Corona hundertunddrei

Noch mehr Infizierte in anderen fleischverarbeitenden Betrieben. Und im Kreis Gütersloh wird alles wieder runtergefahren: Quarantäne. Urlauber aus der Gegend gelten als unerwünschte Personen anderswo. Sie werden von der Insel Usedom wieder nach Hause geschickt. Es gibt Schlangen vor den Teststationen. Mit einem negativen Bescheid kann man unter Umständen den gebuchten Urlaub antreten.


Elvira
hat mich wieder an Rita Pavone erinnert. Dort kann man auch den Text finden.
Die Überlegung eines Mädchens, wie es denn wäre, wenn man ein Junge wäre, wird zum Lied. Ich hätte es schon gerne mal erlebt, einfach für ne Weile ein Mann zu sein. Ob ich mich freier bewegen könnte, an andere Orte gehen? Einfach in einer Konferenz aufstehen und mit dunkler donnernder Stimme ein Statement abzugeben? Eine Bierkiste hochzuheben, als ob es nichts sei? Die Körperkräfte hätte ich gerne, die tiefe Stimme auch. Diese Präsenz würde mit gefallen und dass mich nicht Leute einfach so anfassen. Einem Mann passiert das viel seltener. Man traut sich weniger bei einem Mann. Dafür ist die Gefahr in eine Schlägerei zu geraten viel größer. Auf das Körperliche in Verbindung mit Kraft bin ich etwas neidisch. Männer müssen nicht so auf Ihren Körper aufpassen wie wir Frauen. Gewollte Verführung durch Freilegung von Körperteilen wird ihnen nie unterstellt.
Tja, ich werde es wohl nie erfahren, wie es sich tatsächlich anfühlt.

Nina Hagen singt es nochmals.

Und Beyoncé sagt

I’d put myself first
And make the rules as I go

6 Gedanken zu “Corona hundertunddrei

  1. Na, da sagt Beyonce ja was. Ich glaube, Egoismus ist den meisten Frauen fremd. Mädchen werden ja meistens dazu erzogen, hilfsbereit und rücksichtsvoll zu sein. Während Jungs beigebracht wird, sich durchzusetzen, zu behaupten. Manchmal habe ich das Gefühl, dass wir uns in die falsche Richtung bewegen. In meiner Kindheit war es selbstverständlich, dass ich tun kann, was Jungs auch tun. Fußball spielen, klettern, raufen. Dafür hatte ich nicht so sehr das Gefühl, dass ich auf mich und meinen Körper aufpassen muss. Ob es damit zu tun hat, dass ich im Osten aufgewachsen bin? Oder machen wir Rückschritte, was unsere Rollenbilder betrifft?

    • Wir machen Rückschritte, so scheint es mir. Ich hatte als Kind immer Hosen an. Meine Mutter wäre nie in den Sinn gekommen uns als rosa Püppchen zu verkleiden. Da gabe es diese Rosa-Hellblau-Falle nicht, auch nicht im Westen. Auch das Sichaufopfern war damals aus der Mode.

      • Also täuscht mich meine Wahrnehmung nicht. Komisch, überall wird nach Gleichberechtigung gerufen und gleichzeitig tappen wir in die rosa-hellblau-Falle und erziehen Kinder nach veralteten Mustern. Da stimmt doch was nicht!? Merkt das niemand?

      • Die Töchter emanzipierter Frauen merken nicht, welche Kraft es gekostet hat, den Weg zu gehen für seine Rechte. Und lassen sich wieder Dinge gefallen, die man längst überwunden glaubte. Schade, das alles.

  2. Schade, ja. Sehr. Und irgendwie auch schlimm, dass man kleinen Mädchen heute wieder Dinge erklären muss, die in meiner 70er/80er Jahre Kindheit und Jugend für mich (und viele andere wohl auch) selbstverständlich waren. Wenn wir Emanzipation wollen, müssen unsere Kinder dementsprechend aufwachsen.

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