Der Kardinal und Schrödinger

„Der Kardinal begrüßte den Führer an der Grenze.“
Das war der Satz, den mein Vater jedes Mal sagte, wenn es um den Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich ging. Er hat ihn damals im Radio gehört und war entsetzt. Und es entsetzte ihn auch noch viel später, wie die Österreicher Hitler zujubelten. Das war vor 81 Jahren.
Es war alles vorbereitet, der Einmarsch, die Übernahme, die Erniedrigung der Juden, die Abstimmung, bei der nahezu ganz Österreich für den Anschluss votierte.
Jetzt kommt man ja an viele Quellen, die man früher nicht hatte. Der Kardinal begrüßte Hitler wohl nicht an der Grenze, aber danach in Wien. Wofür er vom Papst den Kopf gewaschen bekommen hatte. Und dass der stramm rechte, österreichische Kanzler Schuschnigg doch noch versuchte, den Anschluss zu verhindern, wusste ich nicht. Es gibt sogar eine Aufzeichnung von seinem Gespräch mit Hitler.
Wie schnell man doch ein Volk umdrehen kann. Was Propaganda alles bewirkt, wenn dahinter der unbedingte Wille zur Macht steht.
Dass Österrreich mit Gold und Lokomotiven bezahlte, war mir neu. Und dass unter den verjagten Juden, österreichische Staatsbeürger, auch Erwin Schrödinger, ja, der mit der Katze, war, wusste ich nicht. Er ging nach Dublin.

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