Wenn Migräne, dann heute.
Ganz viel Hitze, ganz viel Offizielles und ganz viele Menschen heute mit Maske und Abstand. Also, nicht alle. Bin ganz ausgepumpt.
Noch eine Woche!
Habe von einer Hochzeit gehört, bei der man recht eng saß und auch noch gesungen hat. Bin gespannt, wie es in einer Woche hier im nahegelegenen Städtchen aussieht.
Es ist die Zeit der Abschiede.
Menschen verändern ihren Lebensmittelpunkt, ziehen weg, hören mit der Arbeit auf, bekommen keine Arbeit hier.
Es bleibt nichts, wie es war. Manchmal ist das schön, aber manchmal tut das verdammt weh.
Also gibt es halt ein paar Abschiedslieder. Heute ist das eben so.
Lufthansa konnte gerade noch gerettet werden, Wirecard hat Konkurs angemeldet.
Die Reisebüros leiden sehr. Sie mussten alles Stornierungen abwickeln und all die Provisionen zurückzahlen für die vermittelten Reisen. Ein halbes Jahr umsonst gearbeitet.
Ich mag ja Reisebüros. Erstmal die vielen Kataloge, die einem die Welt versprechen. Als Gymnasiastin bin ich da oft hingegangen umd alte Kataloge mitzunehmen. Ich habe mit den ausgeschnittenen Bildchen meine Erdkundehefte verschönert.
Und ich habe Umschläge daraus gebastelt.
Ich mag es, wenn mir jemand Tipps gibt und für mich bucht. Die Damen kenne die Fallen, wissen, welches Hotel man besser meidet und welche Mietwagenfirma. Und dass man den Ring of Kerry besser links rum nimmt, wegen der Aussicht und der Busse, die die andere Richtung nehmen.
Ja, ich freu mich sehr darauf, wieder reisen zu können. Nein, nicht dieses Jahr.
Masken waschen ist unbemerkt zum Alltag hinzugekommen. Meist trage ich die Chrirurgenmasken zum Einkaufen, da ich gut atmen kann darin. Sie muffeln schnell und landen in der Restmülltonne. Zu Arbeit sind es dann eher lustige Stoffmasken, die die Kommunikation fördern. Eine FFP 2 habe ich zwar rumliegen, habe sie abeer nie benutzt. Wir haben hier zur Zeit keine Fälle, die Insel der Seeligen. Aber wie schnell es gehen kann, wenn man unverantwortliche Arbeitgeber sieht mit ihren Subsubsubunternehmern, erleben wir jetzt. Zwei Landkreise down, nur um über betrieblich Vertuschung die Infektionen nicht öffentlich machen zu müssen. Fake Namen, fake Adressen, ein Sumpf. Ausgenutzte Arbeiter ohne Sprachkenntnisse, arme Leute aus dem Osten, zerlegen Fleisch für die beiden großen Discounter, bei denen dann wieder arme Leute ihr Fleisch kaufen.
Es ist so warm draußen, und schwül. Und die Menschen suchen Abkühlung im Rhein oder den Steinbruchseen hier in der Gegend.
Noch mehr Infizierte in anderen fleischverarbeitenden Betrieben. Und im Kreis Gütersloh wird alles wieder runtergefahren: Quarantäne. Urlauber aus der Gegend gelten als unerwünschte Personen anderswo. Sie werden von der Insel Usedom wieder nach Hause geschickt. Es gibt Schlangen vor den Teststationen. Mit einem negativen Bescheid kann man unter Umständen den gebuchten Urlaub antreten.
Elvira hat mich wieder an Rita Pavone erinnert. Dort kann man auch den Text finden.
Die Überlegung eines Mädchens, wie es denn wäre, wenn man ein Junge wäre, wird zum Lied. Ich hätte es schon gerne mal erlebt, einfach für ne Weile ein Mann zu sein. Ob ich mich freier bewegen könnte, an andere Orte gehen? Einfach in einer Konferenz aufstehen und mit dunkler donnernder Stimme ein Statement abzugeben? Eine Bierkiste hochzuheben, als ob es nichts sei? Die Körperkräfte hätte ich gerne, die tiefe Stimme auch. Diese Präsenz würde mit gefallen und dass mich nicht Leute einfach so anfassen. Einem Mann passiert das viel seltener. Man traut sich weniger bei einem Mann. Dafür ist die Gefahr in eine Schlägerei zu geraten viel größer. Auf das Körperliche in Verbindung mit Kraft bin ich etwas neidisch. Männer müssen nicht so auf Ihren Körper aufpassen wie wir Frauen. Gewollte Verführung durch Freilegung von Körperteilen wird ihnen nie unterstellt.
Tja, ich werde es wohl nie erfahren, wie es sich tatsächlich anfühlt.