Corona 300

300 Tage sind vergangen seit dem ersten Tag des ersten Lockdowns im März. Ich fasse es nicht.
Und ich dachte, 2021 wird zumindest geruhsamer als das vergangene Jahr.
Es gibt über 1000 Coronatote gestern. Und über 26.000 Neuinfizierte. Falls jemand fragt, was die Leute so über Weihnachten gemacht haben. “Selber schuld“ ist einfach zu zynisch. Aber aus Erzählungen der letzten Woche weiß ich einfach, dass die Leute sich nicht an die beschränkte Anzahl der Kontaktpersonen gehalten haben. Fröhliches Rumfahren, sogar
Besuch aus der Schweiz. War nett, hat aber Corona mitgebracht.

Wer wissen will, wie es auf eine Covid-Station ausieht, schaut hier. Das sind Fotos von einem Journalisten.
Ein Podcast mit einem Notarzt, weitere Twitterer auf Intensivstationen und den Link von eben habe ich bei Nessy gefunden.

Das sind also die Menschen, die das Capitol stürmten

El Pais hat, wie schon öfter, die besten Bilder von gestern zusammengeschnitten

Life can be bright in America
If you can fight in America
Life is alright in America
If you’re a white in America
Lyrics

Auswandererträume aus der Westside Story

Corona 299

Morgen fängt in Rheinland Pfalz das Abitur an. 2 Meter Abstand, die Schüler müssen keine Maske tragen, die Lehrer schon. Das vestehe, war will.
Heute sind es wieder fast 1000 Tote. Kaum einen regt das noch auf. Spanien und Frankreich haben eine große Trauerfeier für ihre Coronatoten veranstaltet. Haben wir sowas auch?

Die Lehrerschaft von Baden Württemberg ist aufgebracht: die Masken, die sie bekommen haben, entsprechen nicht der Norm. Und sie riechen stark nach Mottenpulver, sagt die Verwandtschaft. Man könne sie nicht aufsetzten.

Ansonsten lese ich eintreffende Schüleremails, beantworte Nachfragen, schicke Tabellen. Und bereite alle auf die Videokonferenz vor. Diese sind sehr anstrengend, da die Truppe die Videofunktion abschalten muss, sonst verkrümelt sich das System. So spreche ich in einen schwarzen Bildschirm.
Vielleicht wird‘s ja besser im Laufe der Tage.

Soweit war der heutige Beitrag fertig, bis im TV die Erstürmung des Capitols durch Trumpanhänger gemeldet wurde. Was für ein gefährlicher Hetzer! Was für willige und hörige Anhänger!

Wo war die Polizei? Warum war das Gebäude gerade an dem Tag nicht geschützt? Und da steh einer mit einem Fell auf dem Kopf und Hörnern vorne im Saal und hält stolz die Fahne hoch!

Bidens Rede war berührend. Er hat fast geweint. Ich mag das alles nicht rekapitulieren, Sie haben es vermutlich selbst gesehen.

Eigentlich müsste jetzt Pence Herrn Trump des Amtes entheben wegen Volksverhetzung und den Übergang anständig gestalten.

Ach, erst wollte ich keine Musik heute, dann ist mir das da eingefallen. Trauer um die gute alte Zeit.

Corona 298

Die Bundespressekonferenz war klar und überlegt.
Also, es geht weiter mit dem Lockdown bis 31. Januar. In den Hotspots gibt einen erlaubten Bewegungsradius von 15 Kilometern. Bin gespannt, ob und wie es eingehalten werden kann. Die Zahl der Toten war heute wieder fast auf 1000.
Das Krankenhauspersonal ist am Anschlag.
Die Kanzlerin hat Herrn Spahn aus der Schusslinie genommen. Man unterstellt ihm ja vieles in dieser Zeit. Sie berichtet, wie es zur Impfsosenverteilung in Europa kam.
Einerseits herrscht ja Impfneid bezüglich anderer europäischer Länder. Andererseits mögen sich viele des medizinischen Personals und der Angestellten in den Altenheimen nicht impfen lassen. Was jetzt? Sie wollen keine Versuchskaninchen sein. Das waren doch die Brasilianer schon, ihr Schnullis! Und dort hat sich ein Schutz von über 95 % ergeben, der Knaller! Grippeimpfungen liegen bei einem Wirkungsgrad von 60%.
„If you don’t want the vaccine, take the illness“, stand irgendwo bei facebook.
Mittlerweile kenne ich 9 Menschen, die Corona hatten, mit zum Teil schweren Verläufen, von 15 Jahren bis zu 55. Nein, keine älteren mit Vorerkrankungen.
Die beiden Jugendlichen haben sich schnell erholt, die anderen nur ganz langsam und sehen immer noch aus wie der Tod auf zwei Beinen. Heute noch sagte eine am Telefon, dass sie dachte, sie sterbe. So schlecht sei es ihr in ihrem ganzen Leben noch nie ergangen. Und sie galt medizinisch als minderschwerer Fall.
Also, Sie dachten es sich schon: ich lasse mich impfen, sobald ich dran bin.

Eine schöne Geschichte habe ich gelesen über eine junge Frau, über ihren Vater und über ein Nacktmodel, das jetzt auf vielen Plätzen steht.
Ihr Vater war auch Schneider, so wie meine Mutter. So kommt mir einiges bekannt vor. Wobei ich bei all meinen Überlegungen zu einem anderen Schluss gekommen bin.

Ich komme ja aus einer Zeit, in der es keine Models gab, nur Mannequins. Die Musik zum Film Mannequin ist von Starship, einer ziemlich unbedeutenden Band, die aber das Glück hatte, dass Albert Hammond und Diane Warren ihnen das Lied geschrieben haben.
Im Film sehen sie so ungefähr alle Frisuren, die ich damals hatte. Ja, die Erotik war wenig subtil in jener Zeit. Aber man konnte Pelz tragen, immerhin.
Kommt Ihnen die Dame bekannt vor? Ja, es ist Kim Cattrall aus Sex and the City.
Kim Cattrall zieht sich ebenfalls nackt aus für einen guten Zweck. Womit ich wieder den Bogen zum Vogue-Artikel geschlagen habe. Uff, das war knapp.