Corona 195

Den Tag könnte man zusammenfassen in dem Satz: Als ich die Zackenschere suchte. Ab und an bekomme ich einen Rappel und muss was herstellen. Irgendwas, was man anfassen kann, aufessen, rumhängen, anziehen, so halt. Und letzte Woche habe ich Stoff gekauft und ihn dann gewaschen um ihn umzuwandlen in etwas Nettes. Da ich gerne zu Anfang alle Materialen auf dem Tisch habe, das lernt man im Labor, hatte ich heute endlich alles zusammen. Bis auf die Zackenschere. Die lag ja, wie jeder weiß, bei den Nähsachen und den Bügelsachen. Ganz einfach. Ich öffnete Schublade um Schublade, Schätze wie chinesische Tintensteine, tauchten auf, nur eben keine Zackenschere. So musste ich doch in den Bermudakeller. Dort stellt man Dinge in Kisten ab und vergisst sie. Das ist die einzige Aufgabe dieses Kellers. Ich musste an die Projekttagekisten ran. Jede Lehrkraft weiß, was das heißt. Jedes Jahr veranstaltet man an der Schule solche Tage. Und was von so einer Woche übrig bleibt, kommt in eine Kiste und wird verwahrt. Da könnte doch die Zackenschere sein. Ich fand Produkte, die mit jener Schere bearbeitet wueden. Aber keine Schere. Im Bermudakeller steht ein Schubladenschrank, in den eigentlich solche Sachen eingeräumt werden sollten. Keine Schere. Also begann ich, die Projekttagenkisten zu leeren, Stück für Stück, und in den Schuladenschrank einzuordnen. Eigenlich machen das nur Rentner oder Ordnungsmenschen. Nun, jetzt bin ich einer von ihnen. Die Kisten sind leer, der Schrank ist voll. Nur fehlt eben die Zackenschere.

Themenwechsel. Corona.
Die tägliche Infektionsrate liegt bei über 2000 Menschen pro Tag. Die roten Flecken auf der RKI-Karte kommen von der Großhochzeit in Hamm und Dortmund. Es gab 500 Gäste, es sind jetzte mehrere tausend Menschen in Quarantäre. Sogar das Brautpaar ist infiziert. Woher in Remscheid die hohen Zahlen kommen, weiß ich noch nicht. Jedenfalls sind die Schulen stark betroffen. Im Kreis Dingolfing ist es nun ein Werk auf dem BMW Betriebsgelände.

Ansonsten möchte ich Ihnen jemanden vorstellen, den Sie schon kennen.
Er wohnt bei Hennef irgendwo im Wald, eine der coolsten Socken, die ich kenne, Joe Kelly.

„Und was haben die Kellys so im Bus gemacht? Maumau gespielt?“
„Wir haben uns gestritten, geschlagen und Geld gezählt.“

Pierre M. Kause darf Käfer fahren und erfährt, wie man so ne Wok WM gewinnt. Und dass die Kellykinder erst spät erfuhren, dass sie unterschiedliche Mütter hatten. Ach, ich jedenfalls fand das äußerst amüsant.

Ich kannte die Familie in den 90igern ja nicht, bis Freunde zu Besuch kamen mit ihrem kleinen Sohn. Er saß am Tisch und schaute mich die ganze Zeit verzückt an. Ich fragte, was denn sei. Er sagte, ich würde aussehen wie Irgendeinvorname Kelly. Seine Mutter erklärte es mir: das sei das höchste Lob, was er vergeben könne. Er liebe eben die Tochter dieser Familie. Ich wusste damals nicht, wie unübersichtlich der Familienverband war. Und weiß bis heute nicht, welche Tochter er meinte. Nun, viele Haare haben sie alle.

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