Hier streitet man sich noch um die Verortung des neuen Testzentrums. Und die Bürgermeister der Dörfer versorgen sich mit Schnelltests, für ihre Wahlkommissionen. Am Sonntag ist es soweit. Landtagswahl. Viele haben schon briefgewählt, ich auch. Sehr emotional dieses Mal.
Eine Freundin berichtet von ihrer Impfung mit langer Warteschlange und der ersten Registrierung: ein Mann notiert ihren Namen handschriftlich in einem großes Buch.
Ich dachte, das macht nur noch Petrus an der Himmelspforte.
Ja, es geht ihr gut.
Nein, kein Chip.
Apropos Verschwörung.
Im Internet kreiste ein Video von einer ansich unmöglichen Treppenkontruktion.
Hier wird der Schwindel aufgedeckt.
Weltfrauentag ist heute.
Mir ist gratuliert worden, ein Mal, aus der Ukraine.
Dabei wäre es so nötig über das Thema zu sprechen.
Frau Herzbruch sagt bei Twitter, sie sei nicht gefragt worden, ob sie eine Frau werden will. Und im Übrigen wolle sie lieber ein Mann sein.
Ich glaube, ich auch.
Als ich noch ein kleines Mädchen war, waren wir Kinder alle gleich. Die Jungs kletterten schneller auf die Bäume, aber wir konnten andere Dinge besser. Es war einfach egal, was man war, man war halt. Als ich anfing, Bücher zu lesen, überlegte ich mir, was ich mal werden wollte, wenn ich groß bin.
Da ich am Wasser sein wollte, blieben nur Kapitän und Leuchtturmwärter. Vielleicht erst das eine und im Alter das andere. Als ich es dann erzählte, als ich gefragt wurde, stieß ich auf Häme: „Aber das alles kannst Du nicht, Du bist doch ein Mädchen. Mädchen dürfen nicht auf Schiffe, das bringt Unglück.“
Was? Das Mädchensein war minderwertig?
Ich was schockiert!
Ich kam aus einem Haushalt, in dem die Mutter alles Technische machte. Sie baute die Waschmaschine auseinander und bestellte die Ersatzteile. Sie konnte so vieles reparieren. Und sie erklärte mir an ihrer Nähmaschine, was ein Elektromotor ist, und wie man die Kohlenstifte austauscht.
Ich war immer eine gute Schülerin und habe mich sehr für Naturwissenschaften interessiert. Im Studium kam es noch ab und an vor, dass abwertende Männerkommentare bekam. Oder Erstaunen: so ein schweres Fach für eine Frau.
Ansonsten hatte ich den Eindruck, an der Uni gleichwertig behandelt zu werden. Im Beruf war das nicht immer so, vor allem wenn es um Beförderungen ging. Da zogen die Männer vorbei. Diese Seilschaften gab es dann, über gemeinsames Fußballspielen und so weiter. Unter Frauen gab es das kaum. Es wächst aber. Im Staatsdienst ist man sensibler geworden. Es gibt übrigens in NRW mehr Richterinnen als Richter.
Es liegt an den Strukturen, die die Ungleichbehandlung unterstützen. Machtgefälle befördert Ungleichbehandlung bis hin zur tolerierten Belästigung. Schweizer Journalistinnen gehen diese Strukturen an. Dass es so schlimm ist, hat mich überrascht.
Herr Steinmeier ist ja ein ganz einfühlsamer Mann. Das war im letzten Jahr.
Und in diesem Jahr ruft er zum Weltfrauentag die Männer auf.
„Wir Männer müssen Zivilcourage und Mut zeigen, wann immer Frauen gering geschätzt und für gleiche Arbeit nicht gleich entlohnt werden. Wann immer sie übergangen, missachtet oder angegriffen werden“.
Immer wieder, wenn Männer mir beigestanden haben, waren es solche. Möge es doch mehr Männer geben mit diesem Mut.
Das Gerenne nach den Coronatests nervt mich.
Für die Discounter ein toller Marketinggag. Kaum Packungen da, angeblich pro Filiale 25 Stück und unter dem Einkaufspreis verscherbeln, so geht Kundenbindung.
Laut der Tagesschau gibt es gute Gründe, das Kitapersonal bei der Impfung vorzuziehen.
Heute ist Wahl: hier auf dem Wohnzimmertisch.
Wenn ich nach der Schulpolitik der einzelnen Parteien schaue, stellt sich mir die Frisur. Unglaublich heere Ziele und ideologisch geprägte Sichtweisen. Wenn man aber weiß, wie es wirklich an den einzelnen Schulformen zugeht, und wo die Kollegen am liebsten weglaufen würden, wenn sie könnten, sieht das alles ganz anders aus.
Ich glaube, jeder lehrende Mensch hat genaue Vorstellungen davon, wie die ideale Schule aussehen könnte. Was da sein müsste, dass Kinder, Bildung und Erziehung eine gute Heimstatt haben. Aber über Schule entscheiden die Finanzleute und als Minister bekommen wir meist einen Juristen oder eine Juristin. Ich möchte mal die Juristen hören, wenn man ihnen einen Lehrer vor die Nase knallen würde.
Sie merken, isch könnt misch wieder uffresche.
Es war kalt, und mir gehen andauernd Rilkezeilen durch den Kopf
Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.
Sie sprechen alles so deutlich aus.
Und dieses heißt Hund und jenes heißt Haus,
und hier ist der Beginn und das Ende ist dort.
Mich bangt auch ihr Sinn, ihr Spiel mit dem Spott,
sie wissen alles, was wird und war;
kein Berg ist ihnen mehr wunderbar;
ihr Garten und Gut grenzt grade an Gott.
Ich will immer warnen und wehren: Bleibt fern.
Die Dinge singen hör ich so gern.
Ihr rührt sie an: sie sind starr und stumm.
Ihr bringt mir alle die Dinge um.
So möchte ich es gerne, einfach Gemüse sein, ohne Worte warten, nur fühlen bis alles vorbei ist. Ich möchte mich einfach nur auf den Frühling freuen.