Heute war einseltsamer Tag. Warm und dampfend die Luft, angespannt und unsortiert der Kopf. Schon die erste Tat, eine Banküberweisung, die nicht klappte, brachte mich völlig aus der Spur. Für den freien Tag hatte ich so viele Pläne. Doch ich sah ein, dass die Ausführung der selben zu einer rabiaten Migräne geführt hätten. So habe ich nur ein Krokodil geklebt und Wurstgulasch gekocht. Beides zum ersten Mal im Leben. Letzteres hat mir chefkoch.de ausgespuckt, als ich die im Kühlschrank lagernden Reste eingab. Es schmeckte erstaunlich gut. Ich habe das höchste Lob bekommen, das Herr croco zu vergeben hat: es schmeckt wie Currywurst!
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Corona 159
Die Kinder hüpfen aus dem Schulgebäude, gehen Richtung Stadt, reißen sich die Masken ab und laufen innig nebeneinander her.
Ob die Schulen noch lange offen sind?
Die Kollegen zweifeln auch am Optimismus der vorgesetzten Behörden.
Die Zahlen heute sind so hoch wie im April zum letzten Mal, über 1700 Neuinfizierte.
Das Operndorf gibt es noch, Aino Laberenz, Christoph Schlingensiefs Witwe, kümmert sich drum.
Wer hat ein weißes Kangurubaby gefunden? Es fehlt.
In Lehrerzimmer gibt es vier Kollegen mt Zöpfchen und fünf mit ohne Haare. Was daran daran Statement und was Bequemlichkeit ist, kann ich nicht beurteilen. Ein Hipsterzöpfchen gibt es, ein Woodstockzöpfchen, und ein ganz dünnes. Die Zeit der Mähnen ist vorbei, sogar bei mir.
Ein bißchen Erinnerung an wilde Hairzeiten.
Corona 158
Die Infektionszahlen steigen. In Spanien gehen sie durch die Decke. Was ist da bloß los? Den Herbst werde ich wohl nicht in Andalusien verbringen. Schade. Dann schreibe ich eben ins Blog, bis es den Impfstoff gibt. Das geschieht dem Virus recht.
Ja, ich stehe auf ungewöhnliche Männer mit Wuschelhaaren. Heute kommt der dritte. Christoph Schlingesief. Übermorgen jährt sich sein Todestag, vor 10 Jahren starb es.
Ich mochte seine Talkshows sehr. Er galt als Provokateur. Wenn man genau hinschaut und zuhört, stellt an fest, dass das nicht stimmt. Er dachte ungewöhnlich und um drei Ecken. Und er hatte viel Empahie für Leidende. Ein Festspielhaus in Burkina Faso, eine Kirche der Angst, Inszenierung des Parsival.
Er war wie Wim Wenders in Oberhausen aufgewachsen. Die Väter kannten sich .
Als er krebskrank wurde, machte er das öffentlich und stellte seine Ängste und seine Beziehung zu Gott dar.
Kirchenfenster wurden mit den Röntgenaufnahmen seine befallenen Lungen dekoriert. Und er berichtete von seiner Angst vor dem Tod.
Was mich sehr gerührt hat. 2011 war ich in Hamburg zu einem Geburtstag eingeladen. Da Hafengeburtstag war, fand ich fast kein Hotel. Dann doch: ein ganz kleines verzaubertes hatte noch ein Zimmer. Und an der Rezeption hing hübsch gerahmt ein Brief. Er war von Christoph Schlingensief. Er danke in warmen Worten für den schönen Aufenthalt und die Gastfreundschaft in diesem Hotel.
Haben Sie Zeit? Dann los.