Corona 166

Wieder so ein Tag, der sich anfühlt wie in einer Waschstrasse. Stunden später komme ich eingeseift raus.
Schule von morgens bis am Abend fährt die Gehirnkapazität herunter auf Reflexebene. Hat das schon mal jemand untersucht?
Und ich musste noch ein Geburtstagsgeschenk besorgen.
Wieder zuhause, habe ich einen Apfel gegessen und ein Stück Cabanossi. Das Müsli zu Mittag hat nicht lange vorgehalten.
Ein paar Telefonate am Abend führen dazu, dass ich doch wieder in den Süden fahren muss. Die neue Betreuung hakt.
Jetzt schaue ich noch ein bißchen Radreise auf Island und freue mich wie blöd an der Landschaft zwischen Mordor und Auenland. Das sagte der Sprecher. Ich habe solche Sehnsucht nach Ferne und Reisen. Und doch will ich an keinem Zielort der Welt im Krankenhaus liegen.
Heute stand in der Zeitung, dass einer der Hauptleugner von Corona, Jai Bolsonaro, nicht nur seine Familie angesteckt hat, sondern dass auch eine Schwiegermutter daran verstorben ist. Sein Zweitnamen ist übrigens Messias. Krank, oder?

So fühlt sich das also an.
Ganz so schlimm war es nicht für mich heute. Aber der Ansatz stimmt. A Kadaschdrof!

Corona 165

Sobald der Penis an der Tafel fast fertig war, gab es Feueralarm und wir mussten die Schule verlassen. Danach haben wir weiter gemalt.
Später baute sich eine neue Schülerin vor mir auf: Frau Croco, ich muss Ihnen was Wichtiges sagen. Die erinnern mich so an meine Oma!
So war der Tag!

Dazu noch fast 1600 Neuinfizierte. Mittlerweile kennen die Schüler auch immer jemanden, der infiziert ist. Sie benehmen sich so vorbildlich! Ich bin sehr beeindruckt.

Zur Entspannung nach dem Sportstudio und dem Duschen mag ich zur Zeit gerne Reisen gucken. Wenn ich schon nicht unterwegs sein kann, mag ich wenigstens am Bildschirm teilnehmen.

Auf Arte gibt es Fahrradreisen auf verschiedenen Inseln. Angefangen habe ich mit Irland. Aus Gründen.
„God is Good, but never dance in a small boat“.
Das steht an der Wand der Werkstatt von Highnelly. Dort restauriert ein Ire alte Räder und er erklärt auch den Namen.
Ach, Irland halt. My heart, my soul.

Trauminseln auf ARTE

Corona 164

Ein seltsamer Tag reiht sich ein in eine lange Schnur anderer seltsamer Tage. Die Kollegen lassen alle Tests schreiben, dass sie zumindest eine Note haben, wenn die Schule zugemacht wird. Es herrscht eine sonderbare Art von Endzeitstimmung.
Alle gehen sehr behutsam miteinander um, sind sehr vorsichtig. Die Kinder sind eifrig im Hände waschen, Lüften, Maske tragen. Es ist kein Spiel mehr.
Das Toilettenpapierregal im Einkaufsladen ist halb leer. Ein junger Mann kauft laut telefonierend ein. Er könnte jetzt nicht noch weitere Arbeit haben, er kaufe schließlich gerade für drei Einkaufszettel ein. Nicht einer, nicht zwei, nein drei, sagt er ganz laut. Im Wagen hat er drei große Kiste stehen, in die er wechselweise Sachen stapelt. Dann wird er noch ein paar Internas los über die Einrichtung, in der er arbeitet. Scheint so ne Art Wohngruppe für Jugendliche zu sein. Dann legt er auf. Schade, es wurde gerade interessant.

Sachen gibt es…allää Produktää…..