Corona hundertundzehn

Dieser Tag ist die Steigerung aller anderen.
Mein Geisteszustand wird langsam bedenklich. Heute habe ich die Büchertasche in der Schule gelassen, dafür die Fernbedienung für den Beamer in die Handtasche gepackt.

Die Menschen wollen reisen, egal wohin. Ganz aufgeregt erzählen sie von Ostsee und Nordsee, vom Campen und einer Ferienwohnung. Und dass alles belegt ist. Und teuer.
Dann passt bloß auf, dass kein Schlachthof in der Nähe ist, sagt Herr croco.

Die Republikaner in den USA erkennt man an den fehlenden Masken, sag der Freund am Telefon.

Morgen ist mein letzter Schultag. Freitag ist Klassenlehrertag. Dann sind es genau 111 Tage seit dem Beschluss, die Schulen zu schließen. Was für eine lange Zeit!
Jetzt sind Ferien und ich habe ganz andere Aufgaben.
Ich muss einem Menschen helfen, wieder zuhause zurecht zu kommen. Ich suche und finde Hilfe, alleine schaffe ich das nicht.
Es wird schwer und ob es gelingen wird, ist fraglich. Doch ohne Zuversicht ist alles nichts.

Nachtrag:
Diese Meldung zum Impstoff ist von gerade eben. Gibt Hoffnung!

10 Gedanken zu “Corona hundertundzehn

  1. Ich komme mir schon seltsam vor, weil ich bewusst nicht verreise. Um mich herum scheint man einen Großteil der Bedenken abgestreift zu haben. Die Kundschaft reist auch wieder, auch ins Ausland. Gestern hatte ich einen am Telefon, den ich wegen eventueller Reisewarnungen an die Internetseite des Auswärtigen Amts verwiesen habe. Von mir wollte er so eine Art Unbedenklichkeitsbestätigung. Er fand es wenig kundenfreundlich, dass ich ihm geraten habe, die Lage bis zu seinem Reisetermin selbst zu beobachten. Die kann sich ja in den nächsten Wochen noch ändern, und ein wöchentliches Bulletin für einzelne Kunden können wir nicht leisten.

    • Für viele Menschen ist Urlaub ein Traum geworden, etwas Erlösendes. Und es fehlt ihnen die Fantasie dafür, dass die Menschen im Süden Schlimmes erlebt haben. Und jetzt wieder an der Illusion arbeiten, dass alles gut ist. Ist es nicht.
      Ich hoffe nur, dass alles gut ausgeht.

  2. Es ist schon sehr zweispältig mit den Parallelwelten.
    Ich wünsche Ihnen, daß Sie die Unterstützung finden, die Sie brauchen. Gibt es bei Ihnen „Pflegestützpunkte“? Viel Kraft und Erholungsinseln.

  3. Ach je. Mein Mitgefühl. Viel Mut und Hoffnung für alles. Dass du Hilfe findest, dass du selbst Ruhe finden mögest in der Hängematte zwischen den Kirschbäumen. Ausatmen. Einatmen.
    Danke für Grönemeyer, dessen Album „Mensch“ mir seinerzeit viel geholfen hat.

    • Das Atmen, das werde ich mir merken. Und die Hängematte in der Seele bewahren.
      „Mensch“, das kann ich mir gut vorstellen. Ja, mir hat es auch geholfen.
      Mensch bleiben, nicht hart werden. Das ist es.

  4. Ich wünsche auch viel ‚Mut im Herzen‘ … Kraftvolle Stimmen und Musik können Energie frei setzen. Ich habe mir sofort ‚Land Unter‘ noch einmal angehört. Das ist mein Lieblingslied von Grönemeyer; ist das nicht schön? Gut, wenn jemand mit an Bord ist.
    Halten Sie durch im Endspurt, die Zielgerade Ferienbeginn schon im Auge! 😉

  5. Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Zuversicht und dass Sie die Hilfe finden, die Sie brauchen. Was für ein Jahr! Über meinem Schreibtisch hängt der Spruch: Glück ist, wenn die Katastrophe eine Pause macht. Ja, dann bitte Pause für alle.

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