Corona 176

Über 900 Neuinfizierte in Deutschland, über 44.000 in den USA, pro Tag.
Herr Steinmeier schlägt eine offizielle Trauerfeier für die Todesopfer der Coronapandemie vor. Die Idee ist sehr schön. Weg von den täglichen Kurven und dem Maskengetrullale, hin zu denen die gelitten haben und gestorben sind. Und zu den Angehörigen, die sie nicht begleiten durften.
Fast 10.000 Tote in ein paar Monaten! Zahlen sind so ohne Mitgefühl.

Wenn man viel durch die Gegend fährt, weil man sich kümmern muss und möchte, ist es gut, sich unterwegs was Schönes anzuschauen. Das habe ich gemacht. Und nun nehme Sie ein bißchen mit in ein paar Gärten und anderen zauberhaften Plätzchen. Den Urlaub gab es dieses Jahr halt nur in ein kleinen Bröckelchen.

Auf geht‘s. Nördlich von Würzburg befindet sich der wunderbare Rokokogarten von Veitshöchstheim. Bis man den Eingang und einen Parkplatz gefunden hat, umkreist man eine hohe Mauer. Er kostet keinen Eintritt, aber das Ordnungsamt lauert in Form einer uniformierten Beamtin auf die Leute, die kurz vor sechs eintreffen. Bin ich froh, dass ich einen Uniformsensor habe. Der Garten ist jedenfalls schön, viele Hecken in gerade Linie, Durchblicke, überraschende Einblicke. Und eine unfassbar hässliche Grotte. Die Dekoration besteht aus Gipstieren, die mit Muscheln beklebt sind. Grauslig!
Dafür gibt es zum Ausgleich einen Gemüsegarten mit gerade pflückreifen Artischocken.

Corona 175

Heute war Apfelmus einkochen dran. Ich mache das ohne Zucker, aber mit Nelken und Vanille. Vanille aus Sansibar, ein wunderbares Reisemitbringsel. Und dazu Apfelsaft. Das Aroma ist köstlich. Dann fülle ich das Mus in Plastiktüten, drücke sie flach und friere sie ein. Raus kommt dann ein Apfelmusbrettchen, das ich nur in heißes Wasser legen muss und es taut auf.
Dann habe ich noch Fallobst weggerecht. Eigentlich habe ich schon Raschelsäcke gekauft für die Ernte. Aber die erste Äpfelchen sind nicht gut, faulig und wurmig. Sie kommen nicht in den Saft sondern auf den Kompost.
Ach, ich habe ja gestern nichts vom Landhandel erzählt. Meine Lieblingseinkaufsstätte. Es gibt dort unglaublich lahme Kunden und unglaublich lahme Verkäufer. Gestern war ein Ehepaar da, das sich Mäusegift kaufen wollte. Nach einer Weile stellte sich heraus, dass sie keine Wühlmäuse sondern Feldmäuse haben. Und sie wollten ein Gift, dass man die toten Mäuse dann nicht sieht. Fallen kommen also nicht in Frage. Auch nicht solche, in denen sie sich nur das Gift abholen und in den Bau bringen. Gift darf man ja so nicht verteilt, da es verschleppt wird und für andere Tiere gefährlich. Das war ihnen anscheinend egal. Nur eben die Mäuse sollten weg. Das Modell Katze wurde ebenfalls abgelehnt. Sie kauften dann nichts und zogen ab.

So, heute zeige ich Ihnen mein Lieblingsbild. Ich habe mich sofort verliebt, als ich es zum ersten Mal sah. Es hängt im Keller des Museums Rosengart in Luzern. Beim ersten Mal hat mit sogar Frau Rosengart selabt die Eintrittskarten verkauft. Jetzt erst habe ich lesen, dass sie das Bild von Paul Klee mit ihrem Lehrlingsgeld gekauft hat. Wie zauberhaft! Schade, dass ich das damals noch nicht wusste.

Das X-chen von Paul Klee

Die Geschichte dazu gibt es hier

Corona 174

In der Schlange vor der Kasse ging es heiß her heute. Wagen an Wagen, kaum Abstand. Zu meiner Vorderfrau blieben konstant 2 Meter Luft übrig. Die Dame hinter mir rückte hingegen laufend näher.
„Würden Sie bitte Abstand halten? Mir wäre dann viel wohler.“
„Oh, Entschuldigung,“ sagte sie und rückte ab.
An allen anderen Warteschlangen quetscht es weiterhin.

Ansonsten ist endlich die Kuh vom Eis, wie der Herr von der Agentur so schön sagte. Eine neue Kraft ist da, die alte ist dort wo sie herkam, mit viel Trara, aber was soll es. Hoffen wir auf Frieden für eine gewissen sein.

Ralf Illenberger und Budi Siebert. Ich mag sie sehr.