Corona 505

Heute spricht man darüber, dass man früh informiert war über die Wetterlage, sie aber nicht ernst genommen hat.
Chronologie der Katastrophe von Jörg Kachelmann

Der Chef des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe äußert sich.

Vergleichbare Situation: so wie wir in die Pandemie gestolpert sind, so war es jetzt auch. Eigentlich weiß man, dass man Masken und Desinfektionsmittel im Vorrat haben muss, falls eine Pandemie kommt. Wissenschaft. Logik. Und so war es auch mit dem Starkregen. Wir hatten vor ein paar Wochen eine Ortsbegehung mit dem Leiter des Wasserwirtschaftsamtes. Das ist die Regel seit die Gefahr des Starregens wächst. Die Gruppe ist durch die paar Straßen gegangen, die wir haben. Unser kleiner Bach sei nicht die Gefahr, wohl aber die Regenmengen, die den Berg runter kommen. Er hat uns ein Szenario ausgemalt, das nun letzte Woche genau so eintraf.
Wir hatten nur Glück, dass die Kanalisation es gerade so schaffte, dass der Bach kein großes Gefälle hat und Wiesen um sich auszubreiten. Eine Talsperre gibt es auch nicht. Zufall. Glück, das andere nicht hatten.

Man muss denken wie das Wasser. Gibt man ihm keinen Weg, sucht es sich einen.

Das Wasser zu beherrschen, ein alter Traum.
Der Zauberlehrling von Johann Wolfgang von Geothe..
(wir haben ja als Kinder solche Balladen auswendig gelernt).

Corona 504

Zum ersten Mal seit 8 Monaten bin ich in diesem Haus. Alles ist so, wie es immer war. Und doch ist alles anders. Die Messer liegen in der Schublade, so wie immer. Der Mantel hängt, die Rosen blühen. Gefrorene Zeit.
Und doch ist es befreiend, wieder zu gehen. Durch die Wälder zu fahren, mit offenen Verdeck. Die Sonne, der Geruch nach frisch Gemähtem. Und dann mit Freunden von ganz früher zu Abend zu essen, als sei nichts gewesen, kein Sterben, keine Pandemie.

Hier im Zentrum der Schwurbler, der Unbekehrbaren und der ersten Hotspots, ist es gut zu sehen, wie klar sich die Freunde distanzieren. Und wir reden über den Wert dem Demokratie, die man beschützen muss. Gegen die staatszersetzenden Kräfte, die sie schwächen wollen.

Hier ein älterer Artikel darüber, wie eine junge Frau sie erlebt hat in den USA, als Übung in Toleranz.
Demokratie und Schüleraustausch

Zu den Reden von Herrn Steinmeier und Frau Merkel muss ich nichts mehr sagen. Sie gingen zu Herzen. Und: ich möchte Herrn Laschet nicht zum Kanzler, bitte nicht.

Noch was Schönes.

Eines der Lieblingslieder meines Vaters. Leider ertrage ich es nicht von Hans Moser. Habe da schon ein Kindheitstrauma.

Corona 503

Der SWR hat Möglichkeiten zusammengestellt, Geld zu spenden.

Der Nachbarkreis von Ahrweiler, Neuwied, koordiniert die Hilfen.Es wurde eine Emailadresse eingerichtet, unter der sich Menschen Melden können, die helfen möchten. Unterkünfte im Umland werden benötigt.
Die Infrastruktur ist zerstört. Kein Strom, kein Gas, kein frisches Wasser, kein Handynetz. Die Straßen sind aufgerissen, alles was dort verlegt wurde, ist zerstört. Abwasserkanäle, Telefonleitungen, Gas, Strom.
Brücken fehlen. Da kann niemand mehr wohnen.

Eine gute Übersicht über die am stärksten betroffenen Regionen bietet der BBC.

Aus dem Berchtegadner Land wurden heute Nacht ebenfalls Überflutungen gemeldet.

Johnny Cash hat als Kind die Flut am Mississippi erlebt. Die Familie ist geflohen damals, und er hat ein Lied darüber geschrieben.

Well, the rails are washed out north of town
We got to head for higher ground
We can’t come back till the water comes down
Five feet high and rising
Well its five feet high and rising