Linkerei im August zwo

Morgen fängt die Schule wieder an und ich habe ein halb aufgeräumtes Arbeitszimmer unter dem Dach. Zuerst war es zu heiß zum Ordnung machen, jetzt bin ich zu schlapp. Meine Oberlippe zieren Herpesbläschen. So hat die Maske, wieder Mal, ihr Gutes.
Damit sich das Rumliegen und Schlaffsein nicht ganz als Nullnummer erweisen, hier ein paar gesammelte Links.

Mögen Sie mitreisen, obwohl Sie dieses Jahr zu Hause bleiben? So wie ich? Schauen Sie mal: Frau Rebis fährt auf dem Rad durch‘s Baltikum.
Wenn Sie ein bißchen Geld übrig haben, kaufen Sie sich doch eine Wohnhöhle in Granada, mit Alhambrablick. So eine Felshöhle ist hübsch kühl im Sommer und gut temperiert im Winter

Gestern hätte er Geburtstag gehabt: Roger Willemsen. Wir hatten lange keinen Fernseher, dann aber doch. Und er hatte eine Talkshow auf Permiere, die man ohne bezahlen gucken konnte. So erinnere ich mich wenigsten. Er war unglaublich. Seit 5 Jahren lebt er nicht mehr. So ein gebildeter, wortgewaltiger Mann fehlt sehr.

Vortrag zur Kommunikation als Mittel gegen Einsamkeit.

Frau Bauerfeind kauft Herrn Willemsen einen Schlafananzug.

Roger Willemsen befragt Madonna.

Nachtrag:

Baumliebe

Diese Hitze macht mich fertig.
Mein Kreislauf macht mich fertig.

Und im Garten ist alles trocken. Es wird nur das notwendigste bewässert, also die Sträucher, die die Flügel hängen lassen.
Die letzten Tage habe ich so viele leidende Bäume gesehen. Die ganzen Wälder am Main, an der Tauber und am Kocher sehen auf den ersten Blick besser aus als die Nadelwäldern hier im Mittelgebirge, wo riesige Kahlflächen vom Borkenkäfer erzählen. Man sieht in den Laubwäldern, wie licht die Kronen der Bäume sind. Die obersten Äste sind oft dürr, dahin kam der Wasserfaden in den Gefäßen nicht mehr. Ein bißchen wird das Wasser aus der Wurzel nach oben gedrückt, der Rest erledigt der Sog der Verdunstung an den Blättern. Ein Baum ist eine Riesenwassepumpe, eigentlich, aber nicht, wenn kein Wasser da ist. Dann gibt es plötzlich Triebe dort, wo keine hingehören: am Stamm.
Aus schlafenden Knospen werden Äste. Und so bekommt der kahle Stamm Seitenästchen und sieht aus wie eine Bürste. Aus reiner Not. Angsttriebe nennet man sie. Denn für die Fotosynthese braucht man genug Blätter, die es oben aber nicht mehr gibt.
Im dritten Jahr schon fehlt allen das Wasser. Es ist ein Trauerspiel.

Die Apfelbäume haben in den letzten Woche viele überschüssige Äpfelchen abgeworfen, um genug Energie für die restlichen zu haben. Mein Lieblingsbaum hat die letzten Tage schon große Äpfel verloren, die sofort faulen am Boden. Zu trocken. Noch ein paar Tage, und die restlichen sind reif. Früher hatte jede Streuobstwiese einen Jakob Fischer Baum. Er ist sehr früh reif. Mitterweile gibt es nur noch ein paar hundert Bäume. in Deutschland und man kann ihn mittlerweile bei Manufactum kaufen.
Ich liebe diese großen Früchte, die gleichtzeitig sauer und süß sind. Es sind die Äpfel meiner Kindheit.
Das sind meine ersten Jakob Fischer Äpfel.

Jetzt nehme ich das Blog als Notizzettel. Das sind die alten Apfelsorten, die hier auf der Streuobstwiese wachsen, und schon sehr alt sind. Mal sehen, vielleicht fotographiere ich jeweils die Äpfel, wenn sie reif sind. Aber meist ist die Ernte so viel Arbeit, dass ich vergesse, Fotos zu machen.
Vielleicht erinnern Sie mich ja mal dran?

Rheinischer Winterrambur

Rheinischer Bonapfel

Jakob Lebel

Gelbe Schafsnase

Rote Sternrenette

Linkerei im August

Ein kühlerer Tag, na Gott sei Dank. Oder Tief sei Dank, je nach Glaubenslage. Ich bin immer noch im Erholungsmodus, mache eigentlich nichts.
Heute gab es Hähnchen nach Lafer. So richtig für Faule. Es schmeckt wunderbar. Als Zugabe habe ich Möhrenstücke, Paprika und Zuchinistücke dazugegeben. Das Gemüse habe ich nach 30 Minuten rausgefischt, sonst wäre es nur Matsch geworden. Dazu gab es neue Kartoffeln, Maiskolben und Mojo verde. Laferhähnchen für Faule

Dann möchte ich einen Liebesfilm empfehlen, der mir sehr ans Herz ging. Kleine Insel vor Sizilien, zwei Menschen sollen eine Hochzeit vorbereiten und verlieben sich. Er ist Botaniker, sie Kostümbildnerin. Und des Meeres und der Liebe Wellen schlagen zu. Es ist so schön leidenschaftlich und herzzerreißend, wie die Liebe eben zu sein pflegt. Und es werden Pflanzen gesammelt und getaucht, also alles, was mir gefällt.
Sieben Tage voller Leidenschaft

Schon ne Weile haben wir keine Serie mehr, an der wir uns festgeguckt haben. Jetzt gibt es aber eine vom BBC, die zugegebenermaßen nicht modern-hektisch ist, sondern einfach etwas skurril, mit ungewöhnlichen Bilder. Der Plot ist einfach, Cop kommt aus Miami und soll die Polizei des County Bristol aufmischen. Was er macht. Seine pubertäre Tochter bringt zusätzlich Pfeffer in die Geschichte.
Die BBC hat leider keine zweite Staffel gedreht, schade.
Wild Bill

Dann habe ich noch eine Fotografin gefunden, Shirley Baker. Sie machte Strassenfotos in Manchester mit eigentümlichem Charme.
Fotos 1
Fotos 2
Fotos 3

Und jetzt noch ein bißchen italienisches Lebensgefühl.