereimer vom Brand Roms, saß unter Inspektor Barnaby und weiß nun, dass man Mühlsteine unter der Erde geschnitzt hat. Und gestern habe ich einem Dichterdenkmal sein Gedicht auf youtube vorgedudelt, mitten im Wald.

Meine monatliche Twittersammlung hab ich doch noch hinbekommen, während der Besuch selig schläft und der Mann arbeiten ist.

Viele andere Lieblingstweets findet man hier bei Anne