Corona hundertundelf

Für eine Weile höre ich mit dem täglichen Bloggen auf. Die Ferien fangen an, nach 111 Tagen voller seltsamer Ereignisse. Heute waren noch Abschiede zu betrauern, voller weher Herzen standen wir da. Und ich habe Wochen vor mir, die mich fordern, überfordern. Ich mute mir zu viel zu. Ich merke das, doch ich kann nicht anders.
Es fügt sich alles, sagt eine Freundin.
Hoffnung wächst auch auf Schotter.

Auf diesem Konzert war ich. Wir Zuhörer verschmolzen zu einem Wesen. Es war wunderbar.

Im August fängt alles neu an.

Corona hundertundzehn

Dieser Tag ist die Steigerung aller anderen.
Mein Geisteszustand wird langsam bedenklich. Heute habe ich die Büchertasche in der Schule gelassen, dafür die Fernbedienung für den Beamer in die Handtasche gepackt.

Die Menschen wollen reisen, egal wohin. Ganz aufgeregt erzählen sie von Ostsee und Nordsee, vom Campen und einer Ferienwohnung. Und dass alles belegt ist. Und teuer.
Dann passt bloß auf, dass kein Schlachthof in der Nähe ist, sagt Herr croco.

Die Republikaner in den USA erkennt man an den fehlenden Masken, sag der Freund am Telefon.

Morgen ist mein letzter Schultag. Freitag ist Klassenlehrertag. Dann sind es genau 111 Tage seit dem Beschluss, die Schulen zu schließen. Was für eine lange Zeit!
Jetzt sind Ferien und ich habe ganz andere Aufgaben.
Ich muss einem Menschen helfen, wieder zuhause zurecht zu kommen. Ich suche und finde Hilfe, alleine schaffe ich das nicht.
Es wird schwer und ob es gelingen wird, ist fraglich. Doch ohne Zuversicht ist alles nichts.

Nachtrag:
Diese Meldung zum Impstoff ist von gerade eben. Gibt Hoffnung!

Corona hundertundneun

Die Nächte sind schlaflos, die Tage im Nebel. Latente Kopschmerzen und all das, was nicht funktioniert, lassen mich nur noch verzögert reagieren. Irgendwie scheint alles falsch zu sein, was ich mir überlege und tue.
Das Auto setzt Wolken ab, die Werkstatt sagt, da sei nichts.
Ich kaufe Blumen für die Freundin, die zur Zeit nicht gehen kann. Wir reden über die Einsamkeit und wie dieses Virus uns allen Angst macht und wie wir den Mut nicht verlieren dürfen. Sie weint ein bißchen, wir haben uns schon so lange nicht mehr gesehen. Im Sprachkurs haben wir uns an den Abstand gewöhnt, an die offenen Fenster und die Desinfektion der Tische. Alles Routine geworden.
Mut gibt es, man bekommt Kinder und freut sich. Auch kleine Reisen werden geplant. Vorsichtig mit den Schuhspitzen auf das dünne Eis. Trägt es?

So viele Kirschen gab es noch nie, soweit ich mich erinnern kann. Jeden Tag esse ich so viele. Einfrieren mag ich nicht und Entsteinen endet im Massaker. Also Sofortverwertung.

Mögen Sie zuschauen, wwie eine junge Frau mit einfachen Mitteln Kirschen entkernt. Hat was Meditatives.

Ein schönes Lied zur erotischen Komponente des Kirschbaums.

Die ersten Kirschflecken habe ich zuerst mit Spülmittel und dann mit Gallseife eingerieben. Aus rot wurde blau. Gleich ab damit in die Waschmaschine, und hui, der Fleck ist weg.

Über die politische Komponente hat bei Aufildesmots recherchiert.

Spanien wirbt um Touristen, hier bemüht sich Antonio Banderas.
Wie in jedem guten spanischen Lied kommt das Wort corazon, also Herz, unverhältnissmäßig oft vor. Man erkennt ihn kaum noch.