Linkerei im Oktober 19

Heute hätte das Fräulein Geburtstag.
Immer noch denke ich, dass auch ich verantwortlich bin, auch ich hätte helfen können. Dass etwas nicht stimmen konnte, hatte ich gefühlt, und auch einzeln nachgefragt. Es kam keine Antwort und ich beließ es dabei. Sie war ja erwachsen, und keines meiner Schulkinder. Da rufe ich bei den Eltern an, wenn etwas zu abstrus wirkt.
Und so wie mir wird es einigen gehen, die sie kannten. Müßig, sich Gedanken zu machen. Trotzdem bleibt ein Stachel.

Nun, trotz alledem, möchte ich die alte Tradition der Linkerei aufrecht erhalten.

Ein interessantes Interview, das auch in den schulischen Bereich hineinleuchtet. Professor Toprak ist studierter türkischstämmiger Erziehungswissenschaftler. Die Erziehung in Geschlechterrollen zeigt sich auch in der Schule sehr. Kommen Kinder aus streng religiösem Umfeld, seien es muslimische Kinder oder aber auch aus dem freikirchlich christlichen Bereich der Russlanddeutschen, so haben es da weibliche Lehrkräfte ungleich schwerer anerkannt zu werden.
Erziehung muslimischer Jugendlicher

Ein Film, der mich sehr berührt hat. Solche Kinder kenne ich aus Gesamtschulzeiten. Sie können sich nicht steuern, ihre Impulse überfallen sie und zeigen sich in Gewaltausbrüchen. Und es ist so realistisch, dass andere Zuschauer dachten, das sei ein Dokumentarfilm. Nein, alles Schauspieler, aber was für welche!
Systemsprenger

Eine interessante Neuigkeit. Wenn mathematische Modelle an lange als gesichert betrachteten Tatsachen nagen:
Ratten

Eine Frau lebt nach ärztlichen Ratschlägen. Interessant.
Gesund leben

Und wenn Sie nach London fahren, haben Sie vielleicht Zeit für diese Ausstellung im Naturkundemuseum.
London Tierfotos

12 Gedanken zu “Linkerei im Oktober 19

  1. Systemsprenger habe ich gestern gesehen. Wahnsinnig gut gespielt.
    zu read on: ich glaube nicht, dass da jemand eine Mitschuld hat. Ich fand den Artikel im Spiegel schwierig, aber auch hier will von Mitschuld nicht sprechen.

    • Ja, ich verstehe schon. Doch wenn ein Mensch in Gefahr ist, kann man manchmal helfen, wenn man es rechtzeitig merkt Das meine ich. Mir geht es nicht um ihre Geschichten. Mir geht es darum, dass zur rechten Zeit eine Hand hätte da sein können. Vielleicht hätte sie dann weiter leben können.

      • Ich hatte verstanden, dass es dir nicht um ihre Geschichten ging. Ich kannte sie nur aus ihren Texten, die ich sehr gerne las. Ich bin mir nur nicht sicher, ob man wirklich helfen hätte können. Vielleicht für diesen Moment, aber was wäre mit all den Klippen gewesen die noch gekommen wären? Ich bedauere sehr, dass es so gekommen ist und ich vermisse ihre Art des Schreibens.

      • Ich glaube ehrlich gesagt, dass sich da selbst professionelle Helfer hilflos gewesen wären. Das Kartenhaus als Überlebebsstrategie war zusammengebrochen. Das Schreiben hat sie vermutlich über lange Zeit gerettet.

      • Menschen sind wundersame Wesen. Manche heilen von selbst, andere schaffen es mit Hilfe, andere nicht. Das Leben ist schwer. Und manchmal können wir einander helfen, manchmal.

      • Mir schien schon einige Zeit vor der Verleihung des Goldenen Bloggers etwas nicht zu stimmen. Ich habe das Gefühl aber beiseite geschoben, weil in meinem Leben schon seit längerem eine psychisch kranke Person war und ich einfach keine Kraft mehr für eine weitere hatte. Hätte ich damals anders reagiert, wären gewisse Dinge zwischen mir und Marie-Sophie nicht vorgefallen. Aber helfen hätte ich ihr auch nicht können, das hat ja anscheinend ihre Familie schon versucht und auch der ist es nicht gelungen.

  2. Es tut mir ausserordentlich leid, dass Du so fühlst. Die Frage, was gewesen wäre wenn, lässt sich leider nicht mit Sicherheit im Nachhinein klären. Viel wichtiger ist die Frage, was dieser Gedanke mit Dir macht. Hilft er Dir, sich auf zukünftige Situationen vorzubereiten? Oder hält er Dich in der Vergangenheit, weil da möglicherweise noch was angenommen, verziehen oder gespürt werden möchte? Ich wünsche Dir, dass Du bald mit dem Stachel besser umgehen kannst als ihn reine Selbstanklage sein zu lassen.

    • Du brauchst Sir keine Sorgen zu machen. Das ist bei mir so. Immer wieder begegneten mir Jugendliche die gefährdet sind. Die Fälle, wo ein Erkennen und Eingreifen frühzeitig erfolgte, habe ich vergessen. Die anderen aber brennen mir immer auf der Seele. So ist das halt.

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