Anagramm und Arbeit

An diesem Tag muss man bloggen. 22.11.22.
So ein schönes Datum, ein Anagramm mit Zahlen.
Und jemand, den ich gut kannte, würde heute 100 Jahre alt. Er hat es dann doch nicht erlebt, obwohl er es sich schon vorstellen konnte.

Ob ich meinen Beruf jungen Menschen empfehlen würde? Jein.
Meine Ministerin sagte gerade in den Nachrichten, dass es ein schöner Beruf sei, Lehrer zu sein. Sie ist Juristin.
Ich hätte nach dem Studium in die Industrie gehen können. Kommilitonen machten das. Sie haben dann über unsere Schwierigkeiten gelacht, eine ordentliche Stelle zu bekommen. Dann über das Gehalt. Mittlerweile sind sie mit hohen Abfindungen frühzeitig in den Ruhestand gegangen.
Nein, ich wollte nicht tauschen. Ja, ich mag Kinder und meinen Beruf.
Nein, ich mag die Arbeitsbedingungen nicht. Man ist immer am Anschlag. Das Arbeitszimmer ist zuhause, die Hälfte der Arbeitszeit verbringt man da. All die Sachen, die da drin stehen, sind von mir finanziert. Die Möbel, der Drucker, der Computer. Ich muss sogar meine Schulbücher selbst bezahlen, jede neue Auflage, jede Lehrplanänderung wird teuer für mich.
Und dann die Arbeit in der Schule! Man tut was man kann. Doch die Anerkennung seitens der vorgesetzten Behörde, der Eltern und der Öffentlichkeit ist spärlich. Wir sollen den Kinder Mut machen, werden aber ganz anders behandelt. Man begegnet uns oft mit Misstrauen.
Und die jungen Lehrer sind die Deppen. Jahrelang arbeiten sie für wenig Geld mit kurzfristigen Verträgen. Zuerst waren die PES-Verträge dazu gedacht, kurzfristigen Unterrichtsausfall mit außerschulischen Kräften abzudecken. Da waren mal Studenten, Übersetzer oder Künstler, die aushalfen. Jetzt sind es fertig ausgebildete Lehrkräfte mit 2. Staatsexamen. Und die hangeln sich von Vertrag zu Vertrag.
Und meine Ministerin lächelt glückselig in die Kamera und berichtet von der Attraktivität dieses Berufes. Ach Frau!

So geht es in Bayern den jungen Lehrern. Herr Hauptschulblues ist vom Fach.

Sogar die Kirche bewegt sich, man glaubt es kaum.
Da war ich eine ganze Weile aus verschiedenen Gründen ziemlich intern.
Was hätte diese Regelung Leid erspart! Und Lügen, ganz viele Lügen.
Es ist wie oben: man soll etwas ganz anderes weitergeben als man selbst erlebt.
Diese Organisation merken es einfach nicht.

Die katholische Kirche ändert das Arbeitsrecht. Also, es ist eine Empfehlung.

Noch etwas TikTok.
Jetzt weiß ich, wie schwer es ist Mulikultikindern einen Namen zu verpassen.

Und es ist Fussball, ist ein bißchen ekelig das Thema.
Aber das kann man anschauen.
Gästezelte in der Wüste