Corona 459

Ein Interview mit Herrn Drosten über Kamele als Opfertiere, Marderhunde in Pelztierzuchten und wie sie an Fledermäuse kommen und über den unsinnigen Begriff Herdenimmunität.
Herr Drosten

Der Vulkan auf Island ist kartiert und man kann genau die Wege sehen, die man noch gehen kann. Wären andere Zeiten, wollte ich sofort da hin und alles anschauen. Aber Flugzeuge? Menschen? Besser nicht.
(danke @giordano)

Ein unermütlicher Berichterstatter über den Vulkan ist @muellermanfred bei Twitter. Er hat immer die besten Filme gefunden.

Was sehr gruselig ist für mich, ist der Pool zwischen zwei Hochhäusern in London. Nein, nicht mal alle Bewohner dürfen dort baden, nur ganz spezielle. Und vermutlich nervenstarke.
Pool zwischen zwei Hochhäusern

Die Vertuschung des Missbrauchs in der katholischen Kirche und die Arroganz des Systems macht mich immer noch fassungslos. Meine ganze Familie und meine Jugend war immer sehr kirchennah. Und meist positiv. Als Arbeitgeber hat sie sich allerdings nicht bewährt. Aber nun, ich konnte gehen. Aber wie perfide das Ganze ist, wird mir jetzt wieder klar. Das ist die
Rede des Kriminologen Prof. Christian Pfeiffer, der einmal die Aufgabe hatte ein Gutachten zum Missbrauch zu erstellen. Sie ist ein Jahr alt, aber nichts ist anders geworden. Hier im Bistum Köln laufen die Gläubigen in Scharen weg. Angeblich dauert es mittlerweile zwei Monate, bis man einen Termin bekommt.
So groß sind die Konsequenzen nicht, die Taufe geht ja nicht mehr ab. Liest man diesen Artikel, stellt man fest, dass sie arge Argumentationsprobleme haben.
Wenn sogar Kardinal Marx seinen Rücktritt angeboten hat, also einer der fortschrittlichen, weiß man, dass eigentlich alles verloren ist.
In Irland war das schon vor ein paar Jahren so, als der Missbrauch und den Sterbefällen in den Kinderheimen bekannt wurde. In Dublin gibt es eine Wand mit den Namen der verstorbenen Kinder.
Und die Folge war, dass es das erste Land in Europa war, das die Ehe zwischen Gleichgeschlechtlichen ermöglicht hat. Und die Abtreibung ist ebenfalls weitestgehend erlaubt.
Ach, ein endloses Thema. Lassen wir das.

10 Gedanken zu “Corona 459

    • Finde ich auch. Ihm ist es gelungen, die wissenschaftliche Sprache so runterzubrechen, dass auch Laien ihn verstehen.
      Dass es diese Nähe zwischen den Tieren und den Menschen ist, die uns irgendwann den Kragen kosten wird, ist schon erstaunlich. Auch weil wir es übertreiben.

  1. Ja, dass Marx so sehr verzweifelt an der Institution Kirche, dass er seinen Rücktritt angeboten hat, während andere, die es wahrscheinlich nötiger hätten, auf ihren Posten verharren, hat meine kirchenverbundene Familie auch sehr erschüttert – keine guten Aussichten für Aufklärung und Reformen … wo es doch bei so vielen Themen (für mich, die Evangelische) offensichtliche, einfache Lösungen gäbe, mit denen auch der Großteil der katholischen Basis überhaupt kein Problem hätte.
    Zusätzlich überkommt mich da die Wut über 2000 Jahre Männerbündelei in Rom, es ist eigentlich unfassbar.

    Achja, schon der Weg zum Pool und das Planschen darin wäre auch nichts für mich, ich würde ständig versuchen auszurechnen, wie lange noch das bisschen Glas all das Wasser tragen kann, bevor alles spektakulär zu Boden stürzt.

    • Problem ist, dass es in der katholischen Kirche nicht einmal ansatzweise etwas demokratieähnliches gibt. Das Prinzip hat man dort schon nicht verstanden. Genau das war damals der Anlass für Martin Lutter und die anderen, zu versuchen die Kirche zu reformieren. Wohin das geführt hat, wissen wir ja alle. Die Kirche ist so von sich ergriffen und im Besitz der absoluten Wahrheit. Daran wird sich meiner Meinung nach nie etwas ändern . Hoffnung gab es in den siebziger Jahren, als es durch das zweite vatikanische Konzil Veränderungen ergaben. Die sind zum großen Teil wieder zurückgenommen worden. Ganz ehrlich, Europa interessiert die katholische Kirche schon lange nicht mehr. Von dort wird sie zwar finanziert, aber der Zuwachs der Gläubigen kommt aus Südamerika und aus Afrika. Da wird auch nicht diskutiert oder hinterfragt. Allerdings braucht man dort das Geld, das die Europäer zahlen. Also müsste man die Kirchensteuerzahler doch etwas mehr pflegen.
      Man hat als Beckenbegrenzung den Kunststoff genommen, den man aus den großen Aquarien kennt. Was ein großes Haifischbecken zusammenhält, wird wohl in einem Pool nicht platzen. Hoffen wir mal.

  2. Das Interview mit Drosten habe ich gleich mal per Rundbrief weitergeleitet. Es ist auch für Menschen geeignet, die es sonst nicht so mit Wissenschaften haben, einfache Worte, leicht verständlich. Imagine, so zeitlos! Allerdings mag ich mir nicht vorstellen, wie die Wahl in Sachsen-Anhalt heute ausgehen wird. Das ängstigt mich schon etwas.
    Liebe Grüße,
    Elvira

    • Gute Idee. Die Wahl ist ja einigermaßen ausgegangen. Wenn man sich schon freuen muss, dass die CDU die stärkste Kraft geblieben ist, ist das schon seltsam. Nur, wie gewinnt man diese von der Welt enttäuschten Wähler der AfD zurück?
      Offensichtlich sind es Leute, die einfache Wahrheiten lieben, Schwarz und Weiß, ja und nein. Wie bringt man sie dazu, differenziert zu denken?

  3. Das mag ich an Prof. Drosten, dass er Wissenschaft verständlich macht, auf eine unaufgeregte Art. Keine Panik, aber auch nichts beschönigen – Fakten halt. Finde ich angenehm.

    Zur katholischen Kirche möchte ich mich lieber nicht äussern. Vielleicht nur soviel: mich wundert nicht, dass der Kirche die Mitglieder in Scharen davonlaufen; was mich wundert ist, dass es erst jetzt passiert.

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