Da war ich VI

Wissen Sie, was man unter Inselverzwergung versteht? Nein, es sind keine Inseln gemeint, die immer kleiner werden, sondern ein biologisches Phänomen.
Werden Populationen von Tieren von der Stammpopulation abgedrängt, auf eine Insel zum Beispiel, und haben keinen Kontakt mehr zur Ursprungspopulation, verzwergen sie, werden also von Generation zu Generation immer kleiner. So kommt es, dass es auf einigen Mittelmeerinseln kleine Elefanten gab, die einen Meter hoch waren, also im erwachsenen Zustand. Niedlich, was? So ein Elefäntchen im Garten, das wär doch was.
Auf Malta gab es nun einen kleinen Zwergelefanten und einen sehr kleinen. Und es gab ein kleines Flußpferd und ein sehr kleines.
Und ihre Knochen hat man ein der Dalam-Höhle gefunden, die man sich heute noch anschauen kann. In drüberliegenden Museum kann man die Skelette der Zwergtiere bewundern. Ansonsten ist das ein Museum, das bisher nur im Ansatz Kontakt zur modernen Museumsdidaktik hatte. Es wird schon was erklärt auf Tafeln, aber dann trifft man auf die totale Sammelwut, den absoluten Knochenoverkill. Knochen an Knochen an Knochen sind in Vitrinen fein säuberlich aneinandergereiht. Nun, ein sehr skurriles Beinhaus ist das.
Dafür ist die Höhle netter. Am Eingang wird vor den Wildbienen gewarnt. Ja, genau, sie haben sich im Lehm kleine Eingänge gegraben. Ein Steg führt über die Ausgrabungsstätte. Freundlicherweise hat man an die nachkommenden Generationen gedacht und die Schichten teilweise stehen lassen. Man sieht in der untersten, dort wo Flusspferd und Elefant gefunden wurden, und in allen folgenden Knochenfragmente rausragen. Mich juckt es da ja immer weiter zu buddeln.
Nun, irgend jemand wird es tun.
Wie es zur Verzwergung kommt? Nun, Nahrungsknappheit, Inzucht, Reviergrösse, alles spielt eine Rolle. Es gibt übrigens auch einen Inselgigantismus. Kleine Tiere werden, wenn sie auf abgeschlossene Inseln gelangen, immer größer. So vermutet man, dass bei schlechten Lebensbedingungen mit der Zeit die optimale Säugetiergröße von 1 kg angestrebt wird.
Nun ist aber genug mit Biologie.
Ach nö, doch nicht. Die Rote Mittagsblume muss ich Ihnen noch ans Herz legen. Sie kommt aus Südafrika und macht sich im Mittelmeerbereich breit. Sie verdrängt die einheimischen Pflanzen, weil sie mehr Samen bildet als andere und unglaublich schnell wächst. Sie betreibt nämlich einen Teil ihrer Photosynthese nachts, was ihr einen unglaublichen Vorteil verschafft.

Inselverzwergung

Dalam Höhle und Museum

Mittagsblume