Corona 622

Italien is baff, wie Deutschland bei der Epidemie so scheitert. Es hat sich alles gedreht. Die Mittelmeerländer, die so eher den Eindruck machen, alles lockerer zu nehmen, Sommer, Sonne , Kaktus, halten sich an Regeln, demonstrieren nur in kleinem Rahmen, machen aber mit.

Österreich führt im Moment. Insgesamt hat es fast 800 Inzidenz, es gibt aber Bereiche mit über 2000.

Es scheint auch eine Sache der deutschen Sprachen zu sein. Klingt Impf unangenehm, so wie Schimpf? Oder wie Pimpf? Was mögen wir daran nicht? Oder haben wir, so als Volksklumpen gesehen, einfach nicht genug Herdenintelligenz?
So, nun ganz langsam zum Mitschreiben: so läuft das mit der RNA. Nix Zellkern, nix Einbau. Nur Kopiervorlage, damit die Körperzellen lernen, was kommt.
Wegen diesen doofen Angsthasen oder ängstlichen Doofies fährt gerade ein Land an die Wand.
Ich möchte jetzt nicht Herrn Drostens Küchenwand sein, er trommelt bestimmt gerade mit Wucht dagegen.

Zur Erholung. Man darf ja nicht verzweifeln. Ist verboten.
Eleanor Morton liest Hasspost vor von Marie Antoinette

Mir sind wieder Liebeslieder eingefallen, aus purem Trotz vermutlich. ( Hatte ich das schon mal? ich bin zu faul zum gucken)

Corona 621

Ich muss hier nichts mehr schreiben. Sascha Lobo hat es schon getan, inclusive Wut.
Die schlimmsten Dinge werden selbstverständlich, man nimmt es hin, hohe Zahlen an Erkrankten, an Toten. Die höchsten überhaupt! Langsam kann ich nachempfinden wie das im Krieg war. Irgendwann kann man nichts anderes mehr, nicht mehr denken, nicht mehr fühlen, man fügt sich.

Das RKI hat aufgegeben. Die Landkreise mit über 1000 sind jetzt in Lila. Eine verzweifeltere Farbe gibt es nicht.

Ein Bericht aus Rosenheim: dort ist die Impfquote niedrig, aber die Zahl der Heilpraktiker und Erkrankten hoch.
Noch ein kleiner Bericht über den Ursprung des Foto der Medikamente, die ein Coronakranker auf Station bekommt.

Heute mochte ich noch ein bißchen aus Bayreuth berichten. Es hatte einen Sturm gegeben. Bei Abendspaziergang am schon offenen Weihnachtsmarkt, im Oktober!, kamen wir an einem alten Gebäude mit Fachwerkhof vorbei vorbei. Auf einem Plakat steht, dass es ein Klavierkonzert gibt. Sicher im Opernhaus, sagte ich.
Hinter mir sprach eine Dame: Nein, das ist hier bei uns.
Es geht gleich los, ist aber ausverkauft. Wenn Sie mögen, habe ich noch zwei Karten für Sie.
„Bei uns“ war die weltberühmte Klaviermanufaktur Steingraeber und Söhne. Und die Musiker waren junge Menschen, die in Leipzig an der Musikhochschule studierten. Sie waren mit ihren Professoren da. Der Konzertsaal lag im ersten Stock des Gebäudes, dicke Teppiche und Portraits von Franz Liszt und anderen Musikern säumten den Weg nach oben.
Über dem Klavier hing ein Spiegel so, dass man die Hände der Pianisten und Pianistinnen sehen konnte.
War das ein schönes Konzert! Junge, sehr ernsthafte Menschen spielten um ihre Seele.
Wir haben sie am nächsten Tag im Park der Villa Wahnfried wiedergetroffen und uns für den Abend bedankt. So richtig wie ein Groupie. Sie haben sich sehr gefreut.

Hier ist das Programm, wenn Sie mögen.


Vielleicht gilt das auch für Gitarristen?

Corona 620

Gegen 4 Uhr bin ich heimgekommen und musste dringend Brote mit Schokocreme essen. Dieses Bedürfnis hatte ich noch nie. So ein Tag ist heute.
Die Schokocreme ist übrigens von Lindt und sehr zu empfehlen.

Viele Leute erkennen mich mittlerweile beim Einkaufen oder auf der Straße, und das ist – vorsichtig formuliert – nicht immer eine entspannte Situation.

Einzelne Medien in Deutschland haben – auch mit der Auswahl ihrer Quellen und Gäste – über Monate hinweg mit einer unverhohlenen Agenda der Bevölkerung suggeriert, dass die Gefahr gar nicht so groß ist. Dass die Maßnahmen einseitig und übertrieben sind.

Ich habe immer wieder dasselbe gesagt: Die Impfung ist der Weg aus der Pandemie, die Impflücken müssen geschlossen werden. Viel mehr gibt es jetzt nicht mehr zu sagen

Also, ich bin nicht so der Brit-Pop-Typ, ich komme aus den Achtzigerjahren: Joy Division, dann Blumfeld und ein paar andere von der Hamburger Schule und dann Jingo de Lunch, also so Berliner Urzeit-Kreuzberg.

Ein langes Interview von Christian Drosten in der ZEIT

Das Rheinland, speziell Kölle, ist im Schunkelfieber. Leider hat der Prinz Corona, Jungfrau und Bauer sind mit in Quarantäne. Nein, ausdenken kann man sich das nicht.

Ein Tag, den jeder Drehbuchschreiber aus dem Skript nehmen müsste, weil er einfach zu skurrile und unwahrscheinliche Ereignisse zusammenbringt.
Dazu kommt noch der Ausnahmezustand. Wenn ich hier hochrechne, hat die Schule eine Inzidenz von 2000.
Bundesweit haben wir über 50.000 Neuinfektionen gestern. Heute sieht es ähnlich aus.
Mein Biologinnenhirn denkt: die Selektion geht gegen die Deppen. Aber leider wird es nicht so sein.

Auch das werden wir überleben.